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AN6.44

5. Das Kapitel mit Dhammika

5. Dhammikavagga

Mit Migasālā

Da kleidete sich der Ehrwürdige Ānanda am Morgen an, nahm Schale und Robe, ging zur Wohnung der Laienfrau Migasālā und setzte sich dort auf den ausgebreiteten Sitz.

Und die Laienfrau Migasālā ging zu Ānanda, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm: „Ehrenwerter Ānanda, wie in aller Welt sollen wir die Lehre verstehen, die der Buddha gelehrt hat, wenn die Keuschen und die Unkeuschen beide im nächsten Leben an genau dem gleichen Ort wiedergeboren werden?

Mein Vater Purāṇa war keusch, er lebte abgesondert und vermied den vulgären Akt des Geschlechtsverkehrs. Als er starb, erklärte der Buddha, er sei ein Einmalwiederkehrer und daher in der Schar der freudvollen Götter wiedergeboren.

Aber mein Onkel Isidatta war nicht keusch; er lebte zufrieden mit seiner Frau. Als er starb, erklärte der Buddha ebenfalls, er sei ein Einmalwiederkehrer und daher in der Schar der freudvollen Götter wiedergeboren.

Wie in aller Welt sollen wir die Lehre verstehen, die der Buddha gelehrt hat, wenn die Keuschen und die Unkeuschen beide im nächsten Leben an genau dem gleichen Ort wiedergeboren werden?“

„Du hast recht, Schwester, aber so hat der Buddha es erklärt.“

Und nachdem Ānanda in Migasālās Haus Almosen erhalten hatte, erhob er sich von seinem Sitz und ging. Nach dem Essen, als er vom Almosengang zurückkam, ging Ānanda dann zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und berichtete die Begebenheit.

„Ānanda, wer ist die Laienfrau Migasālā, ein törichtes, unfähiges Tantchen mit einem Tantchen-Verstand? Und wer ist der, der weiß, wie man Individuen beurteilt? Sechs Personen findet man in der Welt. Welche sechs?

Da ist eine Person von sanftmütiger Art und angenehm im Umgang. Die geistlichen Gefährten leben gerne mit ihr zusammen. Sie hat nichts gehört oder gelernt oder gedanklich durchdrungen und nicht einmal zeitweilige Freiheit gefunden. Wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, bricht sie zu einem niederen Ort auf, nicht zu einem höheren. Sie geht zu einem niederen Ort, nicht zu einem höheren.

Dann ist da eine Person von sanftmütiger Art und angenehm im Umgang. Die geistlichen Gefährten leben gerne mit ihr zusammen. Sie hat Dinge gehört und gelernt und gedanklich durchdrungen und zumindest zeitweilige Freiheit gefunden. Wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, bricht sie zu einem höheren Ort auf, nicht zu einem niederen. Sie geht zu einem höheren Ort, nicht zu einem niederen.

Wertende Menschen vergleichen sie und sagen: ‚Dieser hat genau die gleichen Eigenschaften wie der andere, warum ist also einer schlechter und einer besser?‘ Das wird für sie zum langanhaltenden Schaden und Leiden sein.

In diesem Fall ist die Person, die von sanftmütiger Art und angenehm im Umgang ist, die Dinge gehört und gelernt und gedanklich durchdrungen und zumindest zeitweilige Freiheit gefunden hat, vortrefflicher und erlesener als die andere. Warum ist das so? Weil der Strom der Lehre sie fortträgt. Aber wer kennt den Unterschied außer einem Klargewordenen?

Daher, Ānanda, beurteile Personen nicht. Fälle kein Urteil über Personen. Wer über Personen ein Urteil fällt, schadet sich selbst. Ich oder jemand wie ich kann über Personen ein Urteil fällen.

Dann ist da eine Person, die zornig und eingebildet ist und von Zeit zu Zeit Gedanken voller Gier hat. Sie hat nichts gehört oder gelernt oder gedanklich durchdrungen und nicht einmal zeitweilige Freiheit gefunden. Wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, bricht sie zu einem niederen Ort auf, nicht zu einem höheren. Sie geht zu einem niederen Ort, nicht zu einem höheren.

Dann ist da eine Person, die zornig und eingebildet ist und von Zeit zu Zeit Gedanken voller Gier hat. … Weil der Strom der Lehre sie fortträgt. … Wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, bricht sie zu einem höheren Ort auf, nicht zu einem niederen. Sie geht zu einem höheren Ort, nicht zu einem niederen.

Wertende Menschen vergleichen sie …

Ich oder jemand wie ich kann über Personen ein Urteil fällen.

Dann ist da eine Person, die zornig und eingebildet ist und von Zeit zu Zeit den Drang hat, unpassende Dinge zu sagen. Sie hat nichts gehört oder gelernt oder gedanklich durchdrungen und nicht einmal zeitweilige Freiheit gefunden. Wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, bricht sie zu einem niederen Ort auf, nicht zu einem höheren. Sie geht zu einem niederen Ort, nicht zu einem höheren.

Dann ist da eine Person, die zornig und eingebildet ist und von Zeit zu Zeit den Drang hat, unpassende Dinge zu sagen. Sie hat Dinge gehört und gelernt und gedanklich durchdrungen und zumindest zeitweilige Freiheit gefunden. Wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, bricht sie zu einem höheren Ort auf, nicht zu einem niederen. Sie geht zu einem höheren Ort, nicht zu einem niederen.

Wertende Menschen vergleichen sie und sagen: ‚Dieser hat genau die gleichen Eigenschaften wie der andere, warum ist also einer schlechter und einer besser?‘ Das wird für sie zum langanhaltenden Schaden und Leiden sein.

In diesem Fall ist die Person, die zornig und eingebildet ist, die Dinge gehört und gelernt und gedanklich durchdrungen und zumindest zeitweilige Freiheit gefunden hat, vortrefflicher und erlesener als die andere. Warum ist das so? Weil der Strom der Lehre sie fortträgt. Aber wer kennt den Unterschied außer einem Klargewordenen?

Daher, Ānanda, beurteile Personen nicht. Fälle kein Urteil über Personen. Wer über Personen ein Urteil fällt, schadet sich selbst. Ich oder jemand wie ich kann über Personen ein Urteil fällen.

Wer ist die Laienfrau Migasālā, ein törichtes, unfähiges Tantchen mit einem Tantchen-Verstand? Und wer ist der, der weiß, wie man Individuen beurteilt? Das sind die sechs Personen, die man in der Welt findet.

Wenn Isidatta die Höhe von Purāṇas Tugend erreicht hätte, hätte Purāṇa nicht einmal Isidattas Bestimmungsort kennen können. Und wenn Purāṇa die Höhe von Isidattas Weisheit erreicht hätte, hätte Isidatta nicht einmal Purāṇas Bestimmungsort kennen können. So fehlte beiden Personen in einer Hinsicht etwas.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).