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AN4.199

20. Das große Kapitel

20. Mahāvagga

Verlangen, die Spinnerin

Der Buddha sagte:

„Mönche und Nonnen, ich werde euch über das Verlangen unterweisen – die Spinnerin, die Umherwandernde, Sich-Schlingende, Klammernde. Diese Welt wird von ihr erstickt und umschlungen. Sie verwickelt die Welt wie Garn, verknotet sie wie ein Wollknäuel und verflicht sie wie Binsen und Schilf, sodass sie den verlorenen Orten nicht entkommt, den schlechten Orten, der Unterwelt, dem Umherwandern. Hört zu und gebraucht den Geist gut, ich werde sprechen.“

„Ja, Herr“, antworteten sie. Der Buddha sagte:

„Und was ist dieses Verlangen – diese Spinnerin …? Es gibt achtzehn Ströme des Verlangens, die von innen kommen, und achtzehn, die von außen kommen.

Was sind die achtzehn Ströme des Verlangens, die von innen kommen? Wenn es das Konzept ‚ich bin‘ gibt, gibt es auch die Konzepte ‚das bin ich, ‚so bin ich‘, ‚anders bin ich‘, ‚flüchtig bin ich‘, ‚dauerhaft bin ich‘, ‚meins‘, ‚das ist meins‘, ‚so ist meins‘, ‚anders ist meins‘, ‚auch meins‘, ‚das ist auch meins‘, ‚so ist auch meins‘, ‚anders ist auch meins‘, ‚ich werde sein‘, ‚das werde ich sein‘, ‚so werde ich sein‘, ‚anders werde ich sein‘. Das sind die achtzehn Ströme des Verlangens, die von innen kommen.

Was sind die achtzehn Ströme des Verlangens, die von außen kommen? Wenn es das Konzept ‚Deshalb bin ich‘ gibt, gibt es auch die Konzepte ‚Deshalb bin ich so‘, ‚Deshalb bin ich derartig‘, ‚Deshalb bin ich anders‘, ‚Deshalb bin ich flüchtig‘, ‚Deshalb bin ich dauerhaft‘, ‚Deshalb mein‘, Deshalb ist mein so‘, ‚Deshalb ist mein derartig‘, ‚Deshalb ist mein anders‘, ‚Deshalb auch mein‘, ‚Deshalb ist mein auch so‘, ‚Deshalb ist mein auch derartig‘, ‚Deshalb ist mein auch anders‘, ‚Deshalb werde ich sein‘, ‚Deshalb werde ich so sein‘, ‚Deshalb werde ich derartig sein‘, ‚Deshalb werde ich anders sein‘. Das sind die achtzehn Ströme des Verlangens, die von außen kommen.

So gibt es achtzehn Ströme des Verlangens, die von innen kommen, und achtzehn, die von außen kommen. Das nennt man die sechsunddreißig Ströme des Verlangens. Jeder von ihnen gilt für die Vergangenheit, die Zukunft und die Gegenwart, sodass es hundertacht Ströme des Verlangens sind.

Das ist dieses Verlangen – die Spinnerin, die Umherwandernde, Sich-Schlingende, Klammernde. Diese Welt wird von ihr erstickt und umschlungen. Sie verwickelt die Welt wie Garn, verknotet sie wie ein Wollknäuel und verflicht sie wie Binsen und Schilf, sodass sie den verlorenen Orten nicht entkommt, den schlechten Orten, der Unterwelt, dem Umherwandern.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).