SNP1.12
Der Abgeklärte
Munisutta
Von Nähe geht Gefahr aus, aus einem Wohnsitz kommt Staub. Freiheit von Wohnsitz und Nähe: Das hat der Abgeklärte vor Augen.
Gewachsenes hat er abgeschnitten, Neues würde er nicht pflanzen und auch nichts Wachsendes nähren. Ihn nennen sie einen Abgeklärten, der allein wandert; der große Seher hat den Zustand des Friedens gesehen.
Die Felder eingeschätzt, die Samen abgewogen – er würde sie nicht mit Feuchtigkeit nähren. Der Abgeklärte, der die Auflösung der Wiedergeburt sieht, hat Spekulationen wahrhaft hinter sich gelassen und ist nicht berechenbar.
Er versteht alle Rastplätze und verlangt keinen davon. Dieser Abgeklärte, von Gier befreit, braucht wahrhaftig nicht zu schwimmen, denn er hat das andere Ufer erreicht.
Der All-Bezwinger, All-Erkenner, der so verständig ist, ist unbefleckt inmitten aller Dinge. Er hat alles aufgegeben, mit der Auflösung des Verlangens ist er befreit: Ihn kennen die Bedächtigen als einen Abgeklärten.
Mit Weisheitskraft, die Regeln und Gelübde unversehrt, gesammelt, die Vertiefung liebend, achtsam, von Ketten frei, gütig, unbefleckt: Ihn kennen die Bedächtigen als einen Abgeklärten.
Der beflissene Abgeklärte, der allein wandert, wird von Tadel und Lob nicht erschüttert, wie ein Löwe, der bei Geräuschen nicht erschrickt, wie der Wind, den man im Netz nicht fängt, wie Wasser, das nicht am Lotus haftet. Andere führt er, nicht von andern geführt: Ihn kennen die Bedächtigen als einen Abgeklärten.
Feststehend wie ein Pfahl am Badeplatz, wenn andere endlos gegen ihn sprechen, frei von Gier, die Sinne gesammelt: Ihn kennen die Bedächtigen als einen Abgeklärten.
Standhaft, gerade wie ein Weberschiffchen, von bösen Taten angewidert, unterscheidet moralisch von unmoralisch: Ihn kennen die Bedächtigen als einen Abgeklärten.
Selbstbeherrscht ist er, tut nichts Böses, jung oder mittelalt, der Abgeklärte beherrscht sich. Beschimpfung erreicht ihn nicht, er beschimpft keinen: Ihn kennen die Bedächtigen als einen Abgeklärten.
Ob vom Besten, aus der Mitte oder von den Resten – wenn einer, der von Spenden lebt, Almosen empfängt, hält er Lob oder Herabsetzung für unwürdig: Ihn kennen die Bedächtigen als einen Abgeklärten.
Der Abgeklärte wandert von Geschlechtsverkehr abgewandt, selbst in der Jugend nicht festgebunden, vermeidet Rausch und Nachlässigkeit, befreit: Ihn kennen die Bedächtigen als einen Abgeklärten.
Er versteht die Welt, sieht das höchste Ziel, der Unberührte, der Flut und Meer überquert hat, die Knoten hat er durchtrennt, ist ungebunden und unbefleckt: Ihn kennen die Bedächtigen als einen Abgeklärten.
Die beiden sind nicht gleich, ihr Leben und Verhalten weit entfernt – der Hausbesitzer, der eine Frau versorgt, und der Selbstlose, der seinen Gelübden treu ist. Der ungezügelte Hausbesitzer tötet andere Geschöpfe, doch der gezügelte Abgeklärte beschützt sie stets.
Wie der gekrönte Pfau mit blauem Hals, der durch die Lüfte fliegt, nie die Geschwindigkeit des Schwans erreicht, so kann der Hausbesitzer nie den Mönch erreichen, den Abgeklärten, der einsam im Wald meditiert.
Peril stems from intimacy, dust comes from an abode. Freedom from abode and intimacy: that is the sage’s vision.
Having cut down what’s grown, <j>they wouldn’t replant, nor would they nurture what’s growing. That’s who they call a sage wandering alone, the great seer has seen the state of peace.
Having appraised the fields and measured the seeds, they wouldn’t nurture them with moisture. Truly that sage who sees the ending of rebirth has left speculation behind and is beyond reckoning.
Understanding all the planes of rebirth, not wanting a single one of them, Truly that sage freed of greed need not swim, <j>for they have reached the far shore.
The champion, all-knower, so very intelligent, unsullied in the midst of all things, has given up all, freed in the ending of craving: that’s who the attentive know as a sage.
Strong in wisdom, <j>with precepts and observances intact, serene, loving absorption, mindful, released from chains, kind, undefiled: that’s who the attentive know as a sage.
The diligent sage wandering alone, is unshaken by blame and praise— like a lion not startled by sounds, like wind not caught in a net, like water not sticking to a lotus. Leader of others, not by others led: that’s who the attentive know as a sage.
Steady as a post in a bathing-place when others speak endlessly against them, freed of greed, with senses stilled: that’s who the attentive know as a sage.
Steadfast, straight as a shuttle, horrified by wicked deeds, discerning the just and the unjust: that’s who the attentive know as a sage.
Restrained, they do no evil, young or middle-aged, the sage is self-controlled. Irreproachable, he does not insult anyone: that’s who the attentive know as a sage.
When one who lives on charity receives alms, from the top, the middle, or the leftovers, they think it unworthy to praise or put down: that’s who the attentive know as a sage.
The sage lives refraining from sex, even when young is not tied down, refraining from indulgence and negligence, freed: that’s who the attentive know as a sage.
Understanding the world, <j>the seer of the ultimate goal, the unaffected one, <j>having crossed the flood and the ocean, has cut the ties, unattached and undefiled: that’s who the attentive know as a sage.
The two are not the same, <j>far apart in lifestyle and conduct— the householder providing for a wife, <j>and the selfless one true to their vows. The unrestrained householder kills other creatures, while the restrained sage <j>always protects living creatures.
As the crested blue-necked peacock <j>flying through the sky never approaches the speed of the swan, so the householder cannot compete <j>with the mendicant, the sage meditating secluded in the woods.
Santhavāto bhayaṁ jātaṁ, niketā jāyate rajo; Aniketamasanthavaṁ, etaṁ ve munidassanaṁ.
Yo jātamucchijja na ropayeyya, Jāyantamassa nānuppavecche; Tamāhu ekaṁ muninaṁ carantaṁ, Addakkhi so santipadaṁ mahesi.
Saṅkhāya vatthūni pamāya bījaṁ, Sinehamassa nānuppavecche; Sa ve munī jātikhayantadassī, Takkaṁ pahāya na upeti saṅkhaṁ.
Aññāya sabbāni nivesanāni, Anikāmayaṁ aññatarampi tesaṁ; Sa ve munī vītagedho agiddho, Nāyūhatī pāragato hi hoti.
Sabbābhibhuṁ sabbaviduṁ sumedhaṁ, Sabbesu dhammesu anūpalittaṁ; Sabbañjahaṁ taṇhakkhaye vimuttaṁ, Taṁ vāpi dhīrā muni vedayanti.
Paññābalaṁ sīlavatūpapannaṁ, Samāhitaṁ jhānarataṁ satīmaṁ; Saṅgā pamuttaṁ akhilaṁ anāsavaṁ, Taṁ vāpi dhīrā muni vedayanti.
Ekaṁ carantaṁ munimappamattaṁ, Nindāpasaṁsāsu avedhamānaṁ; Sīhaṁva saddesu asantasantaṁ, Vātaṁva jālamhi asajjamānaṁ; Padmaṁva toyena alippamānaṁ, Netāramaññesamanaññaneyyaṁ; Taṁ vāpi dhīrā muni vedayanti.
Yo ogahaṇe thambhorivābhijāyati, Yasmiṁ pare vācāpariyantaṁ vadanti; Taṁ vītarāgaṁ susamāhitindriyaṁ, Taṁ vāpi dhīrā muni vedayanti.
Yo ve ṭhitatto tasaraṁva ujju, Jigucchati kammehi pāpakehi; Vīmaṁsamāno visamaṁ samañca, Taṁ vāpi dhīrā muni vedayanti.
Yo saññatatto na karoti pāpaṁ, Daharo majjhimo ca muni yatatto; Arosaneyyo na so roseti kañci, Taṁ vāpi dhīrā muni vedayanti.
Yadaggato majjhato sesato vā, Piṇḍaṁ labhetha paradattūpajīvī; Nālaṁ thutuṁ nopi nipaccavādī, Taṁ vāpi dhīrā muni vedayanti.
Muniṁ carantaṁ virataṁ methunasmā, Yo yobbane nopanibajjhate kvaci; Madappamādā virataṁ vippamuttaṁ, Taṁ vāpi dhīrā muni vedayanti.
Aññāya lokaṁ paramatthadassiṁ, Oghaṁ samuddaṁ atitariya tādiṁ; Taṁ chinnaganthaṁ asitaṁ anāsavaṁ, Taṁ vāpi dhīrā muni vedayanti.
Asamā ubho dūravihāravuttino, Gihī dāraposī amamo ca subbato; Parapāṇarodhāya gihī asaññato, Niccaṁ munī rakkhati pāṇine yato.
Sikhī yathā nīlagīvo vihaṅgamo, Haṁsassa nopeti javaṁ kudācanaṁ; Evaṁ gihī nānukaroti bhikkhuno, Munino vivittassa vanamhi jhāyatoti.