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Dhp 60-75

5. Das Kapitel über den Toren

Bālavagga

aus: Dhammasprüche 60–75

5. Das Kapitel über den Toren

Lang ist die Nacht für den Schlaflosen;
lang ist die Meile für den Erschöpften;
lang ist das Umherwandern für Toren,
die die wahre Lehre nicht verstehen.

Wenn du wanderst und niemanden findest,
der dir gleich oder besser ist,
fasse den festen Entschluss, allein zu wandern –
mit Toren gibt es keine Partnerschaft.

„Söhne sind mein, Vermögen ist mein“ –
so sorgt sich der Tor.
Denn dir gehört nicht einmal dein Selbst,
geschweige denn Söhne oder Vermögen.

Der Tor, der sich für einen Toren hält,
ist zumindest insofern klug.
Doch als wahrer Tor gilt einer,
der denkt, er sei klug.

Auch wenn ein Tor dem klugen Menschen
aufwartet, solange er lebt,
wird er doch die Lehre nicht verstehen,
wie ein Löffel den Geschmack der Suppe.

Wenn ein Weiser dem klugen Menschen aufwartet,
und sei es nur für eine Weile,
wird er rasch die Lehre verstehen,
wie die Zunge den Geschmack der Suppe.

Toren und Dummköpfe verhalten sich
wie ihre eigenen schlimmsten Feinde;
sie tun schlechte Taten,
die als bittere Frucht reifen.

Es ist nicht gut, eine Tat zu tun,
die dich später peinigt,
wegen der du weinst und jammerst,
wenn ihr Ergebnis bei dir bleibt.

Es ist gut, eine Tat zu tun,
die dich später nicht peinigt,
die dich erfreut und jubeln lässt,
wenn ihr Ergebnis bei dir bleibt.

Der Tor hält Böses für süß,
solange es nicht gereift ist.
Aber sobald das Böse reift,
stürzt er in Leiden.

Ein Tor kann Monat um Monat
nur Speise von der Spitze eines Grashalms essen;
doch er wiegt nie auch nur den sechzehnten Teil
von einem, der die Lehre ergründet hat.

Denn eine schlechte Tat, die getan wurde,
flockt nicht gleich aus wie Milch.
Schwelend folgt sie dem Toren,
wie ein Feuer, über das Asche gestreut wurde.

Was ein Tor auch an Ruhm gewinnt,
das wird ihm nur Unheil bringen.
Was er an Glück hat, zerstört es
und lässt seinen Kopf in Stücke springen.

Er würde die Wertschätzung suchen, die ihm fehlt,
und Vorrang unter den Mönchen;
Herrschaft über Klöster
und Ehre bei anderen Familien.

„Dass doch Laien und auch Hauslose denken,
es sei von mir allein gemacht.
Bei allem, was zu tun ist,
sollen sie allein in meinen Bann geraten.“
So denkt der Tor,
und Gier und Stolz wachsen bloß an.

Denn die Mittel, um Gewinn zu erzielen, und der Pfad zum Erlöschen
sind zwei ganz verschiedene Dinge.
Ein Mönch, Schüler des Buddha,
der versteht, was das wirklich bedeutet,
würde Ehre nie genießen,
sondern lieber Abgeschiedenheit pflegen.

Übersetzung: Deutsch (Ayyā Sabbamittā), English (Bhikkhu Sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).

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