← SN

SN22.81

8. Das Kapitel über über was gebissen werden kann

8. Khajjanīyavagga

In Pārileyya

Einmal hielt sich der Buddha bei Kosambī auf, in Ghositas Kloster.

Da kleidete der Buddha sich am Morgen an, nahm Schale und Robe und betrat Kosambī zum Almosengang. Nach dem Essen, als er vom Almosengang zurückkam, brachte er seine Unterkunft in Ordnung, nahm Schale und Robe, und ohne seine Aufwärter zu unterrichten oder sich vom Saṅgha der Mönche und Nonnen zu verabschieden, brach er allein ohne einen Gefährten auf.

Nicht lange, nachdem der Buddha gegangen war, ging einer der Mönche zum Ehrwürdigen Ānanda und unterrichtete ihn darüber. Ānanda sagte: „Geehrter, wenn der Buddha so weggeht, heißt das, er will allein bleiben. Niemand sollte ihm jetzt folgen.“

Der Buddha wanderte Stück für Stück, bis er nach Pārileyya kam, und blieb dort am Fuß eines glückverheißenden Salbaumes. Da gingen einige Mönche und Nonnen zum Ehrwürdigen Ānanda und tauschten Willkommensgrüße mit ihm aus.

Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzten sie sich zur Seite hin und sagten zu ihm: „Geehrter Ānanda, es ist lange her, dass wir unter den Augen des Buddha einen Dhammavortrag gehört haben. Wir würden gerne unter den Augen des Buddha einen Dhammavortrag hören.“

Da ging der Ehrwürdige Ānanda zusammen mit diesen Mönchen und Nonnen nach Pārileyya, um den Buddha zu sehen. Sie verbeugten sich und setzten sich zur Seite hin, und der Buddha leitete sie mit einem Dhammavortrag an, ermunterte, begeisterte und erhob sie.

Da kam zu dieser Zeit einem der Mönche dieser Gedanke in den Sinn: „Wie erkennt und sieht man, sodass die Befleckungen umgehend aufgelöst werden?“

Da erkannte der Buddha den Gedankengang dieses Mönchs und wandte sich an die Mönche und Nonnen:

„Mönche und Nonnen, ich habe den Dhamma durch Aufgliederung gelehrt. Durch Aufgliederung habe ich die vier Arten der Achtsamkeitsmeditation gelehrt, die vier Arten des rechten Bemühens, die vier Grundlagen übersinnlicher Kraft, die fünf Fähigkeiten, die fünf Kräfte, die sieben Faktoren des Erwachens und den edlen achtfachen Pfad. So habe ich den Dhamma durch Aufgliederung gelehrt. Nachdem ich den Dhamma durch Aufgliederung gelehrt habe, kommt einem gewissen Mönch, der hier anwesend ist, dieser Gedanke in den Sinn: ‚Wie erkennt und sieht man, sodass die Befleckungen umgehend aufgelöst werden?‘

Und wie, Mönche und Nonnen, erkennt und sieht man, sodass die Befleckungen umgehend aufgelöst werden? Da hat ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch die Edlen nicht gesehen und ist in der Lehre der Edlen nicht bewandert und geschult. Er hat keine wahren Menschen gesehen und ist in der Lehre der wahren Menschen nicht bewandert und geschult.

Er betrachtet Form als das Selbst. Aber dieses Betrachten ist bloß eine bedingte Erscheinung. Und was ist die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft dieser bedingten Erscheinung? Wenn ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch unwissend von Gefühlen getroffen wird, die aus Kontakt entsprungen sind, entsteht Verlangen. Daraus wird diese bedingte Erscheinung geboren. So ist diese bedingte Erscheinung unbeständig, bedingt und abhängig entstanden. Und auch dieses Verlangen, dieses Gefühl, dieser Kontakt und diese Unwissenheit sind unbeständig, bedingt und abhängig entstanden. So erkennt und sieht man, sodass die Befleckungen umgehend aufgelöst werden.

Vielleicht betrachtet er nicht Form als das Selbst, aber doch das Selbst als etwas, das Form besitzt. Aber dieses Betrachten ist bloß eine bedingte Erscheinung. …

Vielleicht betrachtet er nicht Form als das Selbst oder das Selbst als etwas, das Form besitzt, aber doch Form als im Selbst. Aber dieses Betrachten ist bloß eine bedingte Erscheinung. …

Vielleicht betrachtet er nicht Form als das Selbst, das Selbst als etwas, das Form besitzt, oder Form als im Selbst, aber doch das Selbst als in der Form. Aber dieses Betrachten ist bloß eine bedingte Erscheinung. …

Vielleicht betrachtet er nicht Form als das Selbst, das Selbst als etwas, das Form besitzt, Form als im Selbst oder das Selbst als in der Form. Aber er betrachtet Gefühl als das Selbst … er betrachtet Wahrnehmung als das Selbst … er betrachtet Willensbildungsprozesse als das Selbst … er betrachtet Bewusstsein als das Selbst … Aber dieses Betrachten ist bloß eine bedingte Erscheinung. Und was ist die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft dieser bedingten Erscheinung? Wenn ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch unwissend von Gefühlen getroffen wird, die aus Kontakt entsprungen sind, entsteht Verlangen. Daraus wird diese bedingte Erscheinung geboren. So ist diese bedingte Erscheinung unbeständig, bedingt und abhängig entstanden. Und auch dieses Verlangen, dieses Gefühl, dieser Kontakt und diese Unwissenheit sind unbeständig, bedingt und abhängig entstanden. So erkennt und sieht man, sodass die Befleckungen umgehend aufgelöst werden.

Vielleicht betrachtet er nicht Form oder Gefühl oder Wahrnehmung oder Willensbildungsprozesse oder Bewusstsein als das Selbst. Aber er hat doch eine solche Ansicht: ‚Das Selbst und das Weltall sind ein und dasselbe. Nach dem Tod werde ich das sein: beständig, immerwährend, ewig und unvergänglich.‘ Aber diese Ewigkeitsansicht ist bloß eine bedingte Erscheinung. Und was ist die Quelle dieser bedingten Erscheinung? … So erkennt und sieht man, sodass die Befleckungen umgehend aufgelöst werden.

Vielleicht betrachtet er nicht Form oder Gefühl oder Wahrnehmung oder Willensbildungsprozesse oder Bewusstsein als das Selbst, noch hat er eine solche Ansicht: ‚Das Selbst und das Weltall sind ein und dasselbe. Nach dem Tod werde ich das sein: beständig, immerwährend, ewig und unvergänglich.‘ Aber er hat doch eine solche Ansicht: ‚Ich könnte nicht sein, und es könnte nicht mein sein. Ich werde nicht sein, und es wird nicht mein sein.‘ Aber dieser Vernichtungsglaube ist bloß eine bedingte Erscheinung. Und was ist die Quelle dieser bedingten Erscheinung? … So erkennt und sieht man, sodass die Befleckungen umgehend aufgelöst werden.

Vielleicht betrachtet er nicht Form oder Gefühl oder Wahrnehmung oder Willensbildungsprozesse oder Bewusstsein als das Selbst, noch hat er eine solche Ansicht: ‚Das Selbst und das Weltall sind ein und dasselbe. Nach dem Tod werde ich das sein: beständig, immerwährend, ewig und unvergänglich‘, noch hat er eine solche Ansicht: ‚Ich könnte nicht sein, und es könnte nicht mein sein. Ich werde nicht sein, und es wird nicht mein sein.‘ Aber er hat doch Zweifel, ist unsicher und unschlüssig über die wahre Lehre. Aber dieser Zweifel, diese Unsicherheit und Unschlüssigkeit über die wahre Lehre ist bloß eine bedingte Erscheinung. Und was ist die Quelle, der Ursprung, die Wiege und die Herkunft dieser bedingten Erscheinung? Wenn ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch unwissend von Gefühlen getroffen wird, die aus Kontakt entsprungen sind, entsteht Verlangen. Daraus wird diese bedingte Erscheinung geboren. So ist diese bedingte Erscheinung unbeständig, bedingt und abhängig entstanden. Und auch dieses Verlangen, dieses Gefühl, dieser Kontakt und diese Unwissenheit sind unbeständig, bedingt und abhängig entstanden. So erkennt und sieht man, sodass die Befleckungen umgehend aufgelöst werden.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).