THAG17.3
Das Dreißigerbuch
Tiṁsanipāta
1. Das erste Kapitel
Ānanda
„Mit dem Verleumder oder dem Zornigen, dem Geizhals oder dem Hämischen würde der Kluge keine Freundschaft schließen, denn es ist schlecht, mit Frevlern zusammenzukommen.
Mit dem Vertrauensvollen und dem Gutherzigen, dem Weisen und dem Gelehrten würde der Kluge Freundschaft schließen, denn es ist ein Glück, mit wahren Menschen zusammenzukommen.“
„Sieh die herausgeputzte Puppe, ein Körper, aus Wunden zusammengesetzt, krank, lässt dir keine Ruhe, und nichts an ihm hat Bestand.
Sieh die herausgeputzte Puppe mit Edelsteinen und Ohrringen; nichts als Knochen, in Haut gewickelt, durch die Kleider hübsch gemacht.
Rot gefärbte Füße und ein gepudertes Gesicht reichen vielleicht, um einen Toren zu verlocken, aber nicht einen, der zum anderen Ufer will.
Achtfach geflochtene Haare und Lidschatten reichen vielleicht, um einen Toren zu verlocken, aber nicht einen, der zum anderen Ufer will.
Ein verfaulender Körper, geschmückt wie ein frisch bemaltes Kosmetikkästchen, reichen vielleicht, um einen Toren zu verlocken, aber nicht einen, der zum anderen Ufer will.“
„Gotama ist gelehrt, ein geistvoller Redner, der Aufwärter des Buddha. die Bürde abgelassen, abgelöst, so hat Gotama sein Bett gemacht.
Befleckungen aufgelöst, abgelöst, so ist er über das Festhalten hinausgelangt und ist verloschen. Er trägt seinen letzten Körper, über Geburt und Tod hinausgegangen.“
„Gotama steht fest auf dem Pfad, der zum Erlöschen führt, wo die Lehren des Buddha, der mit der Sonne verwandt ist, gegründet sind.“
„82.000 vom Buddha und weitere 2000 von den Mönchen: 84.000 Lehren habe ich gelernt, und diese sind es, die ich verbreite.“
„Ein Mensch, der wenig gelernt hat, altert wie ein Ochse – sein Fleisch nimmt zu, doch nicht seine Weisheit.
Ein gelehrter Mensch, der aufgrund seiner Gelehrsamkeit auf einen, der wenig gelernt hat, herabschaut, kommt mir vor wie ein Blinder, der eine Lampe hält.
Bleib in der Nähe eines gelehrten Menschen – verliere nicht, was du gelernt hast. Es ist die Wurzel des geistlichen Lebens, darum sollst du die Lehre im Gedächtnis haben.
Er kennt die Reihenfolge und die Bedeutung der Lehre, ist der Bestimmung von Begriffen kundig, er sorgt dafür, dass sie gut gelernt ist, und dann untersucht er die Bedeutung.
Indem er die Lehre annimmt, wird er begeistert; indem er eifrig ist, wägt er die Lehre ab. Wenn es Zeit ist, bemüht er sich und ist innerlich gesammelt.
Wenn du die Lehre verstehen willst, sollst du mit einem Solchen Freundschaft schließen, der gelehrt ist und die Lehren im Gedächtnis hat, einem weisen Schüler des Buddha.
Einer, der gelehrt ist und die Lehre im Gedächtnis hat, ein Bewahrer des Schatzes des großen Sehers, ist ein Visionär für die ganze Welt, gelehrt und ehrenwert.
Sich an der Lehre erfreuen, die Lehre genießen, über die Lehre nachdenken – ein Mönch, der die Lehre betrachtet, verkümmert nicht in der wahren Lehre.“
„Wenn dein Körper verwöhnt und schwer ist und die verbleibende Zeit ausläuft, wie kannst du, gierig nach körperlichen Freuden, als Asket unbeschwert sein?“
„Ich habe völlig die Orientierung verloren! Die Lehren fallen mir nicht ein! Mit dem Verscheiden unseres guten Freundes erscheint alles dunkel.
Wenn dein Freund gestorben ist und dein Lehrer vergangen und weggegangen ist, gibt es keinen solchen Freund wie Achtsamkeit auf den Körper.
Das Alte ist vergangen, und das Neue passt mir nicht. Heute meditiere ich allein wie ein Vogel, der im Nest festsitzt.“
„Viele Besucher aus allen Reichen sind hergekommen, um mich zu sehen. Behindere die Zuschauer nicht, lass die Versammlung mich sehen.“
„Viele Besucher aus allen Reichen sind hergekommen, um mich zu sehen. Der Lehrer gibt ihnen Gelegenheit, der Klaräugige hält sie nicht ab.“
„In den fünfundzwanzig Jahren, seit ich in die Schulung eintrat, ist in mir keine sinnliche Wahrnehmung entstanden: Sieh’ die klare Richtigkeit der Lehre!
In den fünfundzwanzig Jahren, seit ich in die Schulung eintrat, ist in mir keine gehässige Wahrnehmung entstanden: Sieh’ die klare Richtigkeit der Lehre!“
„Fünfundzwanzig Jahre lang wartete ich dem Buddha mit liebevollen Taten auf, wie ein Schatten, der niemals weicht.
Fünfundzwanzig Jahre lang wartete ich dem Buddha mit liebevollen Worten auf, wie ein Schatten, der niemals weicht.
Fünfundzwanzig Jahre lang wartete ich dem Buddha mit liebevollen Gedanken auf, wie ein Schatten, der niemals weicht.
Wenn der Buddha achtsam auf- und abging, ging ich hinter ihm her. Als er den Dhamma lehrte, erschien mir das Erkennen.“
„Ich bin einer in Schulung, der noch mehr zu tun hat; mein Herzenswunsch ist noch nicht erfüllt. Doch der Lehrer, der so gütig zu mir war, ist vollkommen erloschen.
Dann war da Schrecken! Dann sträubten sich die Haare! – als der Buddha, der alle erlesenen Eigenschaften besaß, vollkommen verlosch.“
„Ānanda, der gelehrt war und die Lehre im Gedächtnis hatte, ein Bewahrer des Schatzes des großen Sehers, ein Visionär für die ganze Welt, er ist vollkommen verloschen.
Er war gelehrt und hatte die Lehre im Gedächtnis, ein Bewahrer des Schatzes des großen Sehers, ein Visionär für die ganze Welt, inmitten der Nacht vertrieb er die Dunkelheit.
Er ist der Seher, der sich die Lehren einprägte, ihre Reihenfolge meisterte und sie sicher behielt. Der altehrwürdige Mönch, der die Lehre im Gedächtnis hatte, Ānanda war eine Schatzgrube.“
„Ich habe dem Lehrer gedient und die Anleitung des Buddha erfüllt. Die schwere Bürde ist abgelegt, künftige Leben wird es jetzt nicht mehr geben.“
Chapter One
Ānanda
“The astute would not make friends with the slanderous or the hateful, with a miser or a gloater, for it’s bad to consort with reprobates.
The astute would make friends with the faithful and the pleasant, the wise and the learned, for it’s a blessing to consort with true persons.”
“See this fancy puppet, a body built of sores, diseased, obsessed over, in which nothing lasts at all.
See this fancy puppet, with its gems and earrings; it is bones encased in skin, made pretty by its clothes.
Rouged feet and powdered face may be enough to beguile a fool, but not a seeker of the far shore.
Hair in eight braids and eyeliner may be enough to beguile a fool, but not a seeker of the far shore.
A rotting body all adorned like a freshly painted makeup box may be enough to beguile a fool, but not a seeker of the far shore.”
“Gotama is learned, a brilliant speaker, the attendant to the Buddha. With burden put down, detached, Gotama made his bed.
Defilements ended, detached, he has got over clinging and become quenched. He bears his final body, having gone beyond birth and death.”
“Gotama stands firm on the path that leads to quenching, where the teachings of the Buddha, the Kinsman of the Sun, are grounded.”
“82,000 from the Buddha, and 2,000 more from the monks: 84,000 teachings I’ve learned, and these are what I promulgate.”
“A person of little learning ages like an ox— their flesh grows, but not their wisdom.
A learned person who, on account of their learning, looks down on someone of little learning, strikes me as like a blind man holding a lamp.
You should stay close to a learned person— don’t lose what you’ve learned. It is the root of the spiritual life, which is why you should memorize the teaching.
Knowing the sequence and meaning of the teaching, expert in the definition of terms, they make sure it is well memorized, and then examine the meaning.
Accepting the teachings, they become enthusiastic; making an effort, they weigh up the teaching. When it’s time, they strive serene inside themselves.
If you want to understand the teaching, you should befriend that sort, who are learned and have memorized the teachings, wise disciples of the Buddha.
One who is learned <j>and has memorized the teaching, a keeper of the great seer’s treasury, is a visionary for the whole world, learned and honorable.
Delighting in the teaching, enjoying the teaching, contemplating the teaching, a mendicant who recollects the teaching doesn’t fall away from the true teaching.”
“When your body is pampered and heavy, while your remaining time is running out, greedy for physical pleasure, how can you be comfortable as an ascetic?”
“I’m completely disorientated! The teachings don’t spring to mind! With the passing of our good friend, everything seems dark.
When your friend has passed away, and your Teacher is past and gone, there’s no friend like mindfulness of the body.
The old have passed away, and I don’t agree with the new. Today I meditate alone like a bird snug in its nest.”
“Many visitors from abroad have come to visit. Don’t block the audience, let the congregation see me.”
“Lots of visitors from abroad have come to visit. The teacher grants them the opportunity, the Clear-eyed One doesn’t turn them away.”
“In the twenty five years that have passed since I became a trainee, no sensual perception has arisen in me: behold the clear rightness of the teaching!
In the twenty-five years since I became a trainee, no malicious perception has arisen in me: behold the clear rightness of the teaching!”
“For 25 years I attended on the Buddha with loving deeds, like a shadow that never left.
For 25 years I attended on the Buddha with loving words, like a shadow that never left.
For 25 years I attended on the Buddha with loving thoughts, like a shadow that never left.
While the Buddha was walking mindfully, I walked behind him. As he taught the Dhamma, knowledge arose in me.”
“I’m a trainee, who has more to do; my heart’s desire is still unfulfilled. Yet the Teacher, who was so compassionate to me, has become completely quenched.
Then there was terror! Then they had goosebumps! When the Buddha, endowed with all fine qualities, was fully quenched.”
“Ānanda, who was learned <j>and had memorized the teaching, a keeper of the great seer’s treasury, a visionary for the entire world, has become fully quenched.
He was learned <j>and had memorized the teaching, a keeper of the great seer’s treasury, a visionary for the entire world, in thick of night he dispelled the dark.
He is the seer who remembered the teachings, and mastered their sequence, holding them firm. The senior monk who memorized the teaching, Ānanda was a mine of gems.”
“I’ve served the teacher and fulfilled the Buddha’s instructions. The heavy burden is laid down, now there’ll be no more future lives.”
Paṭhamavagga
Ānandattheragāthā
“Pisuṇena ca kodhanena ca, Maccharinā ca vibhūtanandinā; Sakhitaṁ na kareyya paṇḍito, Pāpo kāpurisena saṅgamo.
Saddhena ca pesalena ca, Paññavatā bahussutena ca; Sakhitaṁ kareyya paṇḍito, Bhaddo sappurisena saṅgamo.
Passa cittakataṁ bimbaṁ, … pe … yassa natthi dhuvaṁ ṭhiti.
Passa cittakataṁ bimbaṁ, … pe … vatthehi sobhati.
Alattakakatā, … pe … no ca pāragavesino.
Aṭṭhapadakatā, … pe … no ca pāragavesino.
Añjanīva navā, … pe … no ca pāragavesino.
Bahussuto cittakathī, buddhassa paricārako; Pannabhāro visaññutto, seyyaṁ kappeti gotamo.
Khīṇāsavo visaññutto, saṅgātīto sunibbuto; Dhāreti antimaṁ dehaṁ, jātimaraṇapāragū.
Yasmiṁ patiṭṭhitā dhammā, buddhassādiccabandhuno; Nibbānagamane magge, soyaṁ tiṭṭhati gotamo.
Dvāsīti buddhato gaṇhiṁ, dve sahassāni bhikkhuto; Caturāsītisahassāni, ye me dhammā pavattino.
Appassutāyaṁ puriso, balibaddova jīrati; Maṁsāni tassa vaḍḍhanti, paññā tassa na vaḍḍhati.
Bahussuto appassutaṁ, yo sutenātimaññati; Andho padīpadhārova, tatheva paṭibhāti maṁ.
Bahussutaṁ upāseyya, sutañca na vināsaye; Taṁ mūlaṁ brahmacariyassa, tasmā dhammadharo siyā.
Pubbāparaññū atthaññū, niruttipadakovido; Suggahītañca gaṇhāti, atthañcopaparikkhati.
Khantyā chandikato hoti, ussahitvā tuleti taṁ; Samaye so padahati, ajjhattaṁ susamāhito.
Bahussutaṁ dhammadharaṁ, sappaññaṁ buddhasāvakaṁ; Dhammaviññāṇamākaṅkhaṁ, taṁ bhajetha tathāvidhaṁ.
Bahussuto dhammadharo, kosārakkho mahesino; Cakkhu sabbassa lokassa, pūjanīyo bahussuto.
Dhammārāmo dhammarato, dhammaṁ anuvicintayaṁ; Dhammaṁ anussaraṁ bhikkhu, saddhammā na parihāyati.
Kāyamaccheragaruno, hiyyamāne anuṭṭhahe; Sarīrasukhagiddhassa, kuto samaṇaphāsutā.
Na pakkhanti disā sabbā, dhammā na paṭibhanti maṁ; Gate kalyāṇamittamhi, andhakāraṁva khāyati.
Abbhatītasahāyassa, atītagatasatthuno; Natthi etādisaṁ mittaṁ, yathā kāyagatā sati.
Ye purāṇā atītā te, navehi na sameti me; Svajja ekova jhāyāmi, vassupetova pakkhimā”.
“Dassanāya abhikkante, nānāverajjake bahū; Mā vārayittha sotāro, passantu samayo mamaṁ”.
“Dassanāya abhikkante, nānāverajjake puthu; Karoti satthā okāsaṁ, na nivāreti cakkhumā.
Paṇṇavīsativassāni, sekhabhūtassa me sato; Na kāmasaññā uppajji, passa dhammasudhammataṁ.
Paṇṇavīsativassāni, sekhabhūtassa me sato; Na dosasaññā uppajji, passa dhammasudhammataṁ.
Paṇṇavīsativassāni, bhagavantaṁ upaṭṭhahiṁ; Mettena kāyakammena, chāyāva anapāyinī.
Paṇṇavīsativassāni, bhagavantaṁ upaṭṭhahiṁ; Mettena vacīkammena, chāyāva anapāyinī.
Paṇṇavīsativassāni, bhagavantaṁ upaṭṭhahiṁ; Mettena manokammena, chāyāva anapāyinī.
Buddhassa caṅkamantassa, piṭṭhito anucaṅkamiṁ; Dhamme desiyamānamhi, ñāṇaṁ me udapajjatha.
Ahaṁ sakaraṇīyomhi, sekho appattamānaso; Satthu ca parinibbānaṁ, yo amhaṁ anukampako.
Tadāsi yaṁ bhiṁsanakaṁ, tadāsi lomahaṁsanaṁ; Sabbākāravarūpete, sambuddhe parinibbute”.
“Bahussuto dhammadharo, kosārakkho mahesino; Cakkhu sabbassa lokassa, ānando parinibbuto.
Bahussuto dhammadharo, kosārakkho mahesino; Cakkhu sabbassa lokassa, andhakāre tamonudo.
Gatimanto satimanto, dhitimanto ca yo isi; Saddhammadhārako thero, ānando ratanākaro”.
“Pariciṇṇo mayā satthā, kataṁ buddhassa sāsanaṁ; Ohito garuko bhāro, natthi dāni punabbhavo”ti.