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AN5.74

8. Das Kapitel über einen Krieger

8. Yodhājīvavagga

In der Lehre leben (2)

Da ging ein Mönch zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm:

„Herr, man spricht von ‚jemandem, der in der Lehre lebt‘. Inwiefern lebt ein Mönch in der Lehre?“

„Mönch, da prägt sich ein Mönch die Lehren ein: die Aussagen, Mischungen aus Prosa und Dichtung, Gespräche, Strophen, innigen Ausrufe, Legenden, Geschichten aus früheren Leben, erstaunlichen Geschichten und Ausarbeitungen. Doch er versteht die tiefere Bedeutung nicht. Diesen Mönch nennt man einen, der viel studiert, nicht einen, der in der Lehre lebt.

Dann unterweist da ein Mönch andere ausführlich im Dhamma, wie er ihn gehört und sich eingeprägt hat. Doch er versteht die tiefere Bedeutung nicht. Diesen Mönch nennt man einen, der viel verficht, nicht einen, der in der Lehre lebt.

Dann sagt da ein Mönch die Lehre ausführlich auf, wie er sie gehört und sich eingeprägt hat. Doch er versteht die tiefere Bedeutung nicht. Diesen Mönch nennt man einen, der viel aufsagt, nicht einen, der in der Lehre lebt.

Dann denkt da ein Mönch im Herzen über die Lehre nach und erwägt sie, untersucht sie mit dem Geist, wie er sie gehört und sich eingeprägt hat. Doch er versteht die tiefere Bedeutung nicht. Diesen Mönch nennt man einen, der viel nachdenkt, nicht einen, der in der Lehre lebt.

Da prägt sich ein Mönch die Lehren ein: die Aussagen, Mischungen aus Prosa und Dichtung, Gespräche, Strophen, innigen Ausrufe, Legenden, Geschichten aus früheren Leben, erstaunlichen Geschichten und Ausarbeitungen. Und er versteht die tiefere Bedeutung. So ist ein Mönch jemand, der in der Lehre lebt.

So habe ich dir also den dargelegt, der viel studiert, den, der viel verficht, den, der viel aufsagt, den, der viel nachdenkt und den, der in der Lehre lebt. Aus Anteilnahme habe ich getan, was ein Lehrer, der seinen Schülern wohlgesonnen ist, tun sollte. Hier sind Plätze am Fuß von Bäumen, und hier sind leere Hütten. Übe die Vertiefungen, Mönch! Sei nicht nachlässig! Nicht, dass du es später bereust! Das ist meine Anleitung für dich.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).