AN9.20
2. Das Kapitel über das Löwengebrüll
2. Sīhanādavagga
Über Velāma
Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika. Da ging der Hausbesitzer Anāthapiṇḍika zum Buddha, verbeugte sich und setzte sich zur Seite hin. Der Buddha sagte zu ihm: „Hausbesitzer, gibt deine Familie eigentlich Spenden?“
„Das tut sie, Herr. Aber nur groben Getreideschleim mit falschem schwarzem Pfeffer.“
„Hausbesitzer, jemand mag eine grobe oder eine erlesene Spende geben; aber er gibt sie ohne Sorgfalt, gedankenlos, nicht mit eigener Hand, er gibt die Reste, er gibt, ohne die Folgen zu bedenken – ganz gleich, wo sich das Ergebnis dieser Gabe zeigt, wird sein Geist nicht dazu neigen, gutes Essen, Kleidung, Fahrzeuge oder die feineren der fünf Sinnesreize zu genießen. Und seine Kinder, Frauen, abhängigen Diener, Dienstboten und Arbeiter wollen ihm nicht zuhören. Sie spitzen nicht die Ohren und versuchen nicht, zu verstehen. Warum ist das so? Weil das das Ergebnis von Taten ist, die ohne Sorgfalt ausgeführt wurden.
Jemand mag eine grobe oder eine erlesene Spende geben; und er gibt sie sorgfältig, wohlbedacht, mit eigener Hand, er gibt keine Reste, er bedenkt beim Geben die Folgen – ganz gleich, wo sich das Ergebnis dieser Gabe zeigt, wird sein Geist dazu neigen, gutes Essen, Kleidung, Fahrzeuge oder die feineren der fünf Sinnesreize zu genießen. Und seine Kinder, Frauen, abhängigen Diener, Dienstboten und Arbeiter wollen ihm zuhören. Sie spitzen die Ohren und versuchen, zu verstehen. Warum ist das so? Weil das das Ergebnis von Taten ist, die sorgfältig ausgeführt wurden.
Es war einmal, Hausbesitzer, ein Brahmane mit Namen Velāma. Der gab diese Gabe, ein großes Opfer: 84.000 goldene Kelche, die mit Silber gefüllt waren; 84.000 silberne Kelche, die mit Gold gefüllt waren; 84.000 bronzene Kelche, die mit Goldmünzen gefüllt waren; 84.000 Elefanten mit goldenen Wimpeln und Fahnen, die von einem Netzwerk aus Schneegold bedeckt waren; 84.000 Wagen, die mit Löwen-, Tiger- und Leopardenfellen oder cremefarbenem Tuch gepolstert waren, mit goldenen Wimpeln und Fahnen, von einem Netzwerk aus Schneegold bedeckt; 84.000 Milchkühe mit seidenen Halftern und bronzenen Eimern; 84.000 Mädchen, mit Juwelen- Ohrringen geschmückt; 84.000 Liegen, die mit flauschigen, rein weißen oder mit Blumen bestickten wollenen Decken gepolstert und mit Decken aus feinem Hirschleder überzogen sind, mit Baldachinen und roten Kissen auf beiden Seiten; 8.400.000.000 zarte Kleider aus Leinen, Baumwolle, Seide oder Wolle; und wer kann sagen, wie viel Essen, Trinken, Imbisse, Mahlzeiten, Erfrischungen und Getränke? Es erschien wie ein überfließender Strom.
Hausbesitzer, du denkst vielleicht: ‚Der Brahmane Velāma wird damals sicher jemand anders gewesen sein?‘ Aber so sollst du es nicht sehen. Ich selbst war damals der Brahmane Velāma. Ich gab diese Gabe, das große Opfer. Aber bei dieser Gelegenheit gab es niemanden, der einer religiösen Gabe würdig gewesen wäre, niemanden, der eine religiöse Gabe hätte läutern können.
Fruchtbarer als dieses große Opfer Velāmas wäre es gewesen, einem, der die Ansicht vervollkommnet hat, zu essen zu geben.
Fruchtbarer als hunderten, die die Ansicht vervollkommnet haben, zu essen zu geben, wäre es gewesen, einem Einmalwiederkehrer zu essen zu geben.
Fruchtbarer als hundert Einmalwiederkehrern zu essen zu geben, wäre es gewesen, einem Nichtwiederkehrer zu essen zu geben.
Fruchtbarer als hundert Nichtwiederkehrern zu essen zu geben, wäre es gewesen, einem Vollendeten zu essen zu geben.
Fruchtbarer als hundert Vollendeten zu essen zu geben, wäre es gewesen, einem unabhängigen Buddha zu essen zu geben.
Fruchtbarer als hundert unabhängigen Buddhas zu essen zu geben, wäre es gewesen, einem Klargewordenen, Vollendeten, vollkommen erwachten Buddha zu essen zu geben.
Fruchtbarer als einem Klargewordenen, Vollendeten, vollkommen erwachten Buddha zu essen zu geben, wäre es gewesen, dem Saṅgha der Mönche und Nonnen mit dem Buddha an der Spitze zu essen zu geben.
Fruchtbarer als dem Saṅgha der Mönche und Nonnen mit dem Buddha an der Spitze zu essen zu geben, wäre es gewesen, eigens für den Saṅgha der vier Himmelsrichtungen eine Unterkunft zu bauen.
Fruchtbarer als eigens für den Saṅgha der vier Himmelsrichtungen eine Unterkunft zu bauen, wäre es gewesen, mit zuversichtlichem Herzen zum Buddha, zur Lehre und zum Saṅgha Zuflucht zu nehmen.
Fruchtbarer als mit zuversichtlichem Herzen zum Buddha, zur Lehre und zum Saṅgha Zuflucht zu nehmen, wäre es gewesen, mit zuversichtlichem Herzen die Schulungsregeln aufzunehmen: keine lebenden Geschöpfe zu töten, nicht zu stehlen, keine sexuellen Verfehlungen zu begehen, nicht zu lügen und keine Rauschmittel wie Bier, Wein und Branntwein zu trinken.
Fruchtbarer als mit zuversichtlichem Herzen die Schulungsregeln aufzunehmen, wäre es gewesen, ein liebevolles Herz zu entwickeln, und sei es nur so lange, wie es dauert, am Euter einer Kuh zu ziehen.
Fruchtbarer als alles Genannte wäre es gewesen, die Wahrnehmung der Unbeständigkeit zu entwickeln, und sei es nur für die Dauer eines Fingerschnippens.“
About Velāma
At one time the Buddha was staying near Sāvatthī in Jeta’s Grove, Anāthapiṇḍika’s monastery. Then the householder Anāthapiṇḍika went up to the Buddha, bowed, and sat down to one side. The Buddha said to him, “Householder, I wonder whether your family gives gifts?”
“It does, sir. But only coarse gruel with false black pepper.”
“Householder, someone might give a gift that’s either coarse or fine. But they give it carelessly, thoughtlessly, not with their own hand. They give the dregs, and they give without consideration for consequences. Then wherever the result of any such gift manifests, their mind doesn’t incline toward enjoyment of nice food, clothes, vehicles, or the five refined kinds of sensual stimulation. And their children, wives, bondservants, servants, and workers don’t want to listen to them. They don’t actively listen or try to understand. Why is that? Because that is the result of deeds done carelessly.
Someone might give a gift that’s either coarse or fine. And they give it carefully, thoughtfully, with their own hand. They don’t give the dregs, and they give with consideration for consequences. Then wherever the result of any such gift manifests, their mind inclines toward enjoyment of nice food, clothes, vehicles, or the five refined kinds of sensual stimulation. And their children, wives, bondservants, servants, and workers want to listen. They actively listen and try to understand. Why is that? Because that is the result of deeds done carefully.
Once upon a time, householder, there was a brahmin named Velāma. He gave the following gift, a great offering. 84,000 gold cups filled with silver. 84,000 silver cups filled with gold. 84,000 bronze cups filled with gold coins. 84,000 elephants with gold adornments and banners, covered with snow gold netting. 84,000 chariots upholstered with the hide of lions, tigers, and leopards, and cream rugs, with gold adornments and banners, covered with snow gold netting. 84,000 milk cows with muslin halter and bronze pails. 84,000 maidens bedecked with jeweled earrings. 84,000 couches spread with woolen covers—shag-piled, pure white, or embroidered with flowers—and spread with a fine deer hide, with canopies above and red pillows at both ends. 8,400,000,000 delicate cloths of linen, cotton, silk, and wool. And who can say how much food, drink, snacks, meals, refreshments, and beverages? It seemed like an overflowing river.
Householder, you might think: ‘Surely the brahmin Velāma must have been someone else at that time?’ But you should not see it like this. I myself was the brahmin Velāma at that time. I gave that gift, a great offering. But at that event there was no-one worthy of a religious donation, and no-one to purify the religious donation.
It would be more fruitful to feed one individual accomplished in view than that great offering of Velāma.
It would be more fruitful to feed one once-returner than a hundred of those accomplished in view.
It would be more fruitful to feed one non-returner than a hundred once-returners.
It would be more fruitful to feed one perfected one than a hundred non-returners.
It would be more fruitful to feed one Independent Buddha than a hundred perfected ones.
It would be more fruitful to feed one Realized One, a perfected one, a fully awakened Buddha than a hundred Independent Buddhas.
It would be more fruitful to feed the mendicant Saṅgha headed by the Buddha than to feed one Realized One, a perfected one, a fully awakened Buddha.
It would be more fruitful to build a dwelling especially for the Saṅgha of the four quarters than to feed the mendicant Saṅgha headed by the Buddha.
It would be more fruitful to go for refuge to the Buddha, the teaching, and the Saṅgha with a confident heart than to build a dwelling for the Saṅgha of the four quarters.
It would be more fruitful to undertake the training rules—not to kill living creatures, steal, commit sexual misconduct, lie, or consume beer, wine, and liquor intoxicants—than to go for refuge to the Buddha, the teaching, and the Saṅgha with a confident heart.
It would be more fruitful to develop a heart of love—even just as long as it takes to pull a cow’s udder—than to undertake the training rules.
It would be more fruitful to develop the perception of impermanence—even for as long as a finger-snap—than to do all of these things, including developing a heart of love for as long as it takes to pull a cow’s udder.”
Velāmasutta
Ekaṁ samayaṁ bhagavā sāvatthiyaṁ viharati jetavane anāthapiṇḍikassa ārāme. Atha kho anāthapiṇḍiko gahapati yena bhagavā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā bhagavantaṁ abhivādetvā ekamantaṁ nisīdi. Ekamantaṁ nisinnaṁ kho anāthapiṇḍikaṁ gahapatiṁ bhagavā etadavoca: “Api nu te, gahapati, kule dānaṁ dīyatī”ti?
“Dīyati me, bhante, kule dānaṁ; tañca kho lūkhaṁ kaṇājakaṁ biḷaṅgadutiyan”ti.
“Lūkhañcepi, gahapati, dānaṁ deti paṇītaṁ vā; tañca asakkaccaṁ deti, acittīkatvā deti, asahatthā deti, apaviddhaṁ deti, anāgamanadiṭṭhiko deti. Yattha yattha tassa tassa dānassa vipāko nibbattati, na uḷārāya bhattabhogāya cittaṁ namati, na uḷārāya vatthabhogāya cittaṁ namati, na uḷārāya yānabhogāya cittaṁ namati, na uḷāresu pañcasu kāmaguṇesu bhogāya cittaṁ namati. Yepissa te honti puttāti vā dārāti vā dāsāti vā pessāti vā kammakarāti vā, tepi na sussūsanti na sotaṁ odahanti na aññā cittaṁ upaṭṭhapenti. Taṁ kissa hetu? Evañhetaṁ, gahapati, hoti asakkaccaṁ katānaṁ kammānaṁ vipāko.
Lūkhañcepi, gahapati, dānaṁ deti paṇītaṁ vā; tañca sakkaccaṁ deti, cittīkatvā deti, sahatthā deti, anapaviddhaṁ deti, āgamanadiṭṭhiko deti. Yattha yattha tassa tassa dānassa vipāko nibbattati, uḷārāya bhattabhogāya cittaṁ namati, uḷārāya vatthabhogāya cittaṁ namati, uḷārāya yānabhogāya cittaṁ namati, uḷāresu pañcasu kāmaguṇesu bhogāya cittaṁ namati. Yepissa te honti puttāti vā dārāti vā dāsāti vā pessāti vā kammakarāti vā, tepi sussūsanti sotaṁ odahanti aññā cittaṁ upaṭṭhapenti. Taṁ kissa hetu? Evañhetaṁ, gahapati, hoti sakkaccaṁ katānaṁ kammānaṁ vipāko.
Bhūtapubbaṁ, gahapati, velāmo nāma brāhmaṇo ahosi. So evarūpaṁ dānaṁ adāsi mahādānaṁ. Caturāsīti suvaṇṇapātisahassāni adāsi rūpiyapūrāni, caturāsīti rūpiyapātisahassāni adāsi suvaṇṇapūrāni, caturāsīti kaṁsapātisahassāni adāsi hiraññapūrāni, caturāsīti hatthisahassāni adāsi sovaṇṇālaṅkārāni sovaṇṇadhajāni hemajālappaṭicchannāni, caturāsīti rathasahassāni adāsi sīhacammaparivārāni byagghacammaparivārāni dīpicammaparivārāni paṇḍukambalaparivārāni sovaṇṇālaṅkārāni sovaṇṇadhajāni hemajālappaṭicchannāni, caturāsīti dhenusahassāni adāsi dukūlasandhanāni kaṁsūpadhāraṇāni, caturāsīti kaññāsahassāni adāsi āmuttamaṇikuṇḍalāyo, caturāsīti pallaṅkasahassāni adāsi gonakatthatāni paṭikatthatāni paṭalikatthatāni kadalimigapavarapaccattharaṇāni sauttaracchadāni ubhatolohitakūpadhānāni, caturāsīti vatthakoṭisahassāni adāsi khomasukhumānaṁ koseyyasukhumānaṁ kambalasukhumānaṁ kappāsikasukhumānaṁ, ko pana vādo annassa pānassa khajjassa bhojjassa leyyassa peyyassa, najjo maññe vissandanti.
Siyā kho pana te, gahapati, evamassa: ‘añño nūna tena samayena velāmo brāhmaṇo ahosi, so taṁ dānaṁ adāsi mahādānan’ti. Na kho panetaṁ, gahapati, evaṁ daṭṭhabbaṁ. Ahaṁ tena samayena velāmo brāhmaṇo ahosiṁ. Ahaṁ taṁ dānaṁ adāsiṁ mahādānaṁ. Tasmiṁ kho pana, gahapati, dāne na koci dakkhiṇeyyo ahosi, na taṁ koci dakkhiṇaṁ visodheti.
Yaṁ, gahapati, velāmo brāhmaṇo dānaṁ adāsi mahādānaṁ, yo cekaṁ diṭṭhisampannaṁ bhojeyya, idaṁ tato mahapphalataraṁ.
(…) Yo ca sataṁ diṭṭhisampannānaṁ bhojeyya, yo cekaṁ sakadāgāmiṁ bhojeyya, idaṁ tato mahapphalataraṁ.
(…) Yo ca sataṁ sakadāgāmīnaṁ bhojeyya, yo cekaṁ anāgāmiṁ bhojeyya …pe…
yo ca sataṁ anāgāmīnaṁ bhojeyya, yo cekaṁ arahantaṁ bhojeyya …pe…
yo ca sataṁ arahantānaṁ bhojeyya, yo cekaṁ paccekabuddhaṁ bhojeyya …pe…
yo ca sataṁ paccekabuddhānaṁ bhojeyya, yo ca tathāgataṁ arahantaṁ sammāsambuddhaṁ bhojeyya …pe…
yo ca buddhappamukhaṁ bhikkhusaṅghaṁ bhojeyya …pe…
yo ca cātuddisaṁ saṅghaṁ uddissa vihāraṁ kārāpeyya …pe…
yo ca pasannacitto buddhañca dhammañca saṅghañca saraṇaṁ gaccheyya …pe…
yo ca pasannacitto sikkhāpadāni samādiyeyya—
pāṇātipātā veramaṇiṁ, adinnādānā veramaṇiṁ, kāmesumicchācārā veramaṇiṁ, musāvādā veramaṇiṁ, surāmerayamajjapamādaṭṭhānā veramaṇiṁ, yo ca antamaso gandhohanamattampi mettacittaṁ bhāveyya, (…) idaṁ tato mahapphalataraṁ.
Yañca, gahapati, velāmo brāhmaṇo dānaṁ adāsi mahādānaṁ, yo cekaṁ diṭṭhisampannaṁ bhojeyya … pāṇātipātā veramaṇiṁ …pe… surāmerayamajjapamādaṭṭhānā veramaṇiṁ, yo ca antamaso gandhohanamattampi mettacittaṁ bhāveyya, yo ca accharāsaṅghātamattampi aniccasaññaṁ bhāveyya, idaṁ tato mahapphalataran”ti.