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SN12.4

1. Das Kapitel über die Buddhas

1. Buddhavagga

Über Vipassī

In Sāvatthī.

„Mönche und Nonnen, Vipassī der Gesegnete, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha hatte diesen Gedanken, bevor er erwachte, als er noch nicht erwacht war, aber zum Erwachen entschlossen: ‚Ach, diese Welt ist in Schwierigkeiten. Sie wird geboren, wird alt, stirbt, scheidet ab und wird wiedergeboren, doch sie versteht nicht, wie sie diesem Leiden entrinnen kann, dem Alter und dem Tod. Ach, wann wird ein Ausweg aus diesem Leiden gefunden, ein Ausweg aus Alter und Tod?‘

Und Vipassī, der zum Erwachen Entschlossene, dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Alter und Tod? Was ist die Bedingung für Alter und Tod?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Wiedergeburt besteht, gibt es Alter und Tod. Wiedergeburt ist die Bedingung für Alter und Tod.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Wiedergeburt? Was ist die Bedingung für Wiedergeburt?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn fortgesetztes Dasein besteht, gibt es Wiedergeburt. Fortgesetztes Dasein ist die Bedingung für Wiedergeburt.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es fortgesetztes Dasein? Was ist die Bedingung für fortgesetztes Dasein?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Ergreifen besteht, gibt es fortgesetztes Dasein. Ergreifen ist die Bedingung für fortgesetztes Dasein.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Ergreifen? Was ist die Bedingung für Ergreifen?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Verlangen besteht, gibt es Ergreifen. Verlangen ist die Bedingung für Ergreifen.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Verlangen? Was ist die Bedingung für Verlangen?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Gefühl besteht, gibt es Verlangen. Gefühl ist die Bedingung für Verlangen.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Gefühl? Was ist die Bedingung für Gefühl?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Kontakt besteht, gibt es Gefühl. Kontakt ist die Bedingung für Gefühl.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Kontakt? Was ist die Bedingung für Kontakt?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn die sechs Sinnesfelder bestehen, gibt es Kontakt. Die sechs Sinnesfelder sind die Bedingung für Kontakt.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es die sechs Sinnesfelder? Was ist die Bedingung für die sechs Sinnesfelder?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Name und Form bestehen, gibt es die sechs Sinnesfelder. Name und Form sind die Bedingung für die sechs Sinnesfelder.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Namen und Form? Was ist die Bedingung für Namen und Form?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Bewusstsein besteht, gibt es Namen und Form. Bewusstsein ist die Bedingung für Namen und Form.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Bewusstsein? Was ist die Bedingung für Bewusstsein?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Willensbildungsprozesse bestehen, gibt es Bewusstsein. Willensbildungsprozesse sind die Bedingung für Bewusstsein.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Willensbildungsprozesse? Was ist die Bedingung für Willensbildungsprozesse?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Unwissenheit besteht, gibt es Willensbildungsprozesse. Unwissenheit ist die Bedingung für Willensbildungsprozesse.‘

Und so ist Unwissenheit die Bedingung für Willensbildungsprozesse.

Willensbildungsprozesse sind die Bedingung für Bewusstsein. … So kommt diese ganze Masse des Leidens zustande. ‚Ursprung, Ursprung.‘ Dieses Sehen, dieses Erkennen, diese Weisheit, dieses Verstehen, dieses Licht ging Vipassī, dem zum Erwachen Entschlossenen, auf in Bezug auf Lehren, die er zuvor von niemand anderem gehört hatte.

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Alter und Tod nicht? Wenn was aufhört, hören Alter und Tod auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Wiedergeburt nicht besteht, gibt es Alter und Tod nicht. Wenn Wiedergeburt aufhört, hören Alter und Tod auf.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Wiedergeburt nicht? Wenn was aufhört, hört Wiedergeburt auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn fortgesetztes Dasein nicht besteht, gibt es Wiedergeburt nicht. Wenn fortgesetztes Dasein aufhört, hört Wiedergeburt auf.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es fortgesetztes Dasein nicht? Wenn was aufhört, hört fortgesetztes Dasein auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Ergreifen nicht besteht, gibt es fortgesetztes Dasein nicht. Wenn Ergreifen aufhört, hört fortgesetztes Dasein auf.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Ergreifen nicht? Wenn was aufhört, hört Ergreifen auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Verlangen nicht besteht, gibt es Ergreifen nicht. Wenn Verlangen aufhört, hört Ergreifen auf.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Verlangen nicht? Wenn was aufhört, hört Verlangen auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Gefühl nicht besteht, gibt es Verlangen nicht. Wenn Gefühl aufhört, hört Verlangen auf.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Gefühl nicht? Wenn was aufhört, hört Gefühl auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Kontakt nicht besteht, gibt es Gefühl nicht. Wenn Kontakt aufhört, hört Gefühl auf.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Kontakt nicht? Wenn was aufhört, hört Kontakt auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn die sechs Sinnesfelder nicht bestehen, gibt es Kontakt nicht. Wenn die sechs Sinnesfelder aufhören, hört Kontakt auf.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es die sechs Sinnesfelder nicht? Wenn was aufhört, hören die sechs Sinnesfelder auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Name und Form nicht bestehen, gibt es die sechs Sinnesfelder nicht. Wenn Name und Form aufhören, hören die sechs Sinnesfelder auf.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Namen und Form nicht? Wenn was aufhört, hören Name und Form auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Bewusstsein nicht besteht, gibt es Namen und Form nicht. Wenn Bewusstsein aufhört, hören Name und Form auf.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Bewusstsein nicht? Wenn was aufhört, hört Bewusstsein auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Willensbildungsprozesse nicht bestehen, gibt es Bewusstsein nicht. Wenn Willensbildungsprozesse aufhören, hört Bewusstsein auf.‘

Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Willensbildungsprozesse nicht? Wenn was aufhört, hören Willensbildungsprozesse auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte Vipassī mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Unwissenheit nicht besteht, gibt es Willensbildungsprozesse nicht. Wenn Unwissenheit aufhört, hören Willensbildungsprozesse auf.‘

Und so hören, wenn Unwissenheit aufhört, Willensbildungsprozesse auf. Wenn Willensbildungsprozesse aufhören, hört Bewusstsein auf. … So hört diese ganze Masse des Leidens auf. ‚Aufhören, Aufhören.‘ Dieses Sehen, dieses Erkennen, diese Weisheit, dieses Verstehen, dieses Licht ging Vipassī, dem zum Erwachen Entschlossenen, auf in Bezug auf Lehren, die er zuvor von niemand anderem gehört hatte.“

(Für jeden der sieben Buddhas in voller Länge zu sprechen.)

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).