← KN

THAG12.1

Das Zwölferbuch

Dvādasakanipāta

1. Das erste Kapitel

Sīlava

Man soll sich nur in Tugend schulen, denn in dieser Welt macht Tugend, wenn sie entwickelt und gut geschult wird, allen Erfolg möglich.

Wenn er drei Arten von Glück wünscht – Lob, Wohlstand und himmlische Freuden nach dem Tod –, trägt der Weise für seine Tugend Sorge.

Die Tugendhaften haben viele Freunde, weil sie sich selbst zügeln. Doch wer tugendlos ist, von schlechtem Verhalten, stößt seine Freunde weg.

Ein tugendloser Mensch hat schlechten Ruf und Leumund. Ein Mensch, dessen Verhalten stets tugendhaft ist, genießt guten Ruf, Ruhm und Lob.

Tugend ist Ausgangspunkt und Grundlage, die Mutter, die alle guten Dinge anführt: Darum sollst du deine Tugend läutern.

Tugend verleiht eine Grenze und eine Zügelung, eine Freude für den Geist; sie ist die Furt, über die alle Buddhas hinübergelangen: Darum sollst du deine Tugend läutern.

Tugend ist eine unvergleichliche Kraft; Tugend ist die höchste Waffe; Tugend ist der beste Schmuck; Tugend ist eine wunderbare Rüstung.

Tugend ist eine gewaltige Brücke; Tugend ist ein unübertrefflicher Duft; Tugend ist das beste Parfüm, das von Ort zu Ort zieht.

Tugend ist der beste Vorrat; Tugend ist der höchste Reiseproviant; Tugend ist das beste Fahrzeug, das dich von Ort zu Ort bringt.

In diesem Leben wird er getadelt; nachdem er gegangen ist, grämt er sich in einem niederen Bereich; ein Tor ist überall unglücklich, weil seine Tugend nicht stetig ist.

In diesem Leben erlangt er Ansehen; nachdem er gegangen ist, erfreut er sich im Himmel; der Bedächtige ist überall glücklich, weil seine Tugend stetig ist.

Tugend ist in diesem Leben das beste, aber einer mit Weisheit ist der Höchste. Jemand, der Tugend und auch Weisheit besitzt, ist siegreich unter Menschen und Göttern.

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).