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SN12.65

7. Das große Kapitel

7. Mahāvagga

Die Stadt

In Sāvatthī.

„Mönche und Nonnen, vor meinem Erwachen – als ich noch nicht erwacht war, aber zum Erwachen entschlossen – dachte ich: ‚Ach, diese Welt ist in Schwierigkeiten. Sie wird geboren, wird alt, stirbt, scheidet ab und wird wiedergeboren, doch sie versteht nicht, wie sie diesem Leiden entrinnen kann, dem Alter und dem Tod. Ach, wann wird ein Ausweg aus diesem Leiden gefunden, ein Ausweg aus Alter und Tod?‘ Da kam mir der Gedanke: ‚Wenn was besteht, gibt es Alter und Tod? Was ist die Bedingung für Alter und Tod?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte ich mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Wiedergeburt besteht, gibt es Alter und Tod. Wiedergeburt ist die Bedingung für Alter und Tod.‘

Da kam mir der Gedanke: ‚Wenn was besteht, gibt es Wiedergeburt? … fortgesetztes Dasein? … Ergreifen? … Verlangen? … Gefühl? … Kontakt? … die sechs Sinnesfelder? … Namen und Form? Was ist die Bedingung für Namen und Form?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte ich mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Bewusstsein besteht, gibt es Namen und Form. Bewusstsein ist die Bedingung für Namen und Form.‘ Da kam mir der Gedanke: ‚Wenn was besteht, gibt es Bewusstsein? Was ist die Bedingung für Bewusstsein?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte ich mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Name und Form bestehen, gibt es Bewusstsein. Name und Form sind die Bedingung für Bewusstsein.‘

Da kam mir der Gedanke: Dieses Bewusstsein wendet sich zurück zu Namen und Form und geht nicht darüber hinaus. Bis zu diesem Punkt kann man wiedergeboren werden, alt werden, sterben, verscheiden oder wieder erscheinen, nämlich: Name und Form sind die Bedingung für Bewusstsein. Bewusstsein ist die Bedingung für Namen und Form. Name und Form sind die Bedingung für die sechs Sinnesfelder. Die sechs Sinnesfelder sind die Bedingung für Kontakt. … So kommt diese ganze Masse des Leidens zustande. ‚Ursprung, Ursprung.‘ Dieses Sehen, dieses Erkennen, diese Weisheit, dieses Verstehen, dieses Licht erschien mir in Bezug auf Lehren, die ich zuvor von niemand anderem gehört hatte.

Da kam mir der Gedanke: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Alter und Tod nicht? Wenn was aufhört, hören Alter und Tod auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte ich mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Wiedergeburt nicht besteht, gibt es Alter und Tod nicht. Wenn Wiedergeburt aufhört, hören Alter und Tod auf.‘ Da kam mir der Gedanke: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Wiedergeburt nicht? … gibt es fortgesetztes Dasein nicht? … gibt es Ergreifen nicht? … gibt es Verlangen nicht? … gibt es Gefühl nicht? … gibt es Kontakt nicht? … gibt es die sechs Sinnesfelder nicht? … gibt es Namen und Form nicht? Wenn was aufhört, hören Name und Form auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte ich mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Bewusstsein nicht besteht, gibt es Namen und Form nicht. Wenn Bewusstsein aufhört, hören Name und Form auf.‘

Da kam mir der Gedanke: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Bewusstsein nicht? Wenn was aufhört, hört Bewusstsein auf?‘ Und durch wohlüberlegten Gebrauch des Geistes gelangte ich mit Weisheit zu dem Schluss: ‚Wenn Name und Form nicht bestehen, gibt es Bewusstsein nicht. Wenn Name und Form aufhören, hört Bewusstsein auf.‘

Da kam mir der Gedanke: Ich habe den Weg zum Erwachen gefunden, nämlich: Wenn Name und Form aufhören, hört Bewusstsein auf. Wenn Bewusstsein aufhört, hören Name und Form auf. Wenn Name und Form aufhören, hören die sechs Sinnesfelder auf. Wenn die sechs Sinnesfelder aufhören, hört Kontakt auf. … So hört diese ganze Masse des Leidens auf. ‚Aufhören, Aufhören.‘ Dieses Sehen, dieses Erkennen, diese Weisheit, dieses Verstehen, dieses Licht erschien mir in Bezug auf Lehren, die ich zuvor von niemand anderem gehört hatte.

Wie wenn da ein Mensch durch einen Wald wanderte, und er sähe einen alten Weg, eine alte Route, die in der Vergangenheit von Menschen begangen worden ist. Er folgte diesem Weg und sähe eine alte Stadt, eine alte Königsstadt, die in der Vergangenheit von Menschen bewohnt worden ist. Sie wäre entzückend, vollständig mit Parks, Wäldchen, Lotusteichen und Wällen. Dann würde dieser Mensch einem König oder königlichen Oberminister melden: ‚Bitte, Herr, du sollst wissen: Als ich durch einen Wald gewandert bin, habe ich einen alten Weg gesehen, eine alte Route, die in der Vergangenheit von Menschen begangen worden ist. Ich bin dem Weg gefolgt und sah eine alte Stadt, eine alte Königsstadt, die in der Vergangenheit von Menschen bewohnt worden ist. Sie war entzückend, vollständig mit Parks, Wäldchen, Lotusteichen und Wällen. Herr, du solltest diese Stadt wieder aufbauen!‘ Und der König oder königliche Oberminister ließe diese Stadt wieder aufbauen. Und nach einiger Zeit wäre diese Stadt erfolgreich, blühend, dicht bevölkert und voller Menschen, hätte Wachstum und Zunahme erreicht. Ebenso habe ich einen alten Weg gesehen, eine alte Route, die in der Vergangenheit von vollkommen erwachten Buddhas begangen worden ist.

Und was ist dieser alte Weg, diese alte Route, die in der Vergangenheit von vollkommen erwachten Buddhas begangen worden ist? Es ist einfach dieser edle achtfache Pfad: nämlich rechte Ansicht, rechtes Denken, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebenserwerb, rechter Einsatz, rechte Achtsamkeit und rechte Versenkung. Das ist dieser alte Weg, diese alte Route, die in der Vergangenheit von vollkommen erwachten Buddhas begangen worden ist.

Als ich ihm gefolgt bin, habe ich Alter und Tod, ihren Ursprung, ihr Aufhören und die Übung, die zu ihrem Aufhören führt, unmittelbar erkannt. Als ich ihm gefolgt bin, habe ich Wiedergeburt … fortgesetztes Dasein … Ergreifen … Verlangen … Gefühl … Kontakt … die sechs Sinnesfelder … Namen und Form … Bewusstsein unmittelbar erkannt … Als ich ihm gefolgt bin, habe ich Willensbildungsprozesse, ihren Ursprung, ihr Aufhören und die Übung, die zu ihrem Aufhören führt, unmittelbar erkannt.

Nachdem ich das erkannt hatte, sagte ich es den Mönchen, Nonnen, Laienmännern und Laienfrauen. Und so wurde dieses geistliche Leben erfolgreich und blühend, umfassend, beliebt, weit verbreitet und gut verkündet, wo immer es Götter und Menschen gibt.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).