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Dhp 129-145

10. Das Kapitel über den Stock

Daṇḍavagga

aus: Dhammasprüche 129–145

10. Das Kapitel über den Stock

Alle zittern vor dem Stock,
alle fürchten den Tod.
Wer andere wie sich selbst behandelt,
würde nicht töten noch zum Töten anstiften.

Alle zittern vor dem Stock,
alle lieben das Leben.
Wer andere wie sich selbst behandelt,
würde nicht töten noch zum Töten anstiften.

Die Geschöpfe lieben Glück;
wenn ihr ihnen auf der Suche nach eigenem Glück
mit einem Stock wehtut,
werdet ihr nach dem Tod kein Glück finden.

Die Geschöpfe lieben Glück;
wenn ihr ihnen auf der Suche nach eigenem Glück
nicht mit einem Stock wehtut,
werdet ihr nach dem Tod Glück finden.

Sprich nicht mit harten Worten,
sie könnten harte Worte erwidern.
Denn angriffslustige Rede ist schmerzhaft,
und der Stock könnte auf dich zurückspringen.

Wenn du dich selbst zum Schweigen bringst
wie eine zerbrochene Glocke,
erreichst du das Erlöschen
und kennst keine Spannungen.

Wie ein Kuhhirte seine Kühe
mit dem Stock auf die Weide treibt,
so treiben Alter und Tod
das Leben aus den Lebewesen.

Der Tor versteht nicht
das Böse, das er tut.
Doch wegen dieser Taten leidet der Dummkopf
Qualen, als sei er vom Feuer verbrannt.

Wer die Friedlichen und von Hass Freien
gewalttätig und gehässig angreift,
stürzt rasch
in einen von zehn schlechten Zuständen:

heftige Schmerzen, Verlust,
das Auseinanderbrechen des Körpers,
ernsthafte Krankheit,
Verrücktwerden,

Risiken durch Herrscher,
bösartige Verleumdung,
Verlust von Verwandten,
Zerstörung des Vermögens

oder sein Haus
wird vom Feuer verzehrt.
Wenn sein Körper auseinanderbricht, wird dieser geistlose Mensch
in der Hölle wiedergeboren.

Nicht Nacktheit, nicht Filzhaare noch Schlamm,
nicht Fasten und nicht auf blankem Boden liegen,
nicht sich in Staub und Schmutz kleiden noch Verharren in der Hockstellung
wird einen Sterblichen läutern, der nicht frei von Zweifel ist.

Auch wenn jemand herausgeputzt ist: Wenn er gut lebt –
friedvoll, gezähmt, dem geistlichen Pfad geweiht,
Gewalt gegen alle Geschöpfe niedergelegt –
so ist er ein Brahmane, ein Asket, ein Mönch.

Kann man in der Welt einen Menschen finden,
der vom Gewissen zurückgehalten wird?
Der vor Tadel zurückschreckt
wie ein erlesenes Pferd vor der Peitsche?

Sei eifrig und voller Dringlichkeit
wie ein erlesenes Pferd unter der Peitsche.
Mit Vertrauen, Tugend und Energie,
Versenkung und Erforschung der Gesetzmäßigkeiten,
vollendetem Wissen und Verhalten, achtsam,
so gib dieses gewaltige Leiden auf.

Bewässerungsanlagen leiten Wasser,
Pfeilmacher richten Pfeile gerade,
Zimmerer bearbeiten Holz;
die, die ihren Gelübden treu sind, zähmen sich selbst.

Übersetzung: Deutsch (Ayyā Sabbamittā), English (Bhikkhu Sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).

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