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Dhp 334-359

24. Das Kapitel über Verlangen

Taṇhāvagga

aus: Dhammasprüche 334–359

24. Das Kapitel über Verlangen

Wenn ein Mensch nachlässig lebt,
wächst Verlangen in ihm wie eine Kamelhufliane.
Er springt von hier nach da
wie eine Meerkatze, die im Wald eine Frucht will.

Jeder, dem dieses erbärmliche Verlangen überlegen ist,
dieses Sich-Klammern an die Welt,
dessen Kummer wächst
wie Gras im Regen.

Doch jeder, der diesem erbärmlichen Verlangen überlegen ist,
dem in der Welt so schwer zu entkommen ist,
dessen Kummer fällt von ihm ab
wie ein Wassertropfen von einem Lotusblatt.

Ich sage das zu euch, ihr guten Leute,
die ihr euch hier versammelt habt:
Grabt die Wurzel des Verlangens aus,
wie ihr Gras ausgrabt, wenn ihr Wurzeln sucht.
Lasst nicht zu, dass Māra euch wieder und wieder zerbricht
wie ein Strom das Schilf.

Ein Baum wächst nach, auch wenn er abgesägt ist,
solange die Wurzeln kräftig und unbeschädigt sind;
Leiden entsteht wieder und wieder,
solange die Neigung zum Verlangen nicht ausgerissen ist.

Ein Mensch mit schlechten Ansichten,
in dem die sechsunddreißig Ströme,
die zum Angenehmen fließen, mächtig sind,
wird von wollüstigen Gedanken fortgerissen.

Die Ströme fließen überallhin;
ein Unkraut erscheint und bleibt.
Wenn du das Unkraut siehst, das geboren wurde,
schneide die Wurzel mit Weisheit ab.

Die Freuden eines Geborenen
fließen aus den Sinnen und dem Verlangen.
Glückssucher, auf Freuden erpicht,
werden weiter geboren und altern.

Die vom Durst regierten Menschen
kriechen umher wie ein Kaninchen in der Falle.
Gebunden und gefesselt, so kehren sie für lange Zeit
wieder und wieder zu Schmerz zurück.

Die vom Durst regierten Menschen
kriechen umher wie ein Kaninchen in der Falle.
Darum soll jemand, der sich nach dem Schwinden der Leidenschaft sehnt,
ihn vertreiben.

Ohne Gewirr zieht er in den Dschungel,
dann läuft er zurück zu dem Dschungel, den er verlassen hat.
Schau dir diese Person an!
Sie ist befreit und läuft in die Gefangenschaft.

Die Bedächtigen sagen, diese Fessel sei nicht stark,
die aus Eisen, Holz oder Knoten gemacht ist.
Aber von Juwelen- Ohrringen besessen
oder um Frauen und Kinder besorgt zu sein:

Das, sagen die Bedächtigen, ist eine starke Fessel.
Sie zieht den Genießer hinab, ihr ist schwer zu entkommen.
Nachdem sie auch diese durchschnitten haben, ziehen sie fort,
unbesorgt, Sinnenfreuden haben sie aufgegeben.

Von Wollust besessen stürzen sie in den Strom
wie eine Spinne, die sich in dem von ihr selbst gewebten Netz verfängt.
Nachdem sie auch diese durchschnitten haben, ziehen die Bedächtigen weiter,
unbesorgt, alles Leiden haben sie aufgegeben.

Lass die Vergangenheit los, lass die Zukunft los,
lass die Gegenwart los, da du über Wiedergeburt hinausgegangen bist.
Dein Herz in jeder Hinsicht frei,
so wirst du nicht wieder zu Geburt und Alter kommen.

Bei einem Geborenen, der von Gedanken aufgewühlt wird,
den wollüstigen, auf Schönheit ausgerichteten,
bei ihm wächst das Verlangen immer weiter
und bindet ihn mit einer starken Fessel.

Doch wer es liebt, die Gedanken zur Ruhe zu bringen,
und die Wahrnehmung des Abstoßenden entwickelt, stets achtsam,
wird dieses Verlangen sicher beseitigen
und Māras Fesseln durchschneiden.

Wer zuversichtlich und furchtlos ist,
ohne Verlangen, frei von Makeln,
wer die Pfeile, die zu künftigen Leben fliegen, zerschlagen hat,
für diesen ist dieser Sack voll Knochen der letzte.

Ohne Verlangen, frei von Ergreifen,
der Bestimmung von Begriffen kundig,
bewandert in der richtigen
Zusammensetzung und Reihenfolge der Silben,
so gilt man als einer, der seinen letzten Körper trägt,
einer von großer Weisheit, ein großer Mensch.

Ich bin der All-Bezwinger, der All-Erkenner,
unbefleckt inmitten aller Dinge.
Ich habe alles aufgegeben, mit der Auflösung des Verlangens bin ich befreit.
Da ich selbst erkenne, wessen Anhänger sollte ich sein?

Die Gabe der Lehre übertrifft alle anderen Gaben;
der Geschmack der Lehre übertrifft alle anderen Geschmäcke;
die Freude an der Lehre übertrifft alle anderen Freuden;
die Auflösung des Verlangens übertrifft alles Leiden.

Reichtümer richten den Dummkopf zugrunde,
aber nicht einen, der zum anderen Ufer will.
Durch Verlangen nach Reichtum
richtet ein Dummkopf sich und andere zugrunde.

Unkraut ist der Fluch der Feldfrucht,
doch Gier ist der Fluch dieser Leute.
Darum ist eine Gabe an einen frei von Gier
so äußerst fruchtbar.

Unkraut ist der Fluch der Feldfrucht,
doch Hass ist der Fluch dieser Leute.
Darum ist eine Gabe an einen frei von Hass
so äußerst fruchtbar.

Unkraut ist der Fluch der Feldfrucht,
doch Täuschung ist der Fluch dieser Leute.
Darum ist eine Gabe an einen frei von Täuschung
so äußerst fruchtbar.

Unkraut ist der Fluch der Feldfrucht,
doch Begehren ist der Fluch dieser Leute.
Darum ist eine Gabe an einen frei von Begehren
so äußerst fruchtbar.

Übersetzung: Deutsch (Ayyā Sabbamittā), English (Bhikkhu Sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).

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