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AN10.54

6. Das Kapitel über den eigenen Geist

6. Sacittavagga

Sammlung

„Mönche und Nonnen, wenn ein Mönch nicht im Erfassen des Geistes anderer bewandert ist, soll er sich schulen: ‚Ich will im Erfassen meines eigenen Geistes bewandert sein.‘ So soll er sich schulen.

Und wie ist ein Mönch im Erfassen seines eigenen Geistes bewandert? Wie eine Frau oder ein Mann, jung, jugendlich, in Schmuck vernarrt. Dieser Mensch würde in einem reinen, blanken Spiegel oder einer Schale klaren Wassers sein Spiegelbild betrachten. Wenn er dort eine Unreinheit oder einen Makel sähe, würde er versuchen, das zu entfernen. Aber wenn er keine Unreinheit und keinen Makel sähe, wäre er damit zufrieden, da er alles hätte, was er sich wünschte: ‚Was für ein Glück, ich bin rein!‘ Ebenso ist es für die tauglichen Eigenschaften eines Mönchs eine große Hilfe, wenn er prüft: ‚Besitze ich die innere Sammlung des Herzens oder nicht? Besitze ich die höhere Weisheit, die die Gesetzmäßigkeiten klar sieht, oder nicht?‘

Wenn er beim Prüfen erkennt: ‚Ich besitze die Sammlung, aber nicht die Klarsicht‘, dann soll er auf Sammlung gegründet Meditation üben, um Klarsicht zu gewinnen. Nach einiger Zeit wird er sowohl Sammlung als auch Klarsicht besitzen.

Doch wenn er beim Prüfen erkennt: ‚Ich besitze die Klarsicht, aber nicht die Sammlung‘, dann soll er auf Klarsicht gegründet Meditation üben, um Sammlung zu gewinnen. Nach einiger Zeit wird er sowohl Klarsicht als auch Sammlung besitzen.

Doch wenn er beim Prüfen erkennt: ‚Ich besitze weder Sammlung noch Klarsicht‘, dann soll er, um diese tauglichen Eigenschaften zu gewinnen, herausragenden Enthusiasmus aufbieten, herausragende Mühe, herausragenden Eifer, herausragende Tatkraft, herausragende Beharrlichkeit, herausragende Achtsamkeit und herausragendes Situationsbewusstsein. Wie wenn eure Kleider oder euer Kopf in Flammen stünden: Um sie zu löschen, würdet ihr herausragenden Enthusiasmus aufbieten, herausragende Mühe, herausragenden Eifer, herausragende Tatkraft, herausragende Beharrlichkeit, herausragende Achtsamkeit und herausragendes Situationsbewusstsein. Ebenso soll dieser Mönch, um diese tauglichen Eigenschaften zu gewinnen, herausragenden Enthusiasmus und herausragende Mühe aufbieten. Nach einiger Zeit wird er sowohl Sammlung als auch Klarsicht besitzen.

Doch wenn er beim Prüfen erkennt: ‚Ich besitze sowohl Sammlung als auch Klarsicht‘, dann soll er auf diese tauglichen Eigenschaften gegründet weiterhin Meditation üben, um die Befleckungen aufzulösen.

Ich sage, es gibt zwei Arten von Roben: die, die getragen werden soll, und die, die nicht getragen werden soll. Ich sage, es gibt zwei Arten von Almosen: das, das gegessen werden soll, und das, das nicht gegessen werden soll. Ich sage, es gibt zwei Arten von Unterkunft: die, die aufgesucht werden soll, und die, die nicht aufgesucht werden soll. Ich sage, es gibt zwei Arten von Dorf oder Marktflecken: die, die aufgesucht werden sollen, und die, die nicht aufgesucht werden sollen. Ich sage, es gibt zwei Arten von Ländern: das, das aufgesucht werden soll, und das, das nicht aufgesucht werden soll. Ich sage, es gibt zwei Arten von Personen: die, die aufgesucht werden soll, und die, die nicht aufgesucht werden soll.

‚Ich sage, es gibt zwei Arten von Roben: die, die getragen werden soll, und die, die nicht getragen werden soll.‘ Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt? Nun, wenn ihr von einer Robe erkennt: ‚Wenn ich diese Robe trage, wachsen untaugliche Eigenschaften an und taugliche Eigenschaften verkümmern‘, dann sollt ihr diese Robe nicht tragen. Wenn ihr hingegen von einer Robe erkennt: ‚Wenn ich diese Robe trage, verkümmern untaugliche Eigenschaften und taugliche Eigenschaften wachsen an‘, dann sollt ihr diese Robe tragen. ‚Ich sage, es gibt zwei Arten von Roben: die, die getragen werden soll, und die, die nicht getragen werden soll.‘ Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

‚Ich sage, es gibt zwei Arten von Almosen: das, das gegessen werden soll, und das, das nicht gegessen werden soll.‘ Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt? Nun, wenn ihr von einem Almosen erkennt: ‚Wenn ich dieses Almosen esse, wachsen untaugliche Eigenschaften an und taugliche Eigenschaften verkümmern‘, dann sollt ihr dieses Almosen nicht essen. Wenn ihr hingegen von einem Almosen erkennt: ‚Wenn ich dieses Almosen esse, verkümmern untaugliche Eigenschaften und taugliche Eigenschaften wachsen an‘, dann sollt ihr dieses Almosen essen. ‚Ich sage, es gibt zwei Arten von Almosen: das, das gegessen werden soll, und das, das nicht gegessen werden soll.‘ Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

‚Ich sage, es gibt zwei Arten von Unterkunft: die, die aufgesucht werden soll, und die, die nicht aufgesucht werden soll.‘ Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt? Nun, wenn ihr von einer Unterkunft erkennt: ‚Wenn ich diese Unterkunft aufsuche, wachsen untaugliche Eigenschaften an und taugliche Eigenschaften verkümmern‘, dann sollt ihr diese Unterkunft nicht aufsuchen. Wenn ihr hingegen von einer Unterkunft erkennt: ‚Wenn ich diese Unterkunft aufsuche, verkümmern untaugliche Eigenschaften und taugliche Eigenschaften wachsen an‘, dann sollt ihr diese Unterkunft aufsuchen. ‚Ich sage, es gibt zwei Arten von Unterkunft: die, die aufgesucht werden soll, und die, die nicht aufgesucht werden soll.‘ Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

‚Ich sage, es gibt zwei Arten von Dorf oder Marktflecken: die, die aufgesucht werden sollen, und die, die nicht aufgesucht werden sollen.‘ Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt? Nun, wenn ihr von einem Dorf oder Marktflecken erkennt: ‚Wenn ich dieses Dorf oder diesen Marktflecken aufsuche, wachsen untaugliche Eigenschaften an und taugliche Eigenschaften verkümmern‘, dann sollt ihr dieses Dorf oder diesen Marktflecken nicht aufsuchen. Wenn ihr hingegen von einem Dorf oder Marktflecken erkennt: ‚Wenn ich dieses Dorf oder diesen Marktflecken aufsuche, verkümmern untaugliche Eigenschaften und taugliche Eigenschaften wachsen an‘, dann sollt ihr dieses Dorf oder diesen Marktflecken aufsuchen. ‚Ich sage, es gibt zwei Arten von Dorf oder Marktflecken: die, die aufgesucht werden sollen, und die, die nicht aufgesucht werden sollen.‘ Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

‚Ich sage, es gibt zwei Arten von Ländern: das, das aufgesucht werden soll, und das, das nicht aufgesucht werden soll.‘ Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt? Nun, wenn ihr von einem Land erkennt: ‚Wenn ich dieses Land aufsuche, wachsen untaugliche Eigenschaften an und taugliche Eigenschaften verkümmern‘, dann sollt ihr dieses Land nicht aufsuchen. Wenn ihr hingegen von einem Land erkennt: ‚Wenn ich dieses Land aufsuche, verkümmern untaugliche Eigenschaften und taugliche Eigenschaften wachsen an‘, dann sollt ihr dieses Land aufsuchen. ‚Ich sage, es gibt zwei Arten von Ländern: das, das aufgesucht werden soll, und das, das nicht aufgesucht werden soll.‘ Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

‚Ich sage, es gibt zwei Arten von Personen: die, die aufgesucht werden soll, und die, die nicht aufgesucht werden soll.‘ Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt? Nun, wenn ihr von einer Person erkennt: ‚Wenn ich diese Person aufsuche, wachsen untaugliche Eigenschaften an und taugliche Eigenschaften verkümmern‘, dann sollt ihr diese Person nicht aufsuchen. Wenn ihr hingegen von einer Person erkennt: ‚Wenn ich diese Person aufsuche, verkümmern untaugliche Eigenschaften und taugliche Eigenschaften wachsen an‘, dann sollt ihr diese Person aufsuchen. ‚Ich sage, es gibt zwei Arten von Personen: die, die aufgesucht werden soll, und die, die nicht aufgesucht werden soll.‘ Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).