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19. Das Kapitel über Brahmanen

19. Brāhmaṇavagga

Mit Vassakāra

Einmal hielt sich der Buddha bei Rājagaha auf, im Bambuswäldchen, am Futterplatz der Eichhörnchen.

Da ging der Brahmane Vassakāra, ein Oberminister von Magadha, zum Buddha und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus. Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte er sich zur Seite hin und sagte zum Buddha:

„Werter Gotama, könnte ein unwahrer Mensch über einen unwahren Menschen wissen: ‚Dieser werte Mensch ist ein unwahrer Mensch‘?“

„Das ist unmöglich, Brahmane, es kann nicht sein.“

„Könnte ein unwahrer Mensch über einen wahren Menschen wissen: ‚Dieser werte Mensch ist ein wahrer Mensch‘?“

„Auch das ist unmöglich, es kann nicht sein.“

„Werter Gotama, könnte ein wahrer Mensch über einen wahren Menschen wissen: ‚Dieser werte Mensch ist ein wahrer Mensch‘?“

„Das ist möglich, Brahmane.“

„Könnte ein wahrer Mensch über einen unwahren Menschen wissen: ‚Dieser werte Mensch ist ein unwahrer Mensch‘?“

„Auch das ist möglich.“

„Es ist unglaublich, werter Gotama, es ist erstaunlich, wie treffend der werte Gotama das gesagt hat: ‚Es ist unmöglich, es kann nicht sein, dass ein unwahrer Mensch wissen kann … Aber es ist möglich, dass ein wahrer Mensch wissen kann …‘

Einmal beklagten sich Mitglieder der Versammlung des Brahmanen Todeyya fortwährend über andere: ‚Dieser König Eḷeyya ist ein Tor, dass er dem Asketen Rāmaputta so ergeben ist. Er zeigt ihm sogar äußerste Ergebenheit, indem er sich vor ihm verbeugt, für ihn aufsteht, ihn mit zusammengelegten Händen grüßt und ihm gegenüber respektvolle Umgangsformen zeigt. Und diese Männer des Königs sind ebenfalls Toren – Yamaka, Moggalla, Ugga, Nāvindakī, Gandhabba und Aggivessa – denn auch sie zeigen Rāmaputta gegenüber die gleiche Ergebenheit.‘ Da redete der Brahmane Todeyya vernünftig mit ihnen: ‚Was denken die werten Herren? Wenn es darum geht, etwas zu tun oder etwas zu sagen, ist König Eḷeyya da nicht klug, sogar besser als die Fachleute?‘ ‚Das ist wahr, werter Herr.‘

‚Und es ist, weil der Asket Rāmaputta noch klüger und fachkundiger ist als der König Eḷeyya, dass der König ihm so ergeben ist. Deshalb zeigt er ihm sogar äußerste Ergebenheit, indem er sich vor ihm verbeugt, für ihn aufsteht, ihn mit zusammengelegten Händen grüßt und ihm gegenüber respektvolle Umgangsformen zeigt.

Was denken die werten Herren? Wenn es darum geht, etwas zu tun oder etwas zu sagen, sind da die Männer des Königs – Yamaka, Moggalla, Ugga, Nāvindakī, Gandhabba und Aggivessa – nicht klug, sogar besser als die Fachleute?‘ ‚Das ist wahr, werter Herr.‘

‚Und es ist, weil der Asket Rāmaputta noch klüger und fachkundiger ist als die Männer des Königs, dass sie ihm gegenüber solche Ergebenheit zeigen. … Es ist, weil der Asket Rāmaputta noch klüger und fachkundiger ist als der König Eḷeyya, dass der König ihm so ergeben ist. Deshalb zeigt er ihm sogar äußerste Ergebenheit, indem er sich vor ihm verbeugt, für ihn aufsteht, ihn mit zusammengelegten Händen grüßt und ihm gegenüber respektvolle Umgangsformen zeigt.‘

Es ist unglaublich, werter Gotama, es ist erstaunlich, wie treffend der werte Gotama das gesagt hat: ‚Es ist unmöglich, es kann nicht sein, dass ein unwahrer Mensch wissen kann … Aber es ist möglich, dass ein wahrer Mensch wissen kann …‘ Nun, jetzt muss ich gehen, werter Gotama. Ich habe viele Pflichten und Verantwortlichkeiten.“

„Bitte, Brahmane, geh nach deinem Belieben.“

Der Brahmane Vassakāra begrüßte die Worte des Buddha und stimmte ihm zu, dann erhob er sich von seinem Sitz und ging.

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).