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AN 1.306-315

25. Das zweite Kapitel über ein Ding

25. Dutiyavagga

306

„Mönche und Nonnen, ich sehe kein einziges Ding, das untaugliche Eigenschaften so entstehen lässt oder sie wachsen und zunehmen lässt, wenn sie entstanden sind, wie falsche Ansicht. Wenn man falsche Ansicht hat, entstehen untaugliche Eigenschaften, und wenn sie bereits entstanden sind, wachsen sie und nehmen zu.“

307

„Mönche und Nonnen, ich sehe kein einziges Ding, das taugliche Eigenschaften so entstehen lässt oder sie wachsen und zunehmen lässt, wenn sie entstanden sind, wie rechte Ansicht. Wenn man rechte Ansicht hat, entstehen nicht entstandene taugliche Eigenschaften, und wenn sie bereits entstanden sind, wachsen sie und nehmen zu.“

308

„Mönche und Nonnen, ich sehe kein einziges Ding, das untaugliche Eigenschaften so entstehen oder taugliche Eigenschaften so verkümmern lässt wie falsche Ansicht. Wenn man falsche Ansicht hat, entstehen untaugliche Eigenschaften, und taugliche Eigenschaften verkümmern.“

309

„Mönche und Nonnen, ich sehe kein einziges Ding, das taugliche Eigenschaften so entstehen oder untaugliche Eigenschaften so verkümmern lässt wie rechte Ansicht. Wenn man rechte Ansicht hat, entstehen taugliche Eigenschaften, und untaugliche Eigenschaften verkümmern.“

310

„Mönche und Nonnen, ich sehe kein einziges Ding, das falsche Ansicht so entstehen lässt, und wenn sie bereits entstanden ist, sie so zunehmen lässt wie unüberlegter Gebrauch des Geistes. Wenn man den Geist unüberlegt gebraucht, entsteht falsche Ansicht, und wenn sie entstanden ist, nimmt sie zu.“

311

„Mönche und Nonnen, ich sehe kein einziges Ding, das rechte Ansicht so entstehen lässt, und wenn sie bereits entstanden ist, sie so zunehmen lässt wie wohlüberlegter Gebrauch des Geistes. Wenn man den Geist wohlüberlegt gebraucht, entsteht rechte Ansicht, und wenn sie entstanden ist, nimmt sie zu.“

312

„Mönche und Nonnen, ich sehe kein einziges Ding, das so wie falsche Ansicht dazu führt, dass Lebewesen, wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, an einem verlorenen Ort wiedergeboren werden, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle. Weil sie falsche Ansicht haben, werden Lebewesen, wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, an einem verlorenen Ort wiedergeboren, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle.“

313

„Mönche und Nonnen, ich sehe kein einziges Ding, das so wie rechte Ansicht dazu führt, dass Lebewesen, wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, an einem guten Ort wiedergeboren werden, in einer himmlischen Welt. Weil sie rechte Ansicht haben, werden Lebewesen, wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, an einem guten Ort wiedergeboren, in einer himmlischen Welt.“

314

„Mönche und Nonnen, wenn ein Individuum falsche Ansicht hat, ganz gleich, welche Handlung es mit dem Körper, der Sprache oder dem Geist im Einklang mit dieser Ansicht unternimmt: Seine Absichten, Ziele, Wünsche und Willensbildungsprozesse werden zu etwas führen, das unerwünscht, unwillkommen und unangenehm ist, zu Schmerz und Leid. Warum ist das so? Weil seine Ansicht schlecht ist. Wie ein Same des Niembaums, eines Luffa- oder Bitterkürbisses, der in feuchte Erde gepflanzt würde: Ganz gleich, welche Nährstoffe er aus der Erde und dem Wasser aufnähme, sie würden zu seinem bitteren, strengen und unangenehmen Geschmack beitragen. Warum ist das so? Weil der Same schlecht ist. Ebenso ist es auch mit einem Individuum, das falsche Ansicht hat: Ganz gleich, welche Handlung es mit dem Körper, der Sprache oder dem Geist im Einklang mit dieser Ansicht unternimmt: Seine Absichten, Ziele, Wünsche und Willensbildungsprozesse werden zu etwas führen, das unerwünscht, unwillkommen und unangenehm ist, zu Schmerz und Leid. Warum ist das so? Weil seine Ansicht schlecht ist.“

315

„Mönche und Nonnen, wenn ein Individuum rechte Ansicht hat, ganz gleich, welche Handlung es mit dem Körper, der Sprache oder dem Geist im Einklang mit dieser Ansicht unternimmt: Seine Absichten, Ziele, Wünsche und Willensbildungsprozesse werden zu etwas führen, das erwünscht, willkommen und angenehm ist, zu Nutzen und Glück. Warum ist das so? Weil seine Ansicht gut ist. Wie ein Same von Zuckerrohr, feinem Reis oder Trauben, der in feuchte Erde gepflanzt würde: Ganz gleich, welche Nährstoffe er aus der Erde und dem Wasser aufnähme, sie würden zu seinem süßen, angenehmen und köstlichen Geschmack beitragen. Warum ist das so? Weil der Same gut ist. Ebenso ist es auch mit einem Individuum, das rechte Ansicht hat: Ganz gleich, welche Handlung es mit dem Körper, der Sprache oder dem Geist im Einklang mit dieser Ansicht unternimmt: Seine Absichten, Ziele, Wünsche und Willensbildungsprozesse werden zu etwas führen, das erwünscht, willkommen und angenehm ist, zu Nutzen und Glück. Warum ist das so? Weil seine Ansicht gut ist.“

Übersetzung: Deutsch (Ayyā Sabbamittā), English (Bhikkhu Sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).

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