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AN3.36

4. Das Kapitel über Götterboten

4. Devadūtavagga

Götterboten

„Es gibt, Mönche und Nonnen, drei Götterboten. Welche drei?

Zuerst tut ein Mensch Schlechtes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Wenn sein Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, wird er an einem verlorenen Ort wiedergeboren, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle. Die Höllenwärter packen ihn bei den Armen, führen ihn dem König Yama vor und sagen: ‚Majestät, dieser Mensch hat Mutter und Vater, Asketen und Brahmanen nicht die gebührende Achtung erwiesen und hat die Ältesten in der Familie nicht geehrt. Seine Majestät mag ihn bestrafen!‘

Dann dringt der König Yama über den ersten Götterboten auf ihn ein, geht ihm nach und nimmt ihn ins Kreuzverhör: ‚He, Mann, hast du nicht den ersten Götterboten gesehen, der unter den Menschen erschienen ist?‘

Er sagt: ‚Ich habe ihn nicht gesehen, Herr.‘

König Yama sagt zu ihm: ‚He, Mann, hast du nicht unter den Menschen eine alte Frau oder einen alten Mann gesehen – achtzig, neunzig oder hundert Jahre alt –, gebeugt, krumm, auf einen Stock gestützt, beim Gehen zitternd, siech, die guten Jahre hinter sich, die Zähne bröckelig, die Haare grau und schütter oder kahl, die Haut runzelig und die Glieder fleckig?‘

Er sagt: ‚Das habe ich gesehen, Herr.‘

König Yama sagt zu ihm: ‚He, Mann, als vernünftiger erwachsener Mensch, ist dir da nicht in den Sinn gekommen: „Auch ich muss alt werden, das Alter bleibt mir nicht erspart. Ich tue besser Gutes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist“?‘

Er sagt: ‚Ich konnte nicht, Herr. Ich war nachlässig.‘

König Yama sagt zu ihm: ‚He, Mann, weil du nachlässig warst, hast du mit dem Körper, der Sprache und dem Geist nichts Gutes getan. Nun werden sie dich gewiss entsprechend deiner Nachlässigkeit bestrafen. Diese schlechte Tat wurde nicht von deiner Mutter, deinem Vater, deinem Bruder oder deiner Schwester begangen. Sie wurde nicht von deinen Freunden oder Kollegen, deinen Verwandten oder Sippenangehörigen, von den Gottheiten oder von Asketen und Brahmanen begangen. Diese schlechte Tat wurde ganz allein von dir begangen, und du allein wirst ihr Ergebnis erfahren.‘

Dann dringt der König Yama über den zweiten Götterboten auf ihn ein, geht ihm nach und nimmt ihn ins Kreuzverhör: ‚He, Mann, hast du nicht den zweiten Götterboten gesehen, der unter den Menschen erschienen ist?‘

Er sagt: ‚Ich habe ihn nicht gesehen, Herr.‘ König Yama sagt zu ihm: ‚He, Mann, hast du nicht unter den Menschen eine Frau oder einen Mann gesehen, mitgenommen, leidend, schwer krank, in den eigenen Ausscheidungen liegend und darauf angewiesen, von den einen hochgehoben und von den anderen niedergelegt zu werden?‘

Er sagt: ‚Das habe ich gesehen, Herr.‘

König Yama sagt zu ihm: ‚He, Mann, als vernünftiger erwachsener Mensch, ist dir da nicht in den Sinn gekommen: „Auch ich muss krank werden, Krankheit bleibt mir nicht erspart. Ich tue besser Gutes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist“?‘

Er sagt: ‚Ich konnte nicht, Herr. Ich war nachlässig.‘

König Yama sagt zu ihm: ‚He, Mann, weil du nachlässig warst, hast du mit dem Körper, der Sprache und dem Geist nichts Gutes getan. Nun werden sie dich gewiss entsprechend deiner Nachlässigkeit bestrafen. Diese schlechte Tat wurde nicht von deiner Mutter, deinem Vater, deinem Bruder oder deiner Schwester begangen. Sie wurde nicht von deinen Freunden oder Kollegen, deinen Verwandten oder Sippenangehörigen, von den Gottheiten oder von Asketen und Brahmanen begangen. Diese schlechte Tat wurde ganz allein von dir begangen, und du allein wirst ihr Ergebnis erfahren.‘

Dann dringt der König Yama über den dritten Götterboten auf ihn ein, geht ihm nach und nimmt ihn ins Kreuzverhör: ‚He, Mann, hast du nicht den dritten Götterboten gesehen, der unter den Menschen erschienen ist?‘

Er sagt: ‚Ich habe ihn nicht gesehen, Herr.‘

König Yama sagt zu ihm: ‚He, Mann, hast du nicht unter den Menschen eine Frau oder einen Mann gesehen, einen, zwei oder drei Tage tot, aufgedunsen, blau verfärbt und verwesend?‘

Er sagt: ‚Das habe ich gesehen, Herr.‘

König Yama sagt zu ihm: ‚He, Mann, als vernünftiger erwachsener Mensch, ist dir da nicht in den Sinn gekommen: „Auch ich muss sterben, der Tod bleibt mir nicht erspart. Ich tue besser Gutes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist“?‘

Er sagt: ‚Ich konnte nicht, Herr. Ich war nachlässig.‘

König Yama sagt zu ihm: ‚He, Mann, weil du nachlässig warst, hast du mit dem Körper, der Sprache und dem Geist nichts Gutes getan. Nun werden sie dich gewiss entsprechend deiner Nachlässigkeit bestrafen. Diese schlechte Tat wurde nicht von deiner Mutter, deinem Vater, deinem Bruder oder deiner Schwester begangen. Sie wurde nicht von deinen Freunden oder Kollegen, deinen Verwandten oder Sippenangehörigen, von den Gottheiten oder von Asketen und Brahmanen begangen. Diese schlechte Tat wurde ganz allein von dir begangen, und du allein wirst ihr Ergebnis erfahren.‘

Nachdem König Yama ihn über den dritten Götterboten ins Kreuzverhör genommen hat, schweigt er. Die Höllenwärter strafen ihn mit der fünffachen Nagelung. Sie stoßen rot glühende Pflöcke durch beide Hände, beide Füße und mitten durch die Brust. Und da erleidet der Mensch schmerzhafte, scharfe, heftige, brennende Gefühle – aber er stirbt nicht, solange diese schlechte Tat nicht erschöpft ist.

Die Höllenwärter werfen ihn nieder und zerhacken ihn mit Äxten. …

Sie hängen ihn kopfüber auf und zerhacken ihn mit Beilen. …

Sie spannen ihn an einen Wagen und treiben ihn vor und zurück über brennende, lodernde, flammende Kohlen. …

Sie zwingen ihn, einen riesigen Berg von brennenden, lodernden, flammenden Kohlen hinauf- und hinunterzuklettern. …

Die Höllenwärter werfen ihn kopfüber in einen rot glühenden Kupferkessel, der brennt, lodert und flammt. Dort kocht er im siedenden Schaum und wird auf und nieder und rundherum geschwemmt. Und da erleidet der Mensch schmerzhafte, scharfe, heftige, brennende Gefühle – aber er stirbt nicht, solange diese schlechte Tat nicht erschöpft ist. Die Höllenwärter stoßen ihn in die Große Hölle.

Nun, über diese große Hölle:

‚Vier Ecken hat sie und vier Tore, ist sauber abschnittsweise aufgeteilt. Von eisernen Wänden ist sie umgeben, aus Eisen ist das Dach.

Auch der Boden ist aus Eisen und brennt mit grimmigem Feuer. Die Hitze strahlt für immer hundert Meilen im Umkreis.‘

Es war einmal eine Zeit, da dachte König Yama: ‚Diejenigen in der Welt, die so Schlechtes tun, erfahren all diese verschiedenen Strafen. Ach, dass ich doch als Mensch wiedergeboren würde! Und dass ein Klargewordener, ein Vollendeter, ein vollkommen erwachter Buddha in der Welt erschiene! Und dass ich dem Buddha meine Aufwartung machen könnte! Dass dann der Buddha mich den Dhamma lehrte, und dass ich seine Lehre verstünde.‘

Nun, ich sage das nicht, weil ich es von einem anderen Asketen oder Brahmanen gehört habe. Ich sage es lediglich, weil ich es selbst erkannt und gesehen habe, mir selbst darüber klar geworden bin.

Wenn sie von den Götterboten gewarnt werden, grämen sich diese nachlässigen Kinder Manus lange Zeit, wenn sie zu diesem erbärmlichen Ort gehen.

Doch wenn die guten und wahren Menschen von den Götterboten gewarnt werden, vernachlässigen sie nie die Lehre des Edlen.

Sie erkennen die Gefahr im Ergreifen, auf das Geburt und Tod zurückgehen. Die Ungebundenen sind befreit mit der Auflösung von Geburt und Tod.

Glücklich sind sie, zu sicherem Ort gelangt, in diesem Leben verloschen. Über alle Bedrohungen und Gefahren sind sie hinausgelangt und über alles Leiden erhaben.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).