SNP1.9
Mit Hemavata
Hemavatasutta
„Heute ist der Besinnungstag, der fünfzehnte Tag“, sagte Sātāgira, der Naturgeist vom Berg Sātā, „ein heiliger Tag steht bevor. Komm, lass uns Gotama sehen, den Lehrer von unerreichtem Namen.“
„Ist sein Geist nicht wohl geneigt“, sagte Hemavata, der Naturgeist des Himalaya, „unvoreingenommen gegen alle Geschöpfe? Und wenn es um Erwünschtes und Unerwünschtes geht, sind da seine Gedanken nicht unter Kontrolle?“
„Sein Geist ist wohl geneigt“, sagte Sātāgira, „unvoreingenommen gegen alle Geschöpfe. Wenn es um Erwünschtes und Unerwünschtes geht, sind seine Gedanken unter Kontrolle.“
„Ist es nicht so, dass er nicht stiehlt“, sagte Hemavata, „und dass er kein Geschöpf verletzt? Ist er von Nachlässigkeit nicht weit entfernt? Ist es nicht so, dass er die Vertiefung nicht vernachlässigt?“
„Er nimmt nicht, was nicht gegeben ist“, sagte Sātāgira, „und er verletzt kein Geschöpf. Er ist von Nachlässigkeit weit entfernt – der Buddha vernachlässigt die Vertiefung nicht.“
„Vermeidet er nicht das Lügen“, sagte Hemavata, „und das Sprechen scharfer Worte? Vermeidet er nicht das Säen von Zwietracht sowie das Unsinnreden?“
„Er spricht keine Lügen“, sagte Sātāgira, „noch spricht er scharfe Worte. Er vermeidet das Säen von Zwietracht und spricht bedacht weisen Rat.“
„Findet er Sinnenfreuden nicht uninteressant“, sagte Hemavata, „und ist sein Geist nicht ungetrübt? Ist er nicht der Täuschung entschlüpft? Sieht sein Auge nicht in allen Dingen klar?“
„Er findet Sinnenfreuden uninteressant“, sagte Sātāgira, „und sein Geist ist ungetrübt. Er ist aller Täuschung entschlüpft – der Buddha, dessen Auge in allen Dingen klar sieht.“
„Ist er nicht von vollendetem Wissen“, sagte Hemavata, „und führt er nicht ein reines Leben? Sind nicht all seine Befleckungen aufgelöst? Und ist es nicht so, dass er keine künftigen Leben hat?“
„Er ist von vollendetem Wissen“, sagte Sātāgira, „und er führt ein reines Leben. All seine Befleckungen sind aufgelöst, für ihn gibt es keine künftigen Leben mehr.“
„Vollendet ist der Geist des Abgeklärten im Handeln und im Reden, von vollendetem Wissen und Verhalten ist er nach der Lehre, die du preist.“
„Vollendet ist der Geist des Abgeklärten im Handeln und im Reden, von vollendetem Wissen und Verhalten ist er nach der Lehre, an der du dich freust.
Vollendet ist der Geist des Abgeklärten im Handeln und im Reden, von vollendetem Wissen und Verhalten ist er: Komm, lass uns Gotama sehen!“
„Den schlanken Helden mit Antilopenbeinen, nicht gierig, er isst wenig, den Abgeklärten, der allein im Wald meditiert: Komm, lass uns Gotama sehen!
Einen Riesen, der allein wandert wie ein Löwe, Sinnenfreuden schenkt er keine Beachtung; wir wollen uns zu ihm begeben und nach der Befreiung aus der Schlinge des Todes fragen.“
„Den Erklärer, den Verkünder, der über alle Dinge hinausgegangen ist, den Erwachten, über Feindschaft und Furcht erhaben: Wir wollen Gotama fragen.“
„Worin ist die Welt entstanden“, sagte Hemavata, „Worin findet sie Nähe? Wenn man was ergreift, ist die Welt worin geplagt?“
„In sechs ist die Welt entstanden“, sagte der Buddha zu Hemavata. „In sechs findet sie Nähe. Wenn man diese sechs ergreift, ist die Welt in den sechs geplagt.“
„Was ist dieses Ergreifen, durch das die Welt geplagt ist? Erkläre uns den Ausweg, wenn du gefragt wirst: Wie wird man von allem Leiden erlöst?“
„Die Welt hat fünf Sinnesreize, und der Geist gilt als der sechste. Wenn du Sehnen nach diesen verworfen hast, bist du von allem Leiden erlöst.
Das ist der Ausweg aus der Welt, im Einklang mit der Wahrheit erklärt. So wie ich es erklärt habe, ist man von allem Leiden erlöst.“
„Wer überquert hier die Flut, Wer überquert die Sintflut? Wer versinkt nicht in der Tiefe, wenn er nicht steht und nicht gehalten wird?“
„Wer allseits die Tugend vervollkommnet hat, weise und gesammelt ist, innerlich besonnen, achtsam, überquert die Flut, die so schwer zu überqueren ist.
Wer sinnlicher Wahrnehmung widersteht und allen Fesseln entkommen ist, wer Genießen künftiger Leben aufgelöst hat, versinkt nicht in der Tiefe.“
„Seht ihn von tiefer Weisheit, der den subtilen Sinn sieht, der nichts hat, nicht am sinnlichen Dasein hängt, in jeder Hinsicht frei, den großen Seher, der auf dem himmlischen Weg schreitet.
Seht ihn von unerreichtem Namen, der den subtilen Sinn sieht, der Weisheit gibt, nicht am Reich der Sinnlichkeit hängt, den All-Erkenner, der so überaus verständig ist, den großen Seher, der auf dem edlen Weg schreitet.
Es war heute ein erlesener Anblick für uns, ein guter Tagesanbruch, ein gutes Aufstehen, dass wir den Erwachten sahen, den Unbefleckten, der die Flut überquert hat.
Diese tausend Naturgeister, mächtig und ruhmreich, nehmen alle Zuflucht zu dir; du bist unser unübertrefflicher Lehrer.
Wir werden von Dorf zu Dort reisen, von Gipfel zu Gipfel, dem Buddha Ehrerbietung erweisen und der klaren Richtigkeit der Lehre.“
“Today is the fifteenth day sabbath,” said Sātāgira, the native spirit of mount Sātā, “a holy night is at hand. Come now, let us see Gotama, the Teacher of peerless name.”
“Isn’t his mind well-disposed,” said Hemavata, the native spirit of the Himalayas, “impartial toward all creatures? And aren’t his thoughts under control when it comes to likes and dislikes?”
“His mind is well-disposed,” said Sātāgira, “impartial towards all creatures. His thoughts are under control when it comes to his likes and dislikes.”
“Doesn’t he not steal?” said Hemavata, “And doesn’t he harm not a creature? Isn’t he far from negligence? And doesn’t he not neglect absorption?”
“He does not take what is not given,” said Sātāgira, “and he harms not a creature. He is far from negligence— the Buddha does not neglect absorption.”
“Doesn’t he avoid lying?” said Hemavata, “And doesn’t he not speak sharply? Doesn’t he avoid backbiting, as well as speaking nonsense?”
“He does not lie,” said Sātāgira, “nor does he speak sharply. He avoids backbiting, and thoughtfully speaks wise counsel.”
“Doesn’t he find sensual pleasures unattractive?” said Hemavata, “And isn’t his mind unclouded? Hasn’t he escaped delusion? Does his eye see clearly in all things?”
“He does not find sensual pleasures attractive,” said Sātāgira, “and his mind is unclouded. He has escaped all delusion— the Buddha, whose eye sees clearly in all things.”
“Isn’t he accomplished in knowledge?” said Hemavata, “And doesn’t he live a pure life? Aren’t his defilements all ended? Doesn’t he have no future lives?”
“He is accomplished in knowledge,” said Sātāgira, “and he does live a pure life. His defilements are all ended, there’ll be no more future lives for him.”
“Accomplished is the sage’s mind in action and in speech, and he’s accomplished in knowledge and conduct as per the teaching you praise.”
“Accomplished is the sage’s mind in action and in speech, and he’s accomplished in knowledge and conduct as per the teaching you rejoice in.
Accomplished is the sage’s mind in action and in speech, and he’s accomplished in knowledge and conduct: come now, let us see Gotama.”
“The hero so lean, with antelope calves, not greedy, eating little, the sage meditating alone in the forest, come now, let us see Gotama.
A giant, wandering alone like a lion, unconcerned for sensual pleasures, let’s approach him and ask about release from the snare of death.”
“The communicator, the instructor, who has gone beyond all things, Awakened, beyond enmity and fear, let us ask Gotama.”
“What has the world arisen in?” said Hemavata, What does it get close to? By grasping what is the world troubled in what?”
“The world’s arisen in six,” said the Buddha to Hemavata. “It gets close to six. Derived from the six, the world’s troubled in six.”
“What is that grasping by which the world is troubled? Tell us the exit when asked: how is one released from all suffering?”
“The world has five kinds of sensual stimulation, and the mind is said to be the sixth. When you’ve discarded desire for these, you’re released from all suffering.
This is the exit from the world, explained in accord with the truth. The way I’ve explained it is how you’re released from all suffering.”
“Who here crosses the flood, Who crosses the deluge? Who, not standing and unsupported, does not sink in the deep?”
“Someone who is always endowed with ethics, wise and serene, inwardly reflective, mindful, crosses the flood so hard to cross.
Someone who desists from sensual perception, who has escaped all fetters, and has ended relish for rebirth, does not sink in the deep.”
“Behold him of wisdom deep <j>who sees the subtle meaning, who has nothing, unattached to sensual life, everywhere free, the great seer treading the holy road.
Behold him of peerless name <j>who sees the subtle meaning, giver of wisdom, <j>unattached to the realm of sensuality: see him, the all-knower, so very intelligent, the great seer treading the noble road.”
“It was a fine sight for us today, a good dawn, a good rising, to see the Awakened One, the undefiled one who has crossed the flood.
These thousand native spirits powerful and glorious, all go to you for refuge, you are our supreme Teacher.
We shall journey village to village, peak to peak, paying homage to the Buddha, and the clear rightness of the teaching!”
“Ajja pannaraso uposatho, (iti sātāgiro yakkho) Dibbā ratti upaṭṭhitā; Anomanāmaṁ satthāraṁ, Handa passāma gotamaṁ”.
“Kacci mano supaṇihito, (iti hemavato yakkho) Sabbabhūtesu tādino; Kacci iṭṭhe aniṭṭhe ca, Saṅkappassa vasīkatā”.
“Mano cassa supaṇihito, (iti sātāgiro yakkho) Sabbabhūtesu tādino; Atho iṭṭhe aniṭṭhe ca, Saṅkappassa vasīkatā”.
“Kacci adinnaṁ nādiyati, (iti hemavato yakkho) Kacci pāṇesu saññato; Kacci ārā pamādamhā, Kacci jhānaṁ na riñcati”.
“Na so adinnaṁ ādiyati, (iti sātāgiro yakkho) Atho pāṇesu saññato; Atho ārā pamādamhā, Buddho jhānaṁ na riñcati”.
“Kacci musā na bhaṇati, (iti hemavato yakkho) Kacci na khīṇabyappatho; Kacci vebhūtiyaṁ nāha, Kacci samphaṁ na bhāsati”.
“Musā ca so na bhaṇati, (iti sātāgiro yakkho) Atho na khīṇabyappatho; Atho vebhūtiyaṁ nāha, Mantā atthañca bhāsati”.
“Kacci na rajjati kāmesu, (iti hemavato yakkho) Kacci cittaṁ anāvilaṁ; Kacci mohaṁ atikkanto, Kacci dhammesu cakkhumā”.
“Na so rajjati kāmesu, (iti sātāgiro yakkho) Atho cittaṁ anāvilaṁ; Sabbamohaṁ atikkanto, Buddho dhammesu cakkhumā”.
“Kacci vijjāya sampanno, (iti hemavato yakkho) Kacci saṁsuddhacāraṇo; Kaccissa āsavā khīṇā, Kacci natthi punabbhavo”.
“Vijjāya ceva sampanno, (iti sātāgiro yakkho) Atho saṁsuddhacāraṇo; Sabbassa āsavā khīṇā, Natthi tassa punabbhavo”.
“Sampannaṁ munino cittaṁ, Kammunā byappathena ca; Vijjācaraṇasampannaṁ, Dhammato naṁ pasaṁsati”.
“Sampannaṁ munino cittaṁ, Kammunā byappathena ca; Vijjācaraṇasampannaṁ, Dhammato anumodasi.
Sampannaṁ munino cittaṁ, Kammunā byappathena ca; Vijjācaraṇasampannaṁ, Handa passāma gotamaṁ”.
“Eṇijaṅghaṁ kisaṁ vīraṁ, Appāhāraṁ alolupaṁ; Muniṁ vanasmiṁ jhāyantaṁ, Ehi passāma gotamaṁ.
Sīhaṁvekacaraṁ nāgaṁ, Kāmesu anapekkhinaṁ; Upasaṅkamma pucchāma, Maccupāsappamocanaṁ.
Akkhātāraṁ pavattāraṁ, Sabbadhammāna pāraguṁ; Buddhaṁ verabhayātītaṁ, Mayaṁ pucchāma gotamaṁ”.
“Kismiṁ loko samuppanno, (iti hemavato yakkho) Kismiṁ kubbati santhavaṁ; Kissa loko upādāya, Kismiṁ loko vihaññati”.
“Chasu loko samuppanno, (hemavatāti bhagavā) Chasu kubbati santhavaṁ; Channameva upādāya, Chasu loko vihaññati”.
“Katamaṁ taṁ upādānaṁ, Yattha loko vihaññati; Niyyānaṁ pucchito brūhi, Kathaṁ dukkhā pamuccati”.
“Pañca kāmaguṇā loke, Manochaṭṭhā paveditā; Ettha chandaṁ virājetvā, Evaṁ dukkhā pamuccati.
Etaṁ lokassa niyyānaṁ, Akkhātaṁ vo yathātathaṁ; Etaṁ vo ahamakkhāmi, Evaṁ dukkhā pamuccati”.
“Ko sūdha tarati oghaṁ, Kodha tarati aṇṇavaṁ; Appatiṭṭhe anālambe, Ko gambhīre na sīdati”.
“Sabbadā sīlasampanno, Paññavā susamāhito; Ajjhattacintī satimā, Oghaṁ tarati duttaraṁ.
Virato kāmasaññāya, Sabbasaṁyojanātigo; Nandībhavaparikkhīṇo, So gambhīre na sīdati”.
“Gambhīrapaññaṁ nipuṇatthadassiṁ, Akiñcanaṁ kāmabhave asattaṁ; Taṁ passatha sabbadhi vippamuttaṁ, Dibbe pathe kamamānaṁ mahesiṁ.
Anomanāmaṁ nipuṇatthadassiṁ, Paññādadaṁ kāmālaye asattaṁ; Taṁ passatha sabbaviduṁ sumedhaṁ, Ariye pathe kamamānaṁ mahesiṁ.
Sudiṭṭhaṁ vata no ajja, Suppabhātaṁ suhuṭṭhitaṁ; Yaṁ addasāma sambuddhaṁ, Oghatiṇṇamanāsavaṁ.
Ime dasasatā yakkhā, Iddhimanto yasassino; Sabbe taṁ saraṇaṁ yanti, Tvaṁ no satthā anuttaro.
Te mayaṁ vicarissāma, Gāmā gāmaṁ nagā nagaṁ; Namassamānā sambuddhaṁ, Dhammassa ca sudhammatan”ti.