← KN

THAG11.1

Das Elferbuch

Ekādasakanipāta

1. Das erste Kapitel

Saṅkicca

„Welchen Nutzen hat es für dich, im Wald zu sein, mein Lieber? Du bist wie ein kleiner Vogel im Monsun! Die Stadt Verambhā ist entzückend für dich – Abgeschiedenheit ist für die, die meditieren.“

„Gerade wie der Wind in Verambhā die Monsunwolken zerstreut, wenn sie sich ergießen, so zerstreut die Stadt meine Wahrnehmung der Abgeschiedenheit.“

„Ganz schwarz und aus einem Ei geboren – die Krähe, deren Wohnsitz das Leichenfeld ist, rüttelt meine Achtsamkeit auf, die sich auf das Schwinden der Leidenschaft für den Körper stützt.“

„Er, der nicht von anderen bewacht wird und auch andere nicht bewacht, schläft wahrhaft gut, Mönch, und schenkt Sinnenfreuden keine Beachtung.“

„Das Wasser ist klar und die Felsen so breit, Affen und Hirsche ringsumher; mit Girlanden von taufeuchtem Moos geschmückt: Diese Felszacken entzücken mich!

Ich lebte in der Wildnis, in Höhlen und Kavernen und abgelegenen Unterkünften, wo Raubtiere verkehren.

‚Dass diese Wesen doch getötet würden! Dass sie geschlachtet würden! Dass sie doch leiden würden!‘ – ich bin mir keines solchen Gedankens bewusst, der unedel und hasserfüllt wäre.

Ich habe dem Lehrer gedient und die Anleitung des Buddha erfüllt. Die schwere Bürde ist abgelegt, der Zug zum Dasein ist ausgerottet.

Ich habe das Ziel erreicht, für das ich aus dem Haus fortzog ins hauslose Leben – die Auflösung aller Fesseln.

Ich sehne den Tod nicht herbei, noch sehne ich mich nach dem Leben; ich warte meine Zeit ab, wie ein Arbeiter, der auf seinen Lohn wartet.

Ich sehne den Tod nicht herbei, noch sehne ich mich nach dem Leben; ich warte meine Zeit ab, der Situation bewusst und achtsam.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).