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SNP2.12

Vaṅgīsa und sein Mentor Nigrodhakappa

Nigrodhakappa (vaṅgīsa) sutta

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Āḷavī auf, bei Āḷavīs vorderstem Heiligtum. Nun war da gerade kürzlich der Mentor des Ehrwürdigen Vaṅgīsa, der altehrwürdige Mönch mit Namen Nigrodhakappa, vollkommen verloschen. Da kam dem Ehrwürdigen Vaṅgīsa, als er für sich allein in Klausur war, dieser Gedanke in den Sinn: „Ist mein Mentor vollkommen verloschen oder nicht?“ Da kam der Ehrwürdige Vaṅgīsa am späten Nachmittag aus seiner Klausur und ging zum Buddha. Er verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm: „Gerade kam mir, Herr, während ich für mich allein in Klausur war, dieser Gedanke in den Sinn: ‚Ist mein Mentor vollkommen verloschen oder nicht?‘“ Und der Ehrwürdige Vaṅgīsa erhob sich von seinem Sitz, ordnete seine Robe über einer Schulter, erhob seine zusammengelegten Hände zum Buddha und sagte:

„Ich frage den Lehrer, dessen Weisheit unerreicht ist, der in eben diesem Leben alle Zweifel abgeschnitten hat: Bei Āḷavīs vorderstem Heiligtum ist ein Mönch gestorben, der namhaft und berühmt war und verloschen.

Sein Name war Nigrodhakappa, der war diesem Brahmanen von dir gegeben worden, Gesegneter. Er wanderte zu deinen Ehren und sehnte sich nach Freiheit, energisch, ein entschlossener Seher der Wahrheit.

Oh Sakyer, All-Seher, wir alle wünschen, von diesem Schüler zu erfahren. Unsere Ohren sind begierig, zu hören, denn du bist der unübertroffene Lehrer.

Schneide den Zweifel ab, verkünde es uns; deine Weisheit ist ausgedehnt, berichte uns von seinem Verlöschen! All-Seher, sprich in unserer Mitte wie der tausendäugige Sakka inmitten der Götter!

Ganz gleich, welche Knoten, welche Pfade zur Täuschung oder Dinge auf der Seite des Nichtwissens, Dinge, auf die sich Zweifel gründen kann – sie alle verschwinden, wenn man einen Klargewordenen erreicht, denn sein Auge ist das beste unter allen Menschen.

Wenn niemand je die Verunreinigungen auflösen würde so wie der Wind die Wolken, würde Dunkelheit die ganze Welt einhüllen; nicht einmal glänzende Menschen würden leuchten.

Die Bedächtigen sind die Lichtbringer; mein Held, das ist es, was ich von dir denke. Wegen deiner Klarsicht und deines Verstehens sind wir gekommen: Enthülle uns Kappāyana hier in dieser Versammlung.

Rasch sende deine süße, süße Stimme aus wie eine Gans ihren Hals reckt, mit sanftem Schrei, klar fließend, mit klangvollem Ton: Wir alle hören dir aufmerksam zu.

Geburt und Tod hast du vollständig aufgegeben; gezügelt und rein bitte ich dich eindringlich, den Dhamma vorzutragen! Denn gewöhnliche Menschen haben keinen Wunscherfüller, doch Klargewordene haben die Gabe, die Dinge verständlich zu machen.

Deine Antwort ist verbindlich und wir werden sie annehmen, denn du besitzt vollkommene Weisheit. Wir erheben ein letztes Mal unsere zusammengelegten Hände, du unerreicht Weiser, verwirre uns nicht absichtlich.

Du kennst die edle Lehre von oben bis unten, unerreichter Held, verwirre uns nicht absichtlich. Wie es einen Mann, der in der Sommerhitze brütet, nach Wasser verlangt, so verlangt es mich nach deiner Stimme – lass also den Ton herabregnen.

Sicher hat Kappāyana das geistliche Leben nicht vergeblich geführt? Hat er das Erlöschen erlangt, oder hatte er noch einen Rest? Lass uns hören, welche Art von Freiheit er hatte!“

„Das Verlangen nach Namen und Form hat er gleich hier abgeschnitten“, sagte der Buddha, „den Fluss der Dunkelheit, der lange in ihm verborgen lag. Geburt und Tod hat er vollständig überquert.“ Das erklärte der Buddha, der Anführer der Fünf.

„Jetzt, da ich deine Worte gehört, du siebter der Seher, bin ich zuversichtlich. Meine Frage, so scheint es, war nicht vergebens, der Brahmane hat mich nicht getäuscht.

Wie er sprach, so handelte er – er war ein Schüler des Buddha. Das ausgedehnte, starke Netz des trügerischen Todes durchtrennte er.

Gesegneter, Kappāyana sah den Ausgangspunkt des Ergreifens. Über den Machtbereich des Todes, dem so schwer zu entkommen ist, ist er wahrhaftig weit hinausgegangen.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).