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SN47.12

2. Das Kapitel bei Nāḷandā

2. Nālandavagga

Bei Nāḷandā

Einmal hielt sich der Buddha bei Nāḷandā im Mangowäldchen des Wollwebers auf. Da ging der Ehrwürdige Sāriputta zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm:

„Herr, ich habe solche Zuversicht zum Buddha, dass ich glaube, dass es keinen anderen Asketen oder Brahmanen gibt – weder in der Vergangenheit, der Zukunft noch der Gegenwart –, dessen unmittelbare Einsicht in Bezug auf das Erwachen über der des Buddha steht.“

„Das ist eine gewaltige und dramatische Aussage, Sāriputta. Du hast ein verbindliches, kategorisches Löwengebrüll gebrüllt: ‚Ich habe solche Zuversicht zum Buddha, dass ich glaube, dass es keinen anderen Asketen oder Brahmanen gibt – weder in der Vergangenheit, der Zukunft noch der Gegenwart –, dessen unmittelbare Einsicht in Bezug auf das Erwachen über der des Buddha steht.‘

Wie ist es mit all den Vollendeten, den vollkommen erwachten Buddhas, die in der Vergangenheit gelebt haben? Hast du ihren Geist erfasst, sodass du weißt: ‚Diese Buddhas hatten solche Tugend, solche Eigenschaften, solche Weisheit, solche Meditation oder solche Freiheit‘?“

„Nein, Herr.“

„Und wie ist es mit all den Vollendeten, den vollkommen erwachten Buddhas, die in der Zukunft leben werden? Hast du ihren Geist erfasst, sodass du weißt: ‚Diese Buddhas werden solche Tugend, solche Eigenschaften, solche Weisheit, solche Meditation oder solche Freiheit haben‘?“

„Nein, Herr.“

„Und wie ist es mit mir, dem Vollendeten, dem vollkommen erwachten Buddha der Gegenwart? Hast du meinen Geist erfasst, sodass du weißt: ‚Dieser Buddha hat solche Tugend, solche Eigenschaften, solche Weisheit, solche Meditation oder solche Freiheit‘?“

„Nein, Herr.“

„Nun, Sāriputta, da du nicht den Geist von Buddhas der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart erfasst, was genau tust du, dass du so eine gewaltige und dramatische Aussage machst, so ein verbindliches, kategorisches Löwengebrüll brüllst?“

„Herr, obwohl ich nicht den Geist von Buddhas der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart erfasse, verstehe ich es dennoch, indem ich es von der Lehre ableite. Wie eine königliche Grenzfestung mit befestigten Böschungen, Erdwällen und Bögen und einem einzigen Tor, die hätte einen Torwächter, der klug, fähig und verständig wäre. Fremde ließe er draußen, Bekannte ließe er ein. Wenn er seine Patrouillenrunde um die Festung machte, sähe er keine Lücke und keinen Spalt in der Festungsmauer, nicht einmal so groß, dass eine Katze hindurchschlüpfen könnte. Er dächte: ‚Alle Geschöpfe einer nennenswerten Größe, die die Festung betreten oder verlassen, sie alle tun es durch dieses Tor.‘

Ebenso verstehe ich, indem ich es von der Lehre ableite: ‚Alle Vollendeten, die vollkommen erwachten Buddhas – sowohl in der Vergangenheit, der Zukunft als auch der Gegenwart – sie alle geben die fünf Hindernisse auf, die Verunreinigungen des Herzens, die die Weisheit schwächen. Ihr Geist ist in den vier Arten der Achtsamkeitsmeditation fest verankert. Sie entwickeln richtig die sieben Faktoren des Erwachens. Und sie erwachen zum unübertrefflichen vollkommenen Erwachen.‘“

„Gut, gut, Sāriputta! Daher, Sāriputta, solltest du diese Lehrdarlegung häufig den Mönchen, Nonnen, Laienmännern und Laienfrauen vortragen. Zwar wird es einige unnütze Menschen geben, die Zweifel oder Unsicherheit in Bezug auf den Klargewordenen haben; aber wenn sie diese Lehrdarlegung hören, werden sie diesen Zweifel und diese Unsicherheit aufgeben.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).