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THAG6.5

Das Sechserbuch

Chakkanipāta

1. Das erste Kapitel

Māluṅkyaputta (1)

Wenn ein Mensch nachlässig lebt, wächst Verlangen in ihm wie eine Kamelhufliane. Er springt von hier nach da wie eine Meerkatze, die im Wald eine Frucht will.

Jeder, dem dieses erbärmliche Verlangen überlegen ist, dieses Sich-Klammern an die Welt, dessen Kummer wächst wie Gras im Regen.

Doch jeder, der diesem erbärmlichen Verlangen überlegen ist, dem in der Welt so schwer zu entkommen ist, dessen Kummer fällt von ihm ab wie ein Wassertropfen von einem Lotusblatt.

Ich sage das zu euch, ihr guten Leute, die ihr euch hier versammelt habt: Grabt die Wurzel des Verlangens aus, wie ihr Gras ausgrabt, wenn ihr Wurzeln sucht. Lasst nicht zu, dass Māra euch wieder und wieder zerbricht wie ein Strom das Schilf.

Handelt nach den Worten des Buddha, versäumt nicht den Augenblick. Denn wenn ihr euren Augenblick versäumt, ist der Jammer groß, wenn ihr in die Hölle kommt.

Nachlässigkeit ist immer Staub; Staub folgt gleich auf Nachlässigkeit. Zieht durch Beflissenheit und Wissen den Pfeil aus euch heraus.

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).