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THAG16.8

Das Zwanzigerbuch

Vīsatinipāta

1. Das erste Kapitel

Aṅgulimāla

„Du gehst, Asket, und sagst: ‚Ich habe angehalten‘. Und ich habe angehalten, und du sagst, ich habe es nicht. Asket, ich frage dich dieses: Wie kommt es, dass du angehalten hast und ich nicht?“

„Aṅgulimāla, ich habe für immer angehalten – Gewalt gegen alle Geschöpfe niedergelegt. Doch du kannst dich gegen Geschöpfe nicht zügeln; darum habe ich angehalten, du aber nicht.“

„Ach, endlich ist ein berühmter großer Seher, ein Asket, mir in den tiefen Wald gefolgt. Nun, da ich deinen Dhammavers gehört habe, werde ich tausend böse Dinge wegwerfen.“

Mit diesen Worten schleuderte der Räuber Schwert und Waffen eine Klippe hinab in einen Abgrund. Er verehrte die Füße des Heiligen und bat den Buddha eben da um die Weihe des Fortziehens.

Da sagte der Buddha, der mitfühlende große Seher, der Lehrer der Welt mit ihren Göttern, zu ihm: „Komm, Mönch!“ Und damit wurde er ein Mönch.

„Der einst nachlässig war, doch jetzt beflissen ist, erleuchtet die Welt wie der Mond, der durch die Wolken bricht.

Wessen schlechte Tat vom Guten überlagert wird, erleuchtet die Welt wie der Mond, der durch die Wolken bricht.

Der junge Mönch, der sich der Lehre des Buddha geweiht hat, erleuchtet die Welt wie der Mond, der durch die Wolken bricht.

Dass doch selbst meine Feinde einen Dhammavortrag hören! Dass doch selbst meine Feinde sich der Lehre des Buddha weihen! Dass doch selbst meine Feinde sich diesen guten Menschen anschließen, die andere im Dhamma verankern!

Dass doch selbst meine Feinde den Dhamma zur rechten Zeit hören von denen, die Geduld lehren und Akzeptanz preisen; und dass sie diesem Pfad folgen!

Denn dann würden sie nie mir oder anderen Leid wünschen. Beim höchsten Frieden wären sie angekommen und würden sich um alle Geschöpfe kümmern, kräftig und zart.

Denn Bewässerungsanlagen leiten Wasser, Pfeilmacher richten Pfeile gerade, Zimmerer bearbeiten Holz – doch die Klugen zähmen sich selbst.

Manche zähmen mit dem Stock, manche mit dem Stachelstock und manche mit der Peitsche. Doch der Unberührte zähmte mich ohne Stock oder Schwert.

Mein Name ist ‚Mildherz‘, doch früher war ich grausam. Der Name, den ich trage, ist wahr, denn ich tue niemanden mehr ein Leid an.

Früher war ich ein Räuber, der berüchtigte Aṅgulimāla. Von einer großen Flut war ich fortgerissen, da nahm ich Zuflucht zum Buddha.

Früher hatte ich Blut an den Händen, der berüchtigte Aṅgulimāla. Sieh’ die Zuflucht, die ich gefunden habe – der Zug zum Dasein ist ausgerottet.

Ich habe viele Taten von der Art begangen, die zu einem schlechten Ort führt. Das Ergebnis meiner Taten hat mich schon getroffen, ich genieße mein Essen frei von Schulden.

Toren und Dummköpfe weihen sich der Nachlässigkeit. Doch der Verständige hütet Beflissenheit als seinen besten Schatz.

Weihe dich nicht der Nachlässigkeit, genieße nicht erotische Nähe. Denn wenn du beflissen bist und Vertiefung übst, wirst du das höchste Glück erlangen.

Er war willkommen, nicht unwillkommen, der Rat, den ich erhielt, war gut. Von allen gut erklärten Lehren bin ich bei der besten angekommen.

Er war willkommen, nicht unwillkommen, der Rat, den ich erhielt, war gut. Das dreifache Wissen habe ich verwirklicht und die Anleitung des Buddha erfüllt.“

„In der Wildnis, am Fuß eines Baumes auf Bergen oder in Höhlen – wo ich auch stand, da war mein Geist früher unruhig.

Doch jetzt lege ich mich glücklich hin und stehe glücklich auf, ich lebe glücklich, außerhalb der Reichweite Māras; der Lehrer hatte Anteilnahme für mich.

Früher war ich von brahmanischer Geburt, von beiden Seiten hoch geboren; jetzt bin ich ein Sohn des Heiligen, des Lehrers, des Königs des Dhamma.

Ich bin ohne Verlangen, frei von Ergreifen, die Tore meiner Sinne sind bewacht und gut gezügelt. Ich habe die Wurzel der Düsternis zerstört und die Auflösung der Befleckungen erreicht.

Ich habe dem Lehrer gedient und die Anleitung des Buddha erfüllt. Die schwere Bürde ist abgelegt, der Zug zum Dasein ist ausgerottet.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).