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SN35.232

18. Das Kapitel über das Meer

18. Samuddavagga

Mit Koṭṭhita

Einmal hielten sich der Ehrwürdige Sāriputta und der Ehrwürdige Mahākoṭṭhita bei Varanasi auf, im Wildpark bei Isipatana. Da kam der Ehrwürdige Mahākoṭṭhita am späten Nachmittag aus seiner Klausur, ging zum Ehrwürdigen Sāriputta und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus. Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte Mahākoṭṭhita sich zur Seite hin und sagte zu Sāriputta:

„Geehrter Sāriputta, was trifft zu? Ist das Auge die Fessel der Bilder oder sind die Bilder die Fessel des Auges? Ist das Ohr … Ist die Nase … Ist die Zunge … Ist der Körper … Ist der Geist die Fessel der Vorstellungen oder sind die Vorstellungen die Fessel des Geistes?“

„Geehrter Koṭṭhita, das Auge ist nicht die Fessel der Bilder, noch sind die Bilder die Fessel des Auges. Die Fessel hier ist das Sehnen und Begehren, das durch beide zusammen entsteht. Das Ohr … Die Nase … Die Zunge … Der Körper … Der Geist ist nicht die Fessel der Vorstellungen, noch sind die Vorstellungen die Fessel des Geistes. Die Fessel hier ist das Sehnen und Begehren, das durch beide zusammen entsteht.

Wie wenn da ein schwarzer und ein weißer Ochse mit einem einzigen Geschirr oder Joch eingejocht wären: Wäre es richtig, zu sagen, der schwarze Ochse sei das Joch des weißen oder der weiße Ochse sei das Joch des schwarzen?“

„Nein, Geehrter. Der schwarze Ochse ist nicht das Joch des weißen, noch ist der weiße Ochse das Joch des schwarzen. Das Joch ist hier das eine Geschirr oder Joch, mit dem sie eingejocht sind.“

„Ebenso ist das Auge nicht die Fessel der Bilder, noch sind die Bilder die Fessel des Auges. Die Fessel hier ist das Sehnen und Begehren, das durch beide zusammen entsteht. Das Ohr … Die Nase … Die Zunge … Der Körper … Der Geist ist nicht die Fessel der Vorstellungen, noch sind die Vorstellungen die Fessel des Geistes. Die Fessel hier ist das Sehnen und Begehren, das durch beide zusammen entsteht.

Wenn das Auge die Fessel der Bilder wäre oder die Bilder wären die Fessel des Auges, wäre ein Führen des geistlichen Lebens zur völligen Auflösung des Leidens nicht zu finden. Aber da stattdessen die Fessel hier das Sehnen und Begehren ist, das durch beide zusammen entsteht, ist ein Führen des geistlichen Lebens zur völligen Auflösung des Leidens zu finden.

Wenn das Ohr … Wenn die Nase … Wenn die Zunge … Wenn der Körper … Wenn der Geist die Fessel der Vorstellungen wäre oder die Vorstellungen wären die Fessel des Geistes, wäre ein Führen des geistlichen Lebens zur völligen Auflösung des Leidens nicht zu finden. Aber da stattdessen die Fessel hier das Sehnen und Begehren ist, das durch beide zusammen entsteht, ist ein Führen des geistlichen Lebens zur völligen Auflösung des Leidens zu finden.

Auch das ist eine Art, zu verstehen, inwiefern das so ist.

Der Buddha hat ein Auge, mit dem er ein Bild sieht. Aber er hat kein Sehnen und Begehren, denn sein Geist ist gut befreit. Der Buddha hat ein Ohr, mit dem er einen Ton hört. Aber er hat kein Sehnen und Begehren, denn sein Geist ist gut befreit. Der Buddha hat eine Nase, mit der er einen Geruch riecht. Aber er hat kein Sehnen und Begehren, denn sein Geist ist gut befreit. Der Buddha hat eine Zunge, mit der er einen Geschmack schmeckt. Aber er hat kein Sehnen und Begehren, denn sein Geist ist gut befreit. Der Buddha hat einen Körper, mit dem er eine Berührung empfindet. Aber er hat kein Sehnen und Begehren, denn sein Geist ist gut befreit. Der Buddha hat einen Geist,

mit dem er eine Vorstellung erkennt. Aber er hat kein Sehnen und Begehren, denn sein Geist ist gut befreit.

Auch das ist eine Art, zu verstehen, inwiefern das Auge nicht die Fessel der Bilder ist noch die Bilder die Fessel des Auges sind, sondern die Fessel hier das Sehnen und Begehren ist, das durch beide zusammen entsteht; inwiefern das Ohr … inwiefern die Nase … inwiefern die Zunge … inwiefern der Körper … inwiefern der Geist nicht die Fessel der Vorstellungen ist noch die Vorstellungen die Fessel des Geistes sind, sondern die Fessel hier das Sehnen und Begehren ist, das durch beide zusammen entsteht.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).