← KN

Dhp 320-333

23. Das Kapitel über Elefanten

Nāgavagga

aus: Dhammasprüche 320–333

23. Das Kapitel über Elefanten

Wie ein Elefant in der Schlacht,
der von Pfeilen getroffen wird,
so will ich Schimpfworte ertragen,
denn so viele Leute benehmen sich schlecht.

Es ist das gut gezähmte Tier, das zur Menschenmenge geführt wird;
es ist der gezähmte Elefant, den der König besteigt;
der gezähmte Mensch, der Beschimpfung erträgt,
ist der beste unter den Menschen.

Die sich selbst gezähmt haben, sind besser
als die erlesensten zahmen Maultiere,
besser als Vollblüter aus Sindh
oder gewaltige Elefanten.

Denn auf diesen Reittieren
kannst du nicht zu dem unbetretenen Ort kommen,
doch mithilfe von einem, dessen Selbst gut gezähmt ist,
kommst du dorthin, gezähmt vom Gezähmten.

Der Elefant mit Namen Schatzhüter
ist brünstig, schwer zu beherrschen.
Angebunden frisst er keinen Bissen,
denn er vermisst den Elefantenwald.

Wer schläfrig wird vom Überessen,
in Schlaf vernarrt, wer sich im Bett wälzt
wie ein fettes, mit Korn gemästetes Schwein:
Dieser Einfaltspinsel kehrt wieder und wieder in den Schoß zurück.

Früher wanderte mein Geist,
wie er wünschte, wie er mochte, wie es ihm gefiel.
Jetzt lenke ich ihn sorgfältig,
wie ein Zureiter einen brünstigen Elefanten mit einem Haken lenkt.

Erfreut euch an Beflissenheit!
Achtet wohl auf euren Geist!
Zieht euch aus dieser Grube heraus
wie ein Elefant, der in einem Sumpf versunken ist.

Wenn du einen aufgeweckten Gefährten findest,
einen bedächtigen Freund für gute Gemeinschaft,
dann überwinde alle Widrigkeiten
und wandere mit ihm, froh und achtsam.

Wenn du keinen aufgeweckten Gefährten findest,
einen bedächtigen Freund für gute Gemeinschaft,
dann, wie ein König, der aus seinem eroberten Reich flieht,
wandere allein wie ein Elefant in der Wildnis.

Es ist besser, allein zu wandern;
mit Toren gibt es keine Partnerschaft.
Wandere allein und tue nichts Schlechtes,
sei unbeschwert wie ein Elefant in der Wildnis.

Ein Freund in der Not ist ein Segen;
ein Segen ist es, mit allem zufrieden zu sein;
gute Taten sind ein Segen für das Lebensende,
und alles Leiden aufgeben ist ein Segen.

In dieser Welt ist es ein Segen,
der Mutter und dem Vater zu dienen.
Und es ist auch ein Segen,
Asketen und Brahmanen zu dienen.

Es ist ein Segen, die Tugendregeln einzuhalten, bis man alt wird;
ein Segen ist es, im Vertrauen verankert zu sein;
das Erlangen von Weisheit ist ein Segen;
und es ist ein Segen, schlechte Taten zu meiden.

Übersetzung: Deutsch (Ayyā Sabbamittā), English (Bhikkhu Sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).

Diese Texte sind frei zugänglich — wer mag, kann die Arbeit mit einer Gabe unterstützen.