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AN3.117

12. Das Kapitel über das Bestimmtsein für einen verlorenen Ort

12. Āpāyikavagga

Fehltritte und Vervollkommnung

„Mönche und Nonnen, es gibt drei Fehltritte. Welche drei? Einen Fehltritt in der Tugend, im Geist und in der Ansicht. Und was ist ein Fehltritt in der Tugend? Da tötet jemand lebende Geschöpfe, stiehlt, begeht sexuelle Verfehlungen und gebraucht falsche, entzweiende, harte oder unsinnige Rede. Das nennt man einen Fehltritt in der Tugend.

Und was ist ein Fehltritt im Geist? Da ist jemand begehrlich und böswillig. Das nennt man einen Fehltritt im Geist.

Und was ist ein Fehltritt in der Ansicht? Da hat jemand eine falsche Ansicht und einen verzerrten Blickwinkel, wie etwa: ‚Geben, Opfer oder Spenden haben keinen Sinn. Es gibt keine Frucht und kein Ergebnis von guten und schlechten Taten. Es gibt kein Leben nach dem Tod. So etwas wie Mutter und Vater oder Wesen, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden, gibt es nicht. Und es gibt keinen Asketen oder Brahmanen, der sich richtig benimmt, richtig übt, und der das Leben nach dem Tod erklärt, nachdem er es durch eigene Einsicht erkannt hat.‘ Das nennt man einen Fehltritt in der Ansicht. Manche Lebewesen werden, wenn der Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, wegen eines Fehltritts in der Tugend, im Geist oder in der Ansicht an einem verlorenen Ort wiedergeboren, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle.

Das sind die drei Fehltritte.

Es gibt drei Arten der Vervollkommnung. Welche drei? Die Vervollkommnung der Tugend, des Geistes und der Ansicht.

Und was ist die Vervollkommnung der Tugend? Da tötet jemand keine lebenden Geschöpfe, stiehlt nicht, begeht keine sexuellen Verfehlungen und gebraucht keine falsche, entzweiende, harte oder unsinnige Rede. Das nennt man die Vervollkommnung der Tugend.

Und was ist die Vervollkommnung des Geistes? Da ist jemand zufrieden und gütig. Das nennt man die Vervollkommnung des Geistes.

Und was ist die Vervollkommnung der Ansicht? Da hat jemand rechte Ansicht und einen unverfälschten Blickwinkel, wie etwa: ‚Geben, Opfer und Spenden sind sinnvoll. Es gibt eine Frucht und ein Ergebnis von guten und schlechten Taten. Es gibt ein Leben nach dem Tod. Es gibt so etwas wie Mutter und Vater oder Wesen, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden. Und es gibt Asketen und Brahmanen, die sich richtig benehmen, richtig üben, die das Leben nach dem Tod erklären, nachdem sie es durch eigene Einsicht erkannt haben.‘ Das nennt man die Vervollkommnung der Ansicht. Manche Lebewesen werden, wenn der Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, wegen der Vervollkommnung der Tugend, des Geistes oder der Ansicht an einem guten Ort wiedergeboren, in einer himmlischen Welt.

Das sind die drei Arten der Vervollkommnung.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).