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AN5.166

17. Das Kapitel über Groll

17. Āghātavagga

Aufhören

Da wandte sich der Ehrwürdige Sāriputta an die Mönche und Nonnen:

„Geehrte, da hat ein Mönch Tugend, Versenkung und Weisheit vervollkommnet. Er könnte in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl ein- und wieder heraustreten. Das ist möglich. Wenn er nicht in eben diesem Leben Erleuchtung erlangt, so wird er die Götter, die feste Nahrung verzehren, übertreffen und in einer Schar geistgeschaffener Gottheiten wiedergeboren werden. Dort könnte er in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl ein- und wieder heraustreten. Das ist möglich.“

Darauf sagte der Ehrwürdige Udāyī zu ihm: „Das ist nicht möglich, geehrter Sāriputta, es kann nicht sein!“

Doch Sāriputta wiederholte seine Aussage zum zweiten … und zum dritten Mal.

Und zum dritten Mal sagte Udāyī zu ihm: „Das ist nicht möglich, geehrter Sāriputta, es kann nicht sein!“

Da dachte der Ehrwürdige Sāriputta: „Der Ehrwürdige Udāyī widerspricht mir dreimal, und keiner der anderen Mönche stimmt mir zu. Warum gehe ich nicht zum Buddha?“

Da ging der Ehrwürdige Sāriputta zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu den Mönchen und Nonnen:

„Geehrte, da hat ein Mönch Tugend, Versenkung und Weisheit vervollkommnet. Er könnte in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl ein- und wieder heraustreten. Das ist möglich. Wenn er nicht in eben diesem Leben Erleuchtung erlangt, so wird er die Götter, die feste Nahrung verzehren, übertreffen und in einer Schar geistgeschaffener Gottheiten wiedergeboren werden. Dort könnte er in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl ein- und wieder heraustreten. Das ist möglich.“

Darauf sagte der Ehrwürdige Udāyī zu ihm: „Das ist nicht möglich, geehrter Sāriputta, es kann nicht sein!“

Doch Sāriputta wiederholte seine Aussage zum zweiten … und zum dritten Mal.

Und zum dritten Mal sagte Udāyī zu ihm: „Das ist nicht möglich, geehrter Sāriputta, es kann nicht sein!“

Da dachte der Ehrwürdige Sāriputta: „Selbst unter den Augen des Buddha widerspricht mir der Ehrwürdige Udāyī dreimal, und keiner der anderen Mönche stimmt mir zu. Ich schweige besser.“ Und Sāriputta schwieg.

Da sagte der Buddha zum Ehrwürdigen Udāyī: „Aber Udāyī, glaubst du an einen geistgeschaffenen Körper?“

„Für diese formlosen Götter, Herr, die aus Wahrnehmung geschaffen sind.“

„Udāyī, was hat ein unfähiger Tor wie du zu sagen? Wie in aller Welt kannst du denken, du hättest etwas Nützliches zu sagen!“

Da sagte der Buddha zum Ehrwürdigen Ānanda: „Ānanda! Wie kannst du einfach zuschauen, wenn ein altehrwürdiger Mönch bedrängt wird? Hast du kein Mitgefühl mit einem altehrwürdigen Mönch, der bedrängt wird?“

Da wandte sich der Buddha an die Mönche und Nonnen:

„Mönche und Nonnen, da hat ein Mönch Tugend, Versenkung und Weisheit vervollkommnet. Er könnte in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl ein- und wieder heraustreten. Das ist möglich. Wenn er nicht in eben diesem Leben Erleuchtung erlangt, so wird er die Götter, die feste Nahrung verzehren, übertreffen und in einer Schar geistgeschaffener Gottheiten wiedergeboren werden. Dort könnte er in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl ein- und wieder heraustreten. Das ist möglich.“

Das sagte der Buddha. Nachdem er geendet hatte, erhob sich der Heilige von seinem Sitz und ging zu seiner Hütte.

Nicht lange, nachdem der Buddha gegangen war, ging der Ehrwürdige Ānanda zum Ehrwürdigen Upavāna und sagte zu ihm: „Geehrter Upavāna, da hat jemand andere altehrwürdige Mönche bedrängt, aber ich habe ihn nicht zur Rede gestellt. Es würde mich nicht wundern, wenn der Buddha später am Nachmittag, wenn er aus seiner Klausur kommt, dieses Thema zur Sprache bringen würde, und wenn er dazu sogar den Ehrwürdigen Upavāna selbst ansprechen würde. Und jetzt fühle ich mich unsicher.“

Der Buddha kam am späten Nachmittag aus seiner Klausur und ging zur Versammlungshalle. Er setzte sich auf den ausgebreiteten Sitz und sagte zu Upavāna: „Upavāna, wie viele Eigenschaften sollte ein altehrwürdiger Mönch haben, damit er seinen geistlichen Gefährten lieb und teuer ist, geachtet und bewundert wird?“

„Herr, ein altehrwürdiger Mönch, der fünf Eigenschaften besitzt, ist seinen geistlichen Gefährten lieb und teuer, wird geachtet und bewundert. Welche fünf?

Da ist ein Mönch tugendhaft, gezügelt in der Ordenssatzung, verhält sich angemessen und sucht an angemessenen Orten um Almosen nach. Er sieht die Gefahr im kleinsten Fehler und hält die Schulungsregeln ein, die er aufgenommen hat.

Er ist sehr gelehrt, erinnert und behält, was er gehört hat: diese Lehren, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut sind, bedeutsam und gut ausgedrückt; die ein geistliches Leben beschreiben, das ganz vollständig und rein ist. Er ist sehr gelehrt in diesen Lehren, erinnert sie, festigt sie, indem er sie aufsagt, prüft sie mit dem Geist und durchdringt sie gedanklich.

Er ist ein guter Redner und drückt sich gut aus. Seine Worte sind geschliffen, klar und deutlich und bringen die Bedeutung zum Ausdruck.

Er erlangt nach Wunsch, ohne Mühe und Not, die vier Vertiefungen – Zustände seliger Meditation in diesem Leben, die zum höheren Geist gehören.

Er erlangt mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, erkennt sie durch eigene Einsicht und lebt darin.

Ein altehrwürdiger Mönch, der diese fünf Eigenschaften besitzt, ist seinen geistlichen Gefährten lieb und teuer, wird geachtet und bewundert.“

„Gut, gut, Upavāna! Ein altehrwürdiger Mönch, der diese fünf Eigenschaften besitzt, ist seinen geistlichen Gefährten lieb und teuer, wird geachtet und bewundert. Wenn diese fünf Eigenschaften bei einem altehrwürdigen Mönch nicht zu finden sind, warum würden seine geistlichen Gefährten ihn dann ehren, achten, würdigen oder verehren? Wegen seiner bröckeligen Zähne, seiner grauen Haare und seiner runzeligen Haut? Aber da diese fünf Eigenschaften bei einem altehrwürdigen Mönch zu finden sind, ehren ihn seine geistlichen Gefährten, achten, würdigen und verehren ihn.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).