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AN8.9

1. Das Kapitel über Liebe

1. Mettāvagga

Nanda

„Mönche und Nonnen, Nanda kann man zu Recht einen ‚ehrbaren Menschen‘ nennen, man kann ihn zu Recht ‚kraftvoll‘, ‚würdevoll‘ und ‚voller Begierde‘ nennen. Wie könnte er das vollkommene und reine geistliche Leben führen, wenn er nicht die Tore der Sinne bewachen, beim Essen maßhalten, sich dem Wachsein weihen und Achtsamkeit und Situationsbewusstsein besitzen würde?

Da bewacht Nanda so die Tore der Sinne: Wenn er nach Osten schauen muss, so sammelt er zuvor seine ganze Aufmerksamkeit: ‚Wenn ich nach Osten schaue, werden mich schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit nicht überwältigen.‘ So ist er sich der Lage bewusst.

Wenn er nach Westen schauen muss … Wenn er nach Norden schauen muss … Wenn er nach Süden schauen muss … Wenn er nach oben schauen muss … Wenn er nach unten schauen muss … Wenn er rundum in die Zwischenrichtungen schauen muss, so sammelt er zuvor seine ganze Aufmerksamkeit: ‚Wenn ich rundum in die Zwischenrichtungen schaue, werden mich schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit nicht überwältigen.‘ So ist er sich der Lage bewusst. So bewacht Nanda die Tore der Sinne.

Da hält Nanda so Maß beim Essen: Nanda denkt beim Essen über seine Nahrung wohlüberlegt nach: ‚Nicht zum Spaß, zum Schwelgen, als Schmuck oder Putz, sondern nur, um diesen Körper zu erhalten, um Schaden abzuwenden und das geistliche Leben zu fördern; so werde ich altes Unbehagen beenden und neues nicht entstehen lassen, und ich werde durchhalten und ohne Tadel und unbeschwert leben können.‘ So hält Nanda Maß beim Essen.

Da weiht sich Nanda so dem Wachsein: Nanda meditiert am Tag im Gehen und im Sitzen und läutert den Geist von Hemmnissen. In der ersten Nachtwache meditiert er im Gehen und im Sitzen und läutert den Geist von Hemmnissen. In der mittleren Nachtwache legt er sich in der Haltung des Löwen nieder – auf die rechte Seite, einen Fuß auf den anderen gelegt – achtsam und der Situation bewusst, den Geist auf die Zeit des Aufstehens gerichtet. In der letzten Nachtwache steht er auf und meditiert im Gehen und im Sitzen und läutert den Geist von Hemmnissen. So weiht sich Nanda dem Wachsein.

Da besitzt Nanda so Achtsamkeit und Situationsbewusstsein: Nanda ist sich seiner Gefühle bewusst, während sie aufkommen, während sie bestehen und während sie weggehen. Er ist sich seiner Wahrnehmungen bewusst, während sie aufkommen, während sie bestehen und während sie weggehen. Er ist sich seiner Gedanken bewusst, während sie aufkommen, während sie bestehen und während sie weggehen. So besitzt Nanda Achtsamkeit und Situationsbewusstsein.

Wie könnte Nanda das vollkommene und reine geistliche Leben führen, wenn er nicht die Tore der Sinne bewachen, beim Essen maßhalten, sich dem Wachsein weihen und Achtsamkeit und Situationsbewusstsein besitzen würde?“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).