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SN47.13

2. Das Kapitel bei Nāḷandā

2. Nālandavagga

Mit Cunda

Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika. Zu dieser Zeit nun hielt sich der Ehrwürdige Sāriputta im Land der Magadher bei dem Dörfchen Nālaka auf, und er war mitgenommen, leidend, schwer krank. Und der Novize Cunda pflegte ihn.

Da erlosch der Ehrwürdige Sāriputta aufgrund dieser Krankheit vollkommen. Darauf nahm Cunda Sāriputtas Schale und Roben und brach nach Sāvatthī auf. Er ging zum Ehrwürdigen Ānanda in Jetas Wäldchen, dem Kloster des Anāthapiṇḍika, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm:

„Herr, der Ehrwürdige Sāriputta ist vollkommen verloschen. Das sind seine Schale und seine Robe.“

„Geehrter Cunda, wir sollten den Buddha sehen und ihn über diese Sache unterrichten. Komm, lass uns zum Buddha gehen und ihm darüber berichten.“

„Ja, Herr“, antwortete Cunda.

Darauf gingen Ānanda und Cunda zum Buddha, verbeugten sich, setzten sich zur Seite hin, und der Ehrwürdige Ānanda sagte zu ihm:

„Herr, dieser Novize Cunda sagt, der Ehrwürdige Sāriputta sei vollkommen verloschen. Das sind seine Schale und seine Robe. Seit ich das gehört habe, fühlt sich mein Körper an wie betäubt. Ich habe die Orientierung verloren, und die Lehren wollen mir nicht einfallen.“

„Nun, Ānanda, als Sāriputta vollkommen verloschen ist, hat er da den ganzen Umfang deiner Tugend, deiner Versenkung, deiner Weisheit, deiner Freiheit oder deines Erkennens und Sehens der Freiheit weggenommen?“

„Nein, Herr, das hat er nicht. Aber der Ehrwürdige Sāriputta war mein Unterweiser und Berater. Er hat mich angeleitet, ermuntert, begeistert und erhoben. Er wurde niemals müde, den Dhamma zu lehren, und hat seine geistlichen Gefährten unterstützt. Ich erinnere mich an den Nektar der Lehre, den Reichtum der Lehre, den Rückhalt der Lehre, wie sie vom Ehrwürdigen Sāriputta ausgingen.“

„Ānanda, habe ich nicht darauf vorbereitet, als ich erklärte, dass wir von allem, was uns lieb und teuer ist, getrennt und geschieden werden müssen? Wie könnte es möglich sein, dass das, was geboren, geschaffen, bedingt ist und zerfallen muss, nicht zerfallen sollte? Das ist nicht möglich.

Wie ein großer Baum, der mit Kernholz dasteht, und der dickste Ast bräche ab: Ebenso ist in dem großen Saṅgha, der mit Kernholz dasteht, Sāriputta vollkommen verloschen.

Wie könnte es möglich sein, dass das, was geboren, geschaffen, bedingt ist und zerfallen muss, nicht zerfallen sollte? Das ist nicht möglich.

Daher, Ānanda, lebe als deine eigene Insel, deine eigene Zuflucht, suche keine andere Zuflucht. Mach die Lehre zu deiner Insel und deiner Zuflucht, suche keine andere Zuflucht.

Und wie lebt ein Mönch als seine eigene Insel, seine eigene Zuflucht, und sucht keine andere Zuflucht? Wie macht er die Lehre zu seiner Insel und seiner Zuflucht und sucht keine andere Zuflucht? Da meditiert ein Mönch, indem er einen Aspekt des Körpers beobachtet – eifrig, bewusst und achtsam, frei von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit gegenüber der Welt. Er meditiert, indem er einen Aspekt der Gefühle beobachtet … indem er einen Aspekt des Geistes beobachtet … indem er einen Aspekt der natürlichen Gesetzmäßigkeiten beobachtet – eifrig, bewusst und achtsam, frei von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit gegenüber der Welt.

So lebt ein Mönch als seine eigene Insel, seine eigene Zuflucht und sucht keine andere Zuflucht. So macht er die Lehre zu seiner Insel und seiner Zuflucht und sucht keine andere Zuflucht.

Jeder, der jetzt oder nach meinem Tod als seine eigene Insel lebt, als seine eigene Zuflucht, der keine andere Zuflucht sucht; der die Lehre zu seiner Insel und seiner Zuflucht macht und keine andere Zuflucht sucht – diese meine Mönche und Nonnen, die sich schulen wollen, werden zu den Besten der Besten gehören.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).