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DN25

Das Löwengebrüll im Kloster der Dame Udumbarikā

Udumbarikasutta

1. Die Geschichte vom Wanderer Nigrodha

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Rājagaha auf der Geierkuppe auf.

Zu dieser Zeit nun befand sich der Wanderer Nigrodha zusammen mit einer Versammlung von dreitausend Wanderern im Wandererkloster der Dame Udumbarikā. Da ging der Hausbesitzer Sandhāna mitten am Tag aus Rājagaha fort, um den Buddha zu sehen.

Es kam ihm in den Sinn: „Es ist die falsche Zeit, um den Buddha zu sehen, da er in Klausur ist. Und es ist die falsche Zeit, um die geschätzten Mönche und Nonnen zu sehen, da sie in Klausur sind. Warum besuche ich nicht den Wanderer Nigrodha im Wandererkloster der Dame Udumbarikā?“ Und er ging zum Wandererkloster.

Zu dieser Zeit saß Nigrodha mit einer großen Versammlung von Wanderern beisammen, und sie machten einen Tumult, einen Höllenlärm. Sie führten unwürdige Gespräche aller Art wie Gespräche über Könige, Räuber und Oberminister, über Heere, Bedrohungen und Kriege, über Essen, Trinken, Kleider und Schlafstellen, über Kränze und Düfte, über die Familie, Fahrzeuge, Dörfer, Marktflecken, Städte und Länder, über Frauen und Helden, Straßen- und Brunnengespräch, Gespräch über Verstorbene, über allerlei Dinge, Geschichten vom Land und vom Meer und Gespräche über Wiedergeburt in diesem oder jenem Daseinszustand.

Nigrodha sah Sandhāna von Weitem kommen und brachte seine Versammlung zum Schweigen: „Seid leise, werte Herren, macht keinen Lärm. Der Hausbesitzer Sandhāna kommt, ein Schüler des Asketen Gotama. Er gehört zu den weiß gekleideten Laienschülern des Asketen Gotama, der sich bei Rājagaha befindet. Solche Ehrwürdigen lieben die Stille, sind dazu erzogen, still zu sein, und preisen die Stille. Wenn er sieht, dass unsere Versammlung still ist, wird er es hoffentlich für angebracht halten, näherzukommen.“ Und die Wanderer verstummten.

Da ging Sandhāna zum Wanderer Nigrodha und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus. Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte er sich zur Seite hin und sagte zu Nigrodha: „Wie die Wanderer da einen Tumult machen, einen Höllenlärm, wenn sie zusammensitzen und unwürdige Gespräche aller Art führen, das ist eine Sache. Das ist ganz anders als wenn der Buddha abgelegene Unterkünfte in der Wildnis und im Wald aufsucht, die ruhig und still sind, weit weg von der tollen Menge, fern von menschlichen Siedlungen und für die Klausur geeignet.“

Darauf entgegnete Nigrodha dem Hausbesitzer Sandhāna: „Das müsstest du aber besser wissen, Hausbesitzer! Mit wem unterhält sich der Asket Gotama? Mit wem lässt er sich auf Diskussionen ein? Mit wem klärt er seine Weisheit? Sich in leeren Hütten aufzuhalten, hat die Weisheit des Asketen Gotama zerstört. Da er keine Versammlungen besucht, ist er nicht in der Lage, eine Diskussion zu führen. Er lungert bloß im Randbereich herum. Er ist gerade wie eine einäugige Kuh, die außen herumkreist und im Randbereich herumlungert. Los, Hausbesitzer! Sollte der Asket Gotama zu dieser Versammlung kommen, werde ich ihn mit einer einzigen Frage versenken! Ich werde ihn umstülpen und einwickeln wie einen leeren Topf!“

Mit geläuterter und übermenschlicher Hellhörigkeit hörte der Buddha dieses Gespräch zwischen dem Hausbesitzer Sandhāna und dem Wanderer Nigrodha. Da stieg er von der Geierkuppe herab und ging zum Futterplatz der Pfauen am Ufer der Sumāgadhā, wo er achtsam im Freien auf- und abging.

Nigrodha sah ihn und brachte seine Versammlung zum Schweigen: „Seid leise, werte Herren, macht keinen Lärm. Der Asket Gotama geht am Ufer der Sumāgadhā achtsam auf und ab. Der Ehrwürdige liebt die Stille und preist die Stille. Wenn er sieht, dass unsere Versammlung still ist, wird er es hoffentlich für angebracht halten, näherzukommen. Wenn er kommt, werde ich ihm diese Frage stellen: ‚Herr, mit welcher Lehre schulst du deine Schüler, sodass sie behaupten, Trost im grundlegenden Zweck des geistlichen Lebens zu finden?‘“ Und die Wanderer verstummten.

2. Die Bußübung aus Ekel vor Sünde

Da ging der Buddha zum Wanderer Nigrodha. Dieser sagte zu ihm: „Der Gesegnete komme her, Herr! Willkommen dem Gesegneten, Herr! Es ist lange her, dass du die Gelegenheit genutzt hast, hierherzukommen. Setz dich bitte, Herr, dieser Sitz ist bereit.“ Der Buddha setzte sich auf den ausgebreiteten Sitz, während Nigrodha einen niedrigeren Sitz nahm und sich zur Seite hinsetzte. Der Buddha sagte zu ihm: „Nigrodha, worüber habt ihr gerade gesprochen, als ihr hier beisammensaßt? Welches Gespräch wurde unterbrochen?“

Nigrodha antwortete: „Nun, Herr, ich sah dich achtsam auf- und abgehen und sagte: ‚Wenn der Asket Gotama kommt, werde ich ihm diese Frage stellen: „Herr, mit welcher Lehre schulst du deine Schüler, sodass sie behaupten, Trost im grundlegenden Zweck des geistlichen Lebens zu finden?“‘ Das war das Gespräch, das unterbrochen wurde, als der Buddha kam.“

„Es ist schwer für dich, das zu verstehen, Nigrodha, da du eine andere Ansicht, ein anderes Bekenntnis und einen anderen Glauben hast – es sei denn, du weihst dich der Übung unter Anleitung der Tradition. Bitte stelle mir eine Frage über den hohen Ekel vor Sünde in deiner eigenen Tradition: ‚Wie sind die Bedingungen für die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde vollständig und wie sind sie unvollständig?‘“

Daraufhin machten diese Wanderer einen Tumult: „Ach, wie unglaublich! Wie erstaunlich! Der Asket Gotama besitzt solche Macht und Stärke! Denn er stellt seine eigene Doktrin zurück und bietet an, über die Doktrin anderer zu diskutieren!“

Da beruhigte Nigrodha diese Wanderer und sagte zum Buddha: „Herr, wir lehren die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde, wir sehen sie als wesentlich an und kleben daran. Wie sind die Bedingungen für die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde vollständig und wie sind sie unvollständig?“

„Nigrodha, da geht ein Büßer nackt, wahrt den Anstand nicht. Er leckt die Hände ab und kommt oder wartet nicht, wenn er gerufen wird. Er nimmt keine Speise an, die ihm gebracht wird oder eigens für ihn zubereitet wurde, auch keine Einladung zum Essen. Er nimmt nichts aus einem Topf oder einer Schüssel an, nichts von jemandem, der Schafe hält, der eine Waffe oder einen Spaten im Haus hat, nichts von da, wo ein Paar isst, wo eine Frau schwanger ist, stillt oder mit einem Mann lebt, nichts von da, wo ein Hund wartet oder Fliegen summen. Er nimmt weder Fisch noch Fleisch an, weder Bier noch Wein, und trinkt keine vergorene Grütze. Er geht um Almosen nur zu einem Haus und nimmt nur einen Bissen, oder zu zwei Häusern und zwei Bissen, bis zu sieben Häusern und sieben Bissen. Er lebt von einem Schüsselchen voll am Tag, zwei Schüsselchen voll, bis zu sieben Schüsselchen voll am Tag. Er isst einmal am Tag, einmal jeden zweiten Tag, bis zu einmal pro Woche und so weiter, selbst bis zu einmal in zwei Wochen. Er lebt hingegeben an die Übung, in festen Abständen zu essen. Er isst Kräuter, Hirse, wilden Reis, mageren Reis, Wasserlattich, Reiskleie, Schaum von gekochtem Reis, Sesammehl, Gras oder Kuhmist. Er überlebt mit Wurzeln und Waldbeeren oder isst herabgefallene Früchte. Er trägt Roben aus Hanf, Hanf-Mischgewebe, Leichentuch, Lumpen, Lodhrabaum-Rinde, Antilopenfell, Antilopenfell-Streifen, Gewebe aus Kusagras, Rinden- oder Holzstückchen, Menschenhaar, Pferdehaar oder Eulenflügeln. Er reißt sich Haar und Bart aus, verschreibt sich dieser Übung. Er steht fortwährend, verweigert einen Sitz. Er sitzt in der Hocke, verschreibt sich dem Unterfangen des Hockens. Er legt sich auf eine Dornenmatte, benutzt eine Dornenmatte als Bett. Er macht ein Brett zu seinem Bett, oder den blanken Boden. Er liegt nur auf einer Seite. Er kleidet sich in Staub und Schmutz. Er lebt unter freiem Himmel. Er schläft da, wo er seine Matte hinlegt. Er isst unnatürliche Dinge, verschreibt sich der Übung, unnatürliche Speisen zu essen. Er trinkt nicht, verschreibt sich der Übung, keine Flüssigkeiten zu trinken. Er betreibt die Übung des rituellen Badens dreimal am Tag, auch am Abend.

Was denkst du, Nigrodha? Wenn das so ist, ist die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde vollständig oder unvollständig?“

„Herr, wenn das so ist, ist die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde offensichtlich vollständig, nicht unvollständig.“

„Doch selbst solch eine vollständige Bußübung hat viele Unreinheiten, sage ich.“

2.1. Unreinheiten

„Aber in welcher Weise sagt der Buddha, dass selbst solch eine vollständige Bußübung viele Unreinheiten hat?“

„Zunächst nimmt da ein Büßer eine Bußübung auf. Er ist damit zufrieden, da er alles erreicht hat, was er sich wünschte. Das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann nimmt da ein Büßer eine Bußübung auf. Er verherrlicht sich deshalb selbst und setzt andere herab. Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann nimmt da ein Büßer eine Bußübung auf. Er ist davon berauscht und betört und wird deshalb nachlässig. Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann nimmt da ein Büßer eine Bußübung auf. Er schafft sich durch diese Bußübung Besitz, Ehre und Beliebtheit. Er ist damit zufrieden, da er alles erreicht hat, was er sich wünschte. Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann nimmt da ein Büßer eine Bußübung auf. Er schafft sich durch diese Bußübung Besitz, Ehre und Beliebtheit. Er verherrlicht sich deshalb selbst und setzt andere herab. Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann nimmt da ein Büßer eine Bußübung auf. Er schafft sich durch diese Bußübung Besitz, Ehre und Beliebtheit. Er ist davon berauscht und betört und wird deshalb nachlässig. Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann wird da ein Büßer wählerisch beim Essen: ‚Das ist für mich annehmbar, das ist für mich nicht annehmbar.‘ Was für ihn nicht annehmbar ist, gibt er mit einer Erwartung auf. Aber was für ihn annehmbar ist, das genießt er gebunden, betört, anhänglich, blind für die Nachteile und ohne das Entrinnen zu verstehen. Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann nimmt da ein Büßer eine Bußübung auf, weil er nach Besitz, Ehre und Beliebtheit verlangt. Er denkt: ‚Könige, königliche Oberminister, Adlige, Brahmanen, Hausbesitzer und Andersgläubige werden mich ehren!‘ Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann weist da ein Büßer einen anderen Asketen oder Brahmanen zurecht: ‚Aber was tut der, er lebt im Überfluss! Nach der Doktrin dieses Asketen wird alles – was sich aus Wurzeln, Stängeln, Ablegern oder Knoten vermehrt, oder aus eigentlichen Samen als Fünftem – zusammen zermalmt wie mit dem Donner eines mahlenden Zahns!‘ Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann sieht da ein Büßer, wie ein gewisser Asket oder Brahmane von guten Familien geehrt, geachtet, gewürdigt und verehrt wird. Er denkt: ‚Der hier, der im Überfluss lebt, wird von guten Familien geehrt, geachtet, gewürdigt und verehrt. Aber ich, ein inbrünstiger Büßer, der ein raues Leben führt, werde von guten Familien nicht geehrt, geachtet, gewürdigt und verehrt.‘ So lässt er Eifersucht und Geiz in Bezug auf Familien entstehen. Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann meditiert ein Büßer nur, wenn er von anderen gesehen wird. Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann schleicht da ein Büßer bei Familien herum und denkt: ‚Das gehört zu meiner Bußübung, das gehört zu meiner Bußübung.‘ Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann handelt da ein Büßer manchmal verdeckt. Wenn er gefragt wird, ob etwas für ihn annehmbar sei, sagt er es sei so, wenn es nicht so ist, oder er sagt es sei nicht so, wenn es so ist. So spricht er eine bewusste Lüge. Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann stimmt da ein Büßer der Art, wie der Klargewordene oder einer seiner Schüler den Dhamma lehrt, nicht zu, selbst wenn diese ein stichhaltiges Argument vorbringen. Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Dann ist da ein Büßer zornig und verbittert … beleidigend und verächtlich … eifersüchtig und geizig … verschlagen und hinterhältig … halsstarrig und wichtigtuerisch … Er hat unlautere Wünsche, gerät in den Bann unlauterer Wünsche … Er hat falsche Ansicht, hält an einer extremistischen Ansicht fest … Er hängt an seinen Ansichten, hält sie fest und weigert sich, sie loszulassen. Auch das ist eine Unreinheit bei diesem Büßer.

Was denkst du, Nigrodha? Ist eine solche Bußübung unrein oder nicht?“

„Herr, sie ist offensichtlich unrein. Es ist möglich, dass ein Büßer alle diese Unreinheiten besitzt, und erst recht, dass er die eine oder andere davon besitzt.“

2.2. Wie man die Schösslinge erreicht

„Zunächst, Nigrodha, nimmt da ein Büßer eine Bußübung auf. Doch er ist damit nicht zufrieden, da er nicht alles erreicht hat, was er sich wünschte. Somit ist er in diesem Punkt rein.

Dann nimmt da ein Büßer eine Bußübung auf. Er verherrlicht sich deshalb nicht selbst, noch setzt er andere herab. Somit ist er in diesem Punkt rein.

Dann unternimmt da ein Büßer eine Bußübung. Er ist davon nicht berauscht oder betört und wird auch nicht nachlässig. Somit ist er in diesem Punkt rein.

Dann nimmt da ein Büßer eine Bußübung auf. Er schafft sich durch diese Bußübung Besitz, Ehre und Beliebtheit. Er ist damit nicht zufrieden, da er nicht alles erreicht hat, was er sich wünschte. Somit ist er in diesem Punkt rein.

Er schafft sich durch diese Bußübung Besitz, Ehre und Beliebtheit. Er verherrlicht sich deshalb nicht selbst, noch setzt er andere herab. Somit ist er in diesem Punkt rein.

Er schafft sich durch diese Bußübung Besitz, Ehre und Beliebtheit. Er ist davon nicht berauscht oder betört und wird auch nicht nachlässig. Somit ist er in diesem Punkt rein.

Dann wird da ein Büßer nicht wählerisch beim Essen: ‚Das ist für mich annehmbar, das ist für mich nicht annehmbar.‘ Was für ihn nicht annehmbar ist, gibt er ohne Erwartung auf. Aber was für ihn annehmbar ist, das genießt er ungebunden, nicht betört, nicht anhänglich, er sieht die Nachteile und versteht das Entrinnen. Somit ist er in diesem Punkt rein.

Dann nimmt da ein Büßer eine Bußübung nicht auf, weil er nach Besitz, Ehre und Beliebtheit verlangt. Er denkt nicht: ‚Könige, königliche Oberminister, Adlige, Brahmanen, Hausbesitzer und Andersgläubige werden mich ehren!‘ Somit ist er in diesem Punkt rein.

Dann weist da ein Büßer keinen anderen Asketen oder Brahmanen zurecht: ‚Aber was tut der, er lebt im Überfluss! Nach der Doktrin dieses Asketen wird alles – was sich aus Wurzeln, Stängeln, Ablegern oder Knoten vermehrt, oder aus eigentlichen Samen als Fünftem – zusammen zermalmt wie mit dem Donner eines mahlenden Zahns!‘ Somit ist er in diesem Punkt rein.

Dann sieht da ein Büßer, wie ein gewisser Asket oder Brahmane von guten Familien geehrt, geachtet, gewürdigt und verehrt wird. Es käme ihm niemals in den Sinn: ‚Der hier, der im Überfluss lebt, wird von guten Familien geehrt, geachtet, gewürdigt und verehrt. Aber ich, ein inbrünstiger Büßer, der ein raues Leben führt, werde von guten Familien nicht geehrt, geachtet, gewürdigt und verehrt.‘ So lässt er keine Eifersucht und keinen Geiz in Bezug auf Familien entstehen. Somit ist er in diesem Punkt rein.

Dann meditiert da ein Büßer nicht nur, wenn er von anderen gesehen wird. Somit ist er in diesem Punkt rein.

Dann schleicht da ein Büßer nicht bei Familien herum und denkt: ‚Das gehört zu meiner Bußübung, das gehört zu meiner Bußübung.‘ Somit ist er in diesem Punkt rein.

Dann handelt da ein Büßer niemals verdeckt. Wenn er gefragt wird, ob etwas für ihn annehmbar sei, sagt er es ist nicht so, wenn es nicht so ist, oder er sagt es ist so, wenn es so ist. So spricht er keine bewusste Lüge. Somit ist er in diesem Punkt rein.

Dann stimmt da ein Büßer der Art, wie der Klargewordene oder einer seiner Schüler den Dhamma lehrt, zu, wenn diese ein stichhaltiges Argument vorbringen. Somit ist er in diesem Punkt rein.

Dann ist da ein Büßer nicht zornig oder verbittert … nicht beleidigend oder verächtlich … nicht eifersüchtig oder geizig … nicht verschlagen oder hinterhältig … nicht halsstarrig oder wichtigtuerisch … Er hat keine unlauteren Wünsche, gerät nicht in den Bann unlauterer Wünsche … Er hat keine falsche Ansicht, hält nicht an einer extremistischen Ansicht fest … Er hängt nicht an seinen Ansichten, hält sie nicht fest und weigert sich nicht, sie loszulassen. Somit ist er in diesem Punkt rein.

Was denkst du, Nigrodha? Wenn das so ist, ist die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde geläutert oder nicht?“

„Herr, wenn das so ist, ist die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde offensichtlich geläutert. Sie hat den Gipfel und den Kern erreicht.“

„Nein, Nigrodha, an diesem Punkt hat die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde noch nicht den Gipfel und den Kern erreicht. Sie hat vielmehr erst die Schösslinge erreicht.“

2.3. Wie man die Rinde erreicht

„Aber an welchem Punkt, Herr, erreicht die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde den Gipfel und den Kern? Bitte hilf mir, den Gipfel und den Kern zu erreichen!“

„Nigrodha, da ist ein Büßer mit der vierfachen Beschränkung gezügelt. Und wie ist ein Büßer mit der vierfachen Beschränkung gezügelt? Es ist, wenn ein Büßer keine lebenden Geschöpfe tötet, andere nicht zum Töten anstiftet und das Töten nicht gutheißt. Er stiehlt nicht, stiftet andere nicht zum Stehlen an und heißt das Stehlen nicht gut. Er lügt nicht, stiftet andere nicht zum Lügen an und heißt das Lügen nicht gut. Und er erwartet für seine Übung keinen Lohn, stiftet andere nicht dazu an, einen Lohn zu erwarten, und heißt das Erwarten eines Lohns nicht gut. So ist ein Büßer mit der vierfachen Beschränkung gezügelt.

Wenn ein Büßer mit der vierfachen Beschränkung gezügelt ist, so ist das seine Bußübung. Er geht vorwärts und fällt nicht zurück. Er sucht einen abgelegenen Platz auf: eine Wildnis, den Fuß eines Baumes, einen Hügel, eine Schlucht, eine Berghöhle, ein Leichenfeld, einen Wald, den freien Himmel, einen Strohhaufen. Nach dem Essen, wenn er vom Almosengang zurückkommt, setzt er sich mit gekreuzten Beinen hin, richtet den Körper gerade auf und verankert die Achtsamkeit bei sich. Er gibt das Begehren nach der Welt auf, meditiert mit einem Herzen, das frei von Begehren ist, und läutert den Geist von Begehren. Er gibt bösen Willen und Gehässigkeit auf, meditiert mit einem Herzen, das frei von bösem Willen ist, voller Anteilnahme für alle Lebewesen, und läutert den Geist von bösem Willen. Er gibt Dumpfheit und Benommenheit auf, meditiert mit einem Herzen, das frei von Dumpfheit und Benommenheit ist, er nimmt Licht wahr, ist achtsam und der Situation bewusst und läutert den Geist von Dumpfheit und Benommenheit. Er gibt Rastlosigkeit und Reue auf, meditiert ohne Rastlosigkeit, mit innerlich friedvollem Geist, und läutert den Geist von Rastlosigkeit und Reue. Er gibt den Zweifel auf, meditiert, indem er über den Zweifel hinausgegangen ist, nicht im Unklaren über taugliche Eigenschaften, und läutert den Geist von Zweifel.

Er gibt diese fünf Hindernisse auf, die Verunreinigungen des Herzens, die die Weisheit schwächen. Dann meditiert er, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen voller Liebe durchdringt, und die zweite und die dritte und die vierte. Ebenso nach oben, nach unten, dazwischen, überall und ringsumher; die ganze Welt durchdringt er mit einem Herzen voller Liebe – weit, ausgedehnt, grenzenlos, frei von Feindschaft und bösem Willen. Er meditiert, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen voller Mitgefühl durchdringt … Er meditiert, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen voller freudiger Anteilnahme durchdringt … Er meditiert, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen voller Gleichmut durchdringt, und die zweite und die dritte und die vierte. Ebenso nach oben, nach unten, dazwischen, überall und ringsumher; die ganze Welt durchdringt er mit einem Herzen voller Gleichmut – weit, ausgedehnt, grenzenlos, frei von Feindschaft und bösem Willen.

Was denkst du, Nigrodha? Wenn das so ist, ist die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde geläutert oder nicht?“

„Herr, wenn das so ist, ist die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde offensichtlich geläutert. Sie hat den Gipfel und den Kern erreicht.“

„Nein, Nigrodha, an diesem Punkt hat die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde noch nicht den Gipfel und den Kern erreicht. Sie hat vielmehr erst die Rinde erreicht.“

2.4. Wie man das Weichholz erreicht

„Aber an welchem Punkt, Herr, erreicht die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde den Gipfel und den Kern? Bitte hilf mir, den Gipfel und den Kern zu erreichen!“

„Nigrodha, da ist ein Büßer mit der vierfachen Beschränkung gezügelt. Er gibt die fünf Hindernisse auf, die Verunreinigungen des Herzens, die die Weisheit schwächen. Dann meditiert er, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen voller Liebe … Mitgefühl … freudiger Anteilnahme … und Gleichmut durchdringt.

Er erinnert sich an viele Arten früherer Leben, das heißt: eine Wiedergeburt, zwei Wiedergeburten, drei, vier, fünf, zehn, zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig, hundert, tausend, hunderttausend Wiedergeburten; viele Äonen des Zusammenziehens der Welt, viele Äonen des Ausdehnens der Welt, viele Äonen des Zusammenziehens und Ausdehnens der Welt. ‚Dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich woanders wiedergeboren. Und dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich hier wiedergeboren.‘ Und so erinnert er sich an viele Arten früherer Leben mit den Merkmalen und Einzelheiten.

Was denkst du, Nigrodha? Wenn das so ist, ist die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde geläutert oder nicht?“

„Herr, wenn das so ist, ist die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde offensichtlich geläutert. Sie hat den Gipfel und den Kern erreicht.“

„Nein, Nigrodha, an diesem Punkt hat die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde noch nicht den Gipfel und den Kern erreicht. Sie hat vielmehr erst das Weichholz erreicht.“

3. Wie man das Kernholz erreicht

„Aber an welchem Punkt, Herr, erreicht die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde den Gipfel und den Kern? Bitte hilf mir, den Gipfel und den Kern zu erreichen!“

„Nigrodha, da ist ein Büßer mit der vierfachen Beschränkung gezügelt. Er gibt die fünf Hindernisse auf, die Verunreinigungen des Herzens, die die Weisheit schwächen. Dann meditiert er, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen voller Liebe, Mitgefühl, freudiger Anteilnahme … und Gleichmut durchdringt … Er erinnert sich an viele Arten früherer Leben mit den Merkmalen und Einzelheiten.

Mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit sieht er Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. Er versteht, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten weiterziehen: ‚Diese lieben Wesen taten Schlechtes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Sie brachten die Edlen in Verruf, hatten falsche Ansicht und unternahmen Handlungen aus dieser falschen Ansicht heraus. Als ihr Körper auseinanderbrach, nach dem Tod, wurden sie an einem verlorenen Ort wiedergeboren, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle. Diese lieben Wesen hingegen taten Gutes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Sie brachten nie die Edlen in Verruf, hatten rechte Ansicht und unternahmen Handlungen aus dieser rechten Ansicht heraus. Als ihr Körper auseinanderbrach, nach dem Tod, wurden sie an einem guten Ort wiedergeboren, in einer himmlischen Welt.‘ Und so sieht er mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. Er versteht, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten weiterziehen.

Was denkst du, Nigrodha? Wenn das so ist, ist die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde geläutert oder nicht?“

„Herr, wenn das so ist, ist die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde offensichtlich geläutert. Sie hat den Gipfel und den Kern erreicht.“

„Nigrodha, an diesem Punkt hat die inbrünstige Bußübung aus Ekel vor Sünde den Gipfel und den Kern erreicht. Nigrodha, erinnere dich, dass du zu mir gesagt hast: ‚Herr, mit welcher Lehre schulst du deine Schüler, sodass sie behaupten, Trost im grundlegenden Zweck des geistlichen Lebens zu finden?‘ Es gibt da etwas, das besser und erlesener ist als das Genannte. Damit schule ich meine Schüler, sodass sie behaupten, Trost im grundlegenden Zweck des geistlichen Lebens zu finden.“

Daraufhin machten diese Wanderer einen Tumult: „In diesem Fall sind wir verloren, und unsere Tradition ebenfalls! Wir kennen nichts, das höher wäre als das!“

4. Nigrodha fühlt sich niedergeschlagen

Da wurde dem Hausbesitzer Sandhāna klar: „Offenbar wollen diese Wanderer jetzt zuhören, was der Buddha sagt. Sie spitzen die Ohren und versuchen, zu verstehen!“

Daher sagte er zum Wanderer Nigrodha: „Ehrenwerter Nigrodha, erinnere dich, dass du zu mir gesagt hast: ‚Das müsstest du aber besser wissen, Hausbesitzer! Mit wem unterhält sich der Asket Gotama? Mit wem lässt er sich auf Diskussionen ein? Mit wem klärt er seine Weisheit? Sich in leeren Hütten aufzuhalten hat die Weisheit des Asketen Gotama zerstört. Da er keine Versammlungen besucht, ist er nicht in der Lage, eine Diskussion zu führen. Er lungert bloß im Randbereich herum. Er ist gerade wie eine einäugige Kuh, die außen herumkreist und im Randbereich herumlungert. Bitte, Hausbesitzer, lass den Asketen Gotama zu dieser Versammlung kommen. Ich werde ihn mit einer einzigen Frage versenken! Ich werde ihn umstülpen und einwickeln wie einen leeren Topf!‘ Jetzt ist der Gesegnete, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha hierher gekommen. Warum schickst du ihn nicht aus der Versammlung fort zum Randbereich wie eine einäugige Kuh? Warum versenkst du ihn nicht mit einer einzigen Frage? Warum stülpst du ihn nicht um und wickelst ihn ein wie einen leeren Topf?“ Auf diese Worte saß Nigrodha schweigend und betroffen da, mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf, niedergeschlagen, und konnte nichts sagen.

Als der Buddha das erkannte, sagte er zu ihm: „Ist es wirklich wahr, Nigrodha – sind das deine Worte?“

„Es ist wahr, Herr, das sind meine Worte. Es war töricht, dumm und untauglich von mir.“

„Was denkst du, Nigrodha? Hast du gehört, dass Wanderer der Vergangenheit, die bejahrten und hochbetagten, die Lehrmeister der Lehrmeister, gesagt hätten, wenn die Vollendeten, die vollkommen erwachten Buddhas der Vergangenheit zusammenkamen, dann hätten sie einen Tumult gemacht, einen Höllenlärm, wenn sie zusammensaßen und unwürdige Gespräche aller Art führten, so wie ihr es heutzutage in eurer Tradition tut? Oder sagten sie, dass die Buddhas abgelegene Unterkünfte in der Wildnis und im Wald aufsuchten, die ruhig und still sind, weit weg von der tollen Menge, fern von menschlichen Siedlungen und für die Klausur geeignet, wie ich es heutzutage tue?“

„Ich habe gehört, dass Wanderer der Vergangenheit, die bejahrten und hochbetagten, die Lehrmeister der Lehrmeister, gesagt hätten, wenn die Vollendeten, die vollkommen erwachten Buddhas der Vergangenheit zusammenkamen, dann hätten sie keinen Tumult gemacht, so wie ich es heutzutage in meiner Tradition tue. Vielmehr sagten sie, dass die Buddhas der Vergangenheit abgelegene Unterkünfte in der Wildnis und im Wald aufsuchten, wie es der Buddha heutzutage tut.“

„Nigrodha, du bist ein vernünftiger erwachsener Mensch. Ist dir da nicht in den Sinn gekommen: ‚Der Klargewordene ist erwacht, gebändigt, gesammelt, hinübergelangt und vollkommen verloschen. Und er lehrt den Dhamma für das Erwachen, die Bändigung, die Sammlung, für das Hinübergelangen und vollkommene Erlöschen‘?“

5. Der Höhepunkt des geistlichen Lebens

Nigrodha antwortete: „Ich habe einen Fehler gemacht, Herr. Es war töricht, dumm und untauglich von mir, so zu sprechen. Bitte, Herr, nimm meinen Fehler als Fehler an, und ich will mich in Zukunft zügeln.“

„Jawohl, Nigrodha, du hast einen Fehler gemacht. Es war töricht, dumm und untauglich von dir, so zu sprechen. Aber da du deinen Fehler als Fehler erkannt hast und richtig mit ihm verfahren bist, nehme ich ihn an. Denn es gilt als Fortschritt in der Schulung des Edlen, einen Fehler als Fehler zu erkennen, richtig mit ihm zu verfahren und sich zu verpflichten, sich in der Zukunft zu zügeln. Nigrodha, ich sage das Folgende:

Da mag ein vernünftiger Mensch kommen, nicht verschlagen oder hinterhältig, ein aufrichtiger Mensch: Ich lehre ihn und leite ihn an. Wenn er gemäß der Anleitung übt, wird er in eben diesem Leben zum äußersten Höhepunkt des geistlichen Lebens gelangen, innerhalb von sieben Jahren. Er wird an dem Ziel leben, das er durch eigene Einsicht erkannt hat, für welches ehrbare Menschen zu Recht aus dem Haus fortziehen ins hauslose Leben. Lass es gut sein mit den sieben Jahren. Da mag ein vernünftiger Mensch kommen, nicht verschlagen oder hinterhältig, ein aufrichtiger Mensch: Ich lehre ihn und leite ihn an. Wenn er gemäß der Anleitung übt, wird er in eben diesem Leben zum äußersten Höhepunkt des geistlichen Lebens gelangen, innerhalb von sechs Jahren … von fünf Jahren … von vier Jahren … von drei Jahren … von zwei Jahren … von einem Jahr … Lass es gut sein mit dem einen Jahr. Da mag ein vernünftiger Mensch kommen, nicht verschlagen oder hinterhältig, ein aufrichtiger Mensch: Ich lehre ihn und leite ihn an. Wenn er gemäß der Anleitung übt, wird er in eben diesem Leben zum äußersten Höhepunkt des geistlichen Lebens gelangen, innerhalb von sieben Monaten … von sechs Monaten … von fünf Monaten … von vier Monaten … von drei Monaten … von zwei Monaten … von einem Monat … innerhalb eines halben Monats. Lass es gut sein mit dem halben Monat. Da mag ein vernünftiger Mensch kommen, nicht verschlagen oder hinterhältig, ein aufrichtiger Mensch: Ich lehre ihn und leite ihn an. Wenn er gemäß der Anleitung übt, wird er in eben diesem Leben zum äußersten Höhepunkt des geistlichen Lebens gelangen, innerhalb von sieben Tagen.

6. Die Wanderer fühlen sich niedergeschlagen

Nigrodha, du denkst vielleicht: ‚Der Asket Gotama redet so, weil er Zöglinge haben will.‘ Aber so solltest du es nicht sehen. Dein Lehrmeister soll dein Lehrmeister bleiben.

Du denkst vielleicht: ‚Der Asket Gotama redet so, weil er will, dass wir unsere Texte nicht mehr aufsagen.‘ Aber so solltest du es nicht sehen. Euer Aufsagen soll bleiben, wie es ist.

Du denkst vielleicht: ‚Der Asket Gotama redet so, weil er will, dass wir unseren Lebenserwerb aufgeben.‘ Aber so solltest du es nicht sehen. Euer Lebenserwerb soll bleiben, wie er ist.

Du denkst vielleicht: ‚Der Asket Gotama redet so, weil er will, dass wir anfangen, Dinge zu tun, die untauglich sind und in unserer Tradition als untauglich angesehen werden.‘ Aber so solltest du es nicht sehen. Die Dinge, die untauglich sind und in eurer Tradition als untauglich angesehen werden, sollen bleiben, wie sie sind.

Du denkst vielleicht: ‚Der Asket Gotama redet so, weil er will, dass wir aufhören, Dinge zu tun, die tauglich sind und in unserer Tradition als tauglich angesehen werden.‘ Aber so solltest du es nicht sehen. Die Dinge, die tauglich sind und in eurer Tradition als tauglich angesehen werden, sollen bleiben, wie sie sind.

Ich spreche aus keinem dieser Gründe. Nigrodha, es gibt Dinge, die untauglich sind, die verunreinigen, zu künftigen Leben führen, die beschwerlich sind, zu Leiden führen, zu Wiedergeburt, Alter und Tod. Ich lehre den Dhamma, um diese Dinge aufzugeben. Wenn du danach übst, werden verunreinigende Eigenschaften in dir aufgegeben und läuternde Eigenschaften nehmen zu. Du wirst in die Fülle und den Überfluss der Weisheit eintreten und darin leben, nachdem du sie in eben diesem Leben durch eigene Einsicht erkannt hast.“

Auf diese Worte saßen die Wanderer schweigend und betroffen da, mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf, niedergeschlagen, und konnten nichts sagen, als wäre ihr Geist von Māra besessen. Da dachte der Buddha: „All diese unnützen Leute sind von Māra dem Bösen berührt worden! Denn nicht ein Einziger denkt: ‚Kommt, lasst uns das geistliche Leben unter dem Asketen Gotama um der Erleuchtung willen führen – was machen schon sieben Tage aus?‘“

Nachdem der Buddha im Wandererkloster der Dame Udumbarikā sein Löwengebrüll gebrüllt hatte, erhob er sich in die Luft und landete auf der Geierkuppe. Unterdessen ging der Hausbesitzer Sandhāna geradewegs zurück nach Rājagaha.

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).