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12. Das Kapitel mit Kesi

12. Kesivagga

Ein königlicher Elefant

„Mönche und Nonnen, ein königlicher Elefantenbulle mit vier Faktoren ist eines Königs würdig, kann einem König dienen und gilt als Zeichen der Königswürde. Mit welchen vier? Ein königlicher Elefantenbulle hört zu, vernichtet, erträgt und läuft schnell.

Und wie hört ein königlicher Elefantenbulle zu? Da gibt ein königlicher Elefantenbulle acht, gebraucht den Geist, ist mit ganzem Herzen dabei und spitzt die Ohren, ganz gleich, welche Aufgabe der Elefantenzureiter von ihm verlangt und ob er sie schon einmal bewältigt hat oder nicht. So hört ein königlicher Elefantenbulle zu.

Und wie vernichtet ein königlicher Elefantenbulle? Da vernichtet ein königlicher Elefantenbulle in der Schlacht Elefanten samt ihren Reitern, Pferde samt ihren Reitern, Streitwagen samt den Wagenlenkern sowie Fußsoldaten. So vernichtet ein königlicher Elefantenbulle.

Und wie erträgt ein königlicher Elefantenbulle? Da erträgt ein königlicher Elefantenbulle in der Schlacht, wenn er von Speeren, Schwertern, Pfeilen und Äxten getroffen wird. Er erträgt den Donner der Trommeln, Pauken, Schneckenhörner und Becken. So erträgt ein königlicher Elefantenbulle.

Und wie läuft ein königlicher Elefantenbulle schnell? Da geht ein königlicher Elefantenbulle rasch vorwärts, ganz gleich, in welche Richtung der Elefantenzureiter ihn schickt und ob er schon einmal dort war oder nicht. So läuft ein königlicher Elefantenbulle schnell. Ein königlicher Elefantenbulle mit diesen vier Faktoren ist eines Königs würdig, kann einem König dienen und gilt als Zeichen der Königswürde.

Ebenso ist ein Mönch mit vier Eigenschaften einer den Göttern gewidmeten Gabe würdig, der Gastfreundschaft würdig, einer religiösen Gabe würdig, des Grußes mit zusammengelegten Händen würdig, das unübertreffliche Feld für Verdienst für die Welt. Mit welchen vier? Ein Mönch hört zu, vernichtet, erträgt und läuft schnell.

Und wie hört ein Mönch zu? Da gibt ein Mönch acht, gebraucht den Geist, ist mit ganzem Herzen dabei und spitzt die Ohren, wenn die Lehre und Schulung, die von einem Klargewordenen verkündet wurde, gelehrt wird. So hört ein Mönch zu.

Und wie vernichtet ein Mönch? Da duldet ein Mönch einen sinnlichen, böswilligen oder grausamen Gedanken, der aufgekommen ist, nicht. Er duldet keine schlechten, untauglichen Eigenschaften, die aufgekommen sind. Er gibt sie auf, macht sich von ihnen los, beseitigt sie und merzt sie aus. So vernichtet ein Mönch.

Und wie erträgt ein Mönch? Da erträgt ein Mönch Kälte, Hitze, Hunger und Durst, er erträgt die Berührung von Fliegen, Stechmücken, Wind, Sonne und Kriechtieren, er erträgt rauen und unlieben Tadel und er nimmt körperliche Schmerzen hin – scharfe, heftige, brennende, lästige, unangenehme, lebensbedrohende. So erträgt ein Mönch.

Und wie läuft ein Mönch schnell? Da geht ein Mönch in die Richtung, in die er in dieser ganzen langen Zeit nie zuvor gegangen ist, rasch vorwärts: nämlich zum Beruhigen aller Vorgänge, zum Loslassen aller Bindungen, zum Auflösen des Verlangens, zum Schwinden, Aufhören, Erlöschen. So läuft ein Mönch schnell. Ein Mönch mit diesen vier Eigenschaften ist … das unübertreffliche Feld für Verdienst für die Welt.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).