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SN45.2

1. Das Kapitel über Unwissenheit

1. Avijjāvagga

Das halbe geistliche Leben

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha im Land der Sakyer auf, bei dem Marktflecken der Sakyer mit Namen Nagaraka. Da ging der Ehrwürdige Ānanda zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm:

„Herr, gute Freunde, Genossen und Gefährten sind das halbe geistliche Leben.“

„So nicht, Ānanda! So nicht, Ānanda! Gute Freunde, Genossen und Gefährten sind das ganze geistliche Leben. Von einem Mönch mit guten Freunden, Genossen und Gefährten kann man erwarten, dass er den edlen achtfachen Pfad entwickelt und mehrt.

Und wie entwickelt und mehrt ein Mönch mit guten Freunden den edlen achtfachen Pfad? Da entwickelt ein Mönch rechte Ansicht, die aus Abgeschiedenheit, Schwinden und Aufhören erwächst und zum Loslassen heranreift. Er entwickelt rechtes Denken … rechte Rede … rechtes Handeln … rechten Lebenserwerb … rechten Einsatz … rechte Achtsamkeit … und rechte Versenkung, die aus Abgeschiedenheit, Schwinden und Aufhören erwächst und zum Loslassen heranreift. So entwickelt und mehrt ein Mönch mit guten Freunden den edlen achtfachen Pfad.

Und hier ist eine andere Art, zu verstehen, wie gute Freunde das ganze geistliche Leben sind: Denn indem sie sich auf mich als guten Freund stützen, werden Lebewesen, die wiedergeboren werden, alt werden und sterben müssen, die Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis erfahren müssen, von all diesen Dingen befreit. Das ist eine andere Art, zu verstehen, wie gute Freunde das ganze geistliche Leben sind.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).