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SN1.38

4. Das Kapitel über die Schar der Hundert Schmeicheleien

4. Satullapakāyikavagga

Ein Splitter

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Rājagaha im Wildpark Maddakucchi auf.

Nun war zu dieser Zeit der Fuß des Buddha von einem Holzsplitter verletzt. Der Buddha war von quälenden Schmerzen geplagt, die körperlichen Schmerzen waren scharf, heftig, brennend, lästig und unangenehm. Doch er ertrug seine Beschwerden unbeirrt, achtsam und der Situation bewusst. Und er faltete seine äußere Robe vierfach, breitete sie aus und legte sich in der Haltung des Löwen nieder – auf die rechte Seite, einen Fuß auf den anderen gelegt – achtsam und der Situation bewusst.

Da kamen spät in der Nacht siebenhundert strahlende Gottheiten von der Schar der Hundert Schmeicheleien, die mit ihrer Schönheit Maddakucchi weithin erhellten, zum Buddha, verbeugten sich und stellten sich zur Seite hin.

Als sie sich zur Seite hingestellt hatte, drückte eine Gottheit in Gegenwart des Buddha dieses innige Gefühl aus: „Welch ein Elefant ist der Asket Gotama, werter Herr! Und als Elefant erträgt er körperliche Schmerzen, die aufgekommen sind – scharfe, heftige, brennende, lästige und unangenehme –, unbeirrt, achtsam und der Situation bewusst.“

Darauf drückte eine andere Gottheit in Gegenwart des Buddha dieses innige Gefühl aus: „Welch ein Löwe ist der Asket Gotama, werter Herr! Und als Löwe erträgt er körperliche Schmerzen … unbeirrt, achtsam und der Situation bewusst.“

Darauf drückte eine andere Gottheit in Gegenwart des Buddha dieses innige Gefühl aus: „Welch ein Vollblüter ist der Asket Gotama, werter Herr! Und als Vollblüter erträgt er körperliche Schmerzen … unbeirrt, achtsam und der Situation bewusst.“

Darauf drückte eine andere Gottheit in Gegenwart des Buddha dieses innige Gefühl aus: „Welch ein Leitbulle ist der Asket Gotama, werter Herr! Und als Leitbulle erträgt er körperliche Schmerzen … unbeirrt, achtsam und der Situation bewusst.“

Darauf drückte eine andere Gottheit in Gegenwart des Buddha dieses innige Gefühl aus: „Welch ein Koloss ist der Asket Gotama, werter Herr! Und als Koloss erträgt er körperliche Schmerzen … unbeirrt, achtsam und der Situation bewusst.“

Darauf drückte eine andere Gottheit in Gegenwart des Buddha dieses innige Gefühl aus: „Welch ein Gezähmter ist der Asket Gotama, werter Herr! Und als Gezähmter erträgt er körperliche Schmerzen … unbeirrt, achtsam und der Situation bewusst.“

Darauf drückte eine andere Gottheit in Gegenwart des Buddha dieses innige Gefühl aus: „Seht, seine Versenkung ist so gut entwickelt und sein Geist so gut befreit – ohne nach vorne zu neigen oder nach hinten zu ziehen, und ohne durch Gewalt aufrechterhalten zu werden. Wenn jemand denkt, er könne diesen Elefanten von einem Mann, diesen Löwen von einem Mann, diesen Vollblüter von einem Mann, diesen Leitbullen von einem Mann, diesen Koloss von einem Mann, diesen gezähmten Mann überwinden, was ist das anderes, als nicht zu sehen?“

„Brahmanen, gelehrt in den fünf Zweigen der Vedenkunde, üben ein ganzes Jahrhundert inbrünstige Bußübung. Doch ihr Geist ist nicht richtig befreit, denn die von niederem Charakter gelangen nicht ans andere Ufer.

Von Verlangen gepackt, an Regeln und Gelübden haftend, so üben sie hundert Jahre raue und inbrünstige Bußübung. Doch ihr Geist ist nicht richtig befreit, denn die von niederem Charakter gelangen nicht ans andere Ufer.

Wer die Einbildung liebt, kann nicht gezähmt werden, und wer keine Versenkung besitzt, der kann kein Abgeklärter sein. Wer allein in der Wildnis nachlässig lebt, kann über den Machtbereich des Todes nicht hinausgelangen.“

„Wer die Einbildung aufgegeben hat, in sich selbst gesammelt, guten Herzens, in jeder Hinsicht frei, wer allein in der Wildnis beflissen lebt, er gelangt über den Machtbereich des Todes hinaus.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).