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CP8

Das Kapitel mit Akitti

Akittivagga

Die Vollkommenheit des Gebens (8)

Das Verhalten des Königs Sivi

„In der Stadt, die Ariṭṭha hieß, war ich der Adlige mit Namen Sivi. Ich saß in meinem erlesensten Langhaus, da hatte ich diesen Gedanken:

‚Von allen menschlichen Gaben, die es gibt, findet man keine, die ich nicht gegeben hätte. Selbst wenn jemand um mein Auge bäte, gäbe ich es, ohne zu wanken.‘

Sakka der Götterfürst erkannte meine Gedanken, und als er in der Versammlung der Götter saß, sagte er Folgendes:

‚Der mächtige König Sivi sitzt in seinem erlesensten Langhaus; er denkt an die vielfältigen Gaben und kann keine sehen, die er nicht geben würde.

Ist das wahr oder nicht? Kommt, wir wollen ihn prüfen. Wartet eine Weile, bis ich seinen Geist kenne.‘

In der Gestalt eines gebrechlichen alten Mannes mit grauem Haar und runzliger Haut, schwach und blind, so näherte er sich dem König.

Dann streckte er seinen linken und rechten Arm aus, erhob die zusammengelegten Hände zum Kopf und sagte Folgendes:

‚Großer König, ich habe eine Bitte an dich. Unter deiner gerechten Herrschaft ist das Königreich gediehen, und der Ruf deiner Liebe zum Geben ist unter Göttern und Menschen aufgekommen.

Meine beiden Augen, mit denen ich meinen Weg finde, sind verdorben und blind geworden. Gib mir nur ein Auge und komme auch du mit einem durch.‘

Als ich seine Worte gehört hatte, war ich begeistert, mein Geist freudig bewegt, und mit zusammengelegten Händen, ergriffen, sagte ich Folgendes:

‚Eben jetzt habe ich darüber nachgedacht, als ich aus dem Langhaus kam. Du hast meine Gedanken erkannt und bist gekommen, um ein Auge zu bitten.

Ah! Mein Wunsch wurde erfüllt! Meine Absicht ist erfüllt! Heute werde ich einem Bittsteller eine erlesene Gabe geben, die nie zuvor gegeben wurde.‘

‚Komm, Sivaka, steh auf, zögere oder wanke nicht. Reiße selbst beide Augen aus und gib sie dem Bittsteller.‘

Und da, so von mir angespornt, tat Sivaka, was ich sagte. Er nahm beide Augen heraus und reichte sie dem zitternden Bittsteller.

‚Als ich vorhatte, zu geben, als ich gab und nachdem ich gegeben hatte, zauderte mein Geist nicht, denn es war nur um des Erwachens willen.

Es war nicht, weil ich meine Augen nicht mochte, noch, weil ich mich selbst nicht mochte, sondern weil mir Allwissenheit kostbar war, darum gab ich meine Augen her.‘“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).