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DN28

Zuversicht wecken

Sampasādanīyasutta

1. Sāriputtas Löwengebrüll

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Nāḷandā im Mangowäldchen des Wollwebers auf. Da ging der Ehrwürdige Sāriputta zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm:

„Herr, ich habe solche Zuversicht zum Buddha, dass ich glaube, dass es keinen anderen Asketen oder Brahmanen gibt – weder in der Vergangenheit, der Zukunft noch der Gegenwart –, dessen unmittelbare Einsicht in Bezug auf das Erwachen über der des Buddha steht.“

„Das ist eine gewaltige und dramatische Aussage, Sāriputta. Du hast ein verbindliches, kategorisches Löwengebrüll gebrüllt: ‚Ich habe solche Zuversicht zum Buddha, dass ich glaube, dass es keinen anderen Asketen oder Brahmanen gibt – weder in der Vergangenheit, der Zukunft noch der Gegenwart –, dessen unmittelbare Einsicht in Bezug auf das Erwachen über der des Buddha steht.‘

Was ist mit all den Vollendeten, den vollkommen erwachten Buddhas, die in der Vergangenheit gelebt haben? Hast du ihren Geist erfasst, sodass du weißt: ‚Diese Buddhas hatten solche Tugend, solche Eigenschaften, solche Weisheit, solche Meditation oder solche Freiheit‘?“

„Nein, Herr.“

„Und was ist mit all den Vollendeten, den vollkommen erwachten Buddhas, die in der Zukunft leben werden? Hast du ihren Geist erfasst, sodass du weißt: ‚Diese Buddhas werden solche Tugend, solche Eigenschaften, solche Weisheit, solche Meditation oder solche Freiheit haben‘?“

„Nein, Herr.“

„Und was ist mit mir, dem Vollendeten, dem vollkommen erwachten Buddha der Gegenwart? Hast du meinen Geist erfasst, sodass du weißt: ‚Dieser Buddha hat solche Tugend, solche Eigenschaften, solche Weisheit, solche Meditation oder solche Freiheit‘?“

„Nein, Herr.“

„Nun, Sāriputta, da du nicht den Geist von Buddhas der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart erfasst, was genau tust du, dass du so eine gewaltige und dramatische Aussage machst, so ein verbindliches, kategorisches Löwengebrüll brüllst?“

„Herr, obwohl ich nicht den Geist von Buddhas der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart erfasse, verstehe ich es dennoch, indem ich es von der Lehre ableite. Wie eine königliche Grenzfestung mit befestigten Böschungen, Erdwällen und Bögen und einem einzigen Tor, die hätte einen Torwächter, der klug, fähig und verständig wäre. Fremde ließe er draußen, Bekannte ließe er ein. Wenn er seine Patrouillenrunde um die Festung machte, sähe er keine Lücke und keinen Spalt in der Festungsmauer, nicht einmal so groß, dass eine Katze hindurchschlüpfen könnte. Er dächte: ‚Alle Geschöpfe einer nennenswerten Größe, die die Festung betreten oder verlassen, sie alle tun es durch dieses Tor.‘

Ebenso verstehe ich, indem ich es von der Lehre ableite: ‚Alle Vollendeten, die vollkommen erwachten Buddhas – sowohl in der Vergangenheit, der Zukunft als auch der Gegenwart – sie alle geben die fünf Hindernisse auf, die Verunreinigungen des Herzens, die die Weisheit schwächen. Ihr Geist ist in den vier Arten der Achtsamkeitsmeditation fest verankert. Sie entwickeln richtig die sieben Faktoren des Erwachens. Und sie erwachen zum unübertrefflichen vollkommenen Erwachen.‘

Herr, einmal begab ich mich zum Buddha, um die Lehre zu hören. Er erklärte den Dhamma mit seinen immer höheren Stufen, seinen immer erleseneren Stufen und seinen dunklen und hellen Seiten. Als ich eine bestimmte Gesetzmäßigkeit in diesen Lehren im Einklang mit der Art, wie ich unterwiesen wurde, unmittelbar sah, kam ich zu einem Schluss über die Lehren. Ich hatte Zuversicht zum Lehrer: ‚Der Gesegnete ist ein vollkommen erwachter Buddha. Die Lehre ist gut erklärt. Der Saṅgha übt gut.‘

1.1. Taugliche Eigenschaften lehren

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha taugliche Eigenschaften lehrt. Es geht um taugliche Eigenschaften wie die vier Arten der Achtsamkeitsmeditation, die vier Arten rechten Bemühens, die vier Grundlagen übersinnlicher Kraft, die fünf Fähigkeiten, die fünf Kräfte, die sieben Faktoren des Erwachens und den edlen achtfachen Pfad. Mit diesen erlangt ein Mönch mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, erkennt sie durch eigene Einsicht und lebt darin. Das ist unübertrefflich in Bezug auf taugliche Eigenschaften. Der Buddha versteht es ausnahmslos. Darüber hinaus gibt es nichts zu verstehen, wodurch die unmittelbare Einsicht eines anderen Asketen oder Brahmanen in Bezug auf taugliche Eigenschaften über der des Buddha stehen könnte.

1.2. Die Sinnesfelder beschreiben

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha die Beschreibung der Sinnesfelder lehrt. Es gibt diese sechs inneren und sechs äußeren Sinnesfelder: das Auge und Bilder, das Ohr und Töne, die Nase und Gerüche, die Zunge und Geschmäcke, den Körper und Berührungen, den Geist und Vorstellungen. Das ist unübertrefflich, wenn es um die Beschreibung der Sinnesfelder geht. Der Buddha versteht es ausnahmslos. Darüber hinaus gibt es nichts zu verstehen, wodurch die unmittelbare Einsicht eines anderen Asketen oder Brahmanen in Bezug auf die Beschreibung der Sinnesfelder über der des Buddha stehen könnte.

1.3. Die Empfängnis des Embryo

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha die Empfängnis des Embryo lehrt. Es gibt vier Arten der Empfängnis:

Zunächst ist da jemand nicht gewahr, wenn er im Schoß seiner Mutter empfangen wird, während er dort ist und wenn er hervorkommt. Das ist die erste Art der Empfängnis.

Dann ist er gewahr, wenn er im Schoß seiner Mutter empfangen wird, aber nicht, während er dort ist und wenn er hervorkommt. Das ist die zweite Art der Empfängnis.

Dann ist er gewahr, wenn er im Schoß seiner Mutter empfangen wird und während er dort ist, aber nicht, wenn er hervorkommt. Das ist die dritte Art der Empfängnis.

Dann ist er gewahr, wenn er im Schoß seiner Mutter empfangen wird, während er dort ist und wenn er hervorkommt. Das ist die vierte Art der Empfängnis.

Das ist unübertrefflich, wenn es um die Empfängnis des Embryo geht.

1.4. Arten des Enthüllens

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha die verschiedenen Arten des Enthüllens lehrt. Es gibt vier Arten des Enthüllens.

Zunächst enthüllt da jemand mithilfe eines Merkmals: ‚Das denkst du gerade, so ist dein Gedanke, so ist dein Geisteszustand.‘ Und selbst wenn er solche Dinge oft enthüllt, zeigt sich, dass es genauso ist und nicht anders. Das ist die erste Art des Enthüllens.

Dann enthüllt da jemand, nachdem er es von Menschen oder nicht-menschlichen Wesen oder Gottheiten gehört hat: ‚Das denkst du gerade, so ist dein Gedanke, so ist dein Geisteszustand.‘ Und selbst wenn er solche Dinge oft enthüllt, zeigt sich, dass es genauso ist und nicht anders. Das ist die zweite Art des Enthüllens.

Dann enthüllt da jemand, indem er hört, wie der Ton eines Gedankens sich ausbreitet, wenn jemand denkt und erwägt: ‚Das denkst du gerade, so ist dein Gedanke, so ist dein Geisteszustand.‘ Und selbst wenn er solche Dinge oft enthüllt, zeigt sich, dass es genauso ist und nicht anders. Das ist die dritte Art des Enthüllens.

Dann erfasst da jemand den Geist eines Menschen, der die Versenkung erreicht hat, in der man den Geist nicht ausrichtet und hält. Er versteht: ‚Wenn man davon ausgeht, wie die Absichten dieses Menschen ausgerichtet sind, so wird er unmittelbar, nachdem er aus diesem Geisteszustand auftaucht, diesen Gedanken denken.‘ Und selbst wenn man solche Dinge oft enthüllt, zeigt sich, dass es genauso ist und nicht anders. Das ist die vierte Art des Enthüllens.

Das ist unübertrefflich, wenn es um die Arten des Enthüllens geht.

1.5. Das Sehen erlangen

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha das Erlangen des Sehens lehrt. Es gibt vier Arten, das Sehen zu erlangen.

Zunächst erfährt da ein Asket oder Brahmane durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art, dass er seinen eigenen Körper betrachtet, von den Fußsohlen aufwärts und von den Haarspitzen abwärts, der von Haut umhüllt und mit zahlreichen widerlichen Dingen angefüllt ist: ‚In diesem Körper gibt es Kopfhaare, Körperhaare, Nägel, Zähne, Haut, Fleisch, Sehnen, Knochen, Knochenmark, Nieren, Herz, Leber, Zwerchfell, Milz, Lungen, Därme, Gekröse, Speisebrei, Kot, Galle, Schleim, Eiter, Blut, Schweiß, Fett, Tränen, Talg, Speichel, Nasenschleim, Gelenkschmiere, Urin.‘ Das ist die erste Art, das Sehen zu erlangen.

Dann erlangt da ein Asket oder Brahmane durch eifriges … Bemühen diese Versenkung des Herzens und betrachtet seinen Körper: ‚In diesem Körper gibt es Kopfhaare … Urin.‘ Indem er darüber hinausgeht, betrachtet er die Knochen eines Menschen mit Haut, Fleisch und Blut. Das ist die zweite Art, das Sehen zu erlangen.

Dann erlangt da ein Asket oder Brahmane durch eifriges … Bemühen diese Versenkung des Herzens und betrachtet seinen Körper: ‚In diesem Körper gibt es Kopfhaare … Urin.‘ Indem er darüber hinausgeht, betrachtet er die Knochen eines Menschen mit Haut, Fleisch und Blut. Und er versteht bei einem Menschen, dass sein Bewusstseinsstrom auf beiden Seiten gleichbleibend ist: sowohl in dieser als auch in jener Welt verankert. Das ist die dritte Art, das Sehen zu erlangen.

Dann erlangt da ein Asket oder Brahmane durch eifriges … Bemühen diese Versenkung des Herzens und betrachtet seinen Körper: ‚In diesem Körper gibt es Kopfhaare … Urin.‘ Indem er darüber hinausgeht, betrachtet er die Knochen eines Menschen mit Haut, Fleisch und Blut. Und er versteht bei einem Menschen, dass sein Bewusstseinsstrom auf beiden Seiten gleichbleibend ist: weder in dieser noch in jener Welt verankert. Das ist die vierte Art, das Sehen zu erlangen.

Das ist unübertrefflich, wenn es um das Erlangen des Sehens geht.

1.6. Beschreibung von Personen

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha die Beschreibung von Personen lehrt. Es gibt sieben Personen: Eine, die auf beide Arten befreit ist, eine, die durch Weisheit befreit ist, einen unmittelbaren Zeugen, eine, die zur Ansicht gelangt ist, eine, die durch Vertrauen befreit ist, einen Nachfolger der Lehren und einen Nachfolger durch Vertrauen. Das ist unübertrefflich, wenn es um die Beschreibung von Personen geht.

1.7. Arten des Bemühens

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha die Arten des Bemühens lehrt. Es gibt diese sieben Faktoren des Erwachens: Achtsamkeit, Erforschung der Gesetzmäßigkeiten, Energie, Ekstase, Stille, Versenkung und Gleichmut. Das ist unübertrefflich, wenn es um die Arten des Bemühens geht.

1.8. Übungswege

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha die Übungswege lehrt. Es gibt die schmerzhafte Übung mit langsamer Einsicht, die schmerzhafte Übung mit rascher Einsicht, die angenehme Übung mit langsamer Einsicht und die angenehme Übung mit rascher Einsicht.

Von diesen gilt die schmerzhafte Übung mit langsamer Einsicht in zweierlei Hinsicht als geringer: weil sie schmerzhaft ist und weil sie langsam ist. Die schmerzhafte Übung mit rascher Einsicht gilt als geringer, weil sie schmerzhaft ist. Die angenehme Übung mit langsamer Einsicht gilt als geringer, weil sie langsam ist. Doch die angenehme Übung mit rascher Einsicht gilt als besser in zweierlei Hinsicht: weil sie angenehm ist und weil sie rasch ist.

Das ist unübertrefflich, wenn es um die Übungswege geht.

1.9. Verhalten mit der Sprache

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha das Verhalten mit der Sprache lehrt. Da gebraucht jemand keine Rede, die mit Lügen verbunden ist, die Zwietracht sät oder entzweit oder versucht, sich mit Angriffslust durchzusetzen. Er gibt nur weisen Rat, redet sinnvoll und zur rechten Zeit. Das ist unübertrefflich, wenn es um das Verhalten mit der Sprache geht.

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha die Tugendhaftigkeit eines Menschen lehrt. Da ist jemand wahrhaftig und vertrauensvoll. Er heuchelt und schmeichelt nicht, macht keine Andeutungen und wertet andere nicht ab, und er benutzt materiellen Besitz nicht, um mehr materiellem Besitz nachzujagen. Er bewacht die Tore der Sinne und hält beim Essen Maß. Er ist gerecht, weiht sich dem Wachsein, ist unermüdlich und energisch und weiht sich der Meditation. Er hat ein gutes Gedächtnis, gute Wortgewandtheit, eine große Reichweite der Erinnerung, Merkfähigkeit und Bedachtsamkeit. Er ist nicht gierig nach Sinnenfreuden. Er ist achtsam und wach. Das ist unübertrefflich, wenn es um die Tugendhaftigkeit eines Menschen geht.

1.10. Wie man auf die Anleitung anspricht

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha die verschiedenen Grade lehrt, zu denen jemand auf die Anleitung anspricht. Es gibt vier Grade, zu denen jemand auf die Anleitung anspricht.

Indem er den Geist wohlüberlegt auf eine andere Person richtet, weiß der Buddha: ‚Diese Person wird, wenn sie gemäß der Anleitung übt, mit dem Auflösen von drei Fesseln in den Strom eintreten, sie muss nicht mehr in der Unterwelt wiedergeboren werden und ist für das Erwachen bestimmt.‘ Indem er den Geist wohlüberlegt auf eine andere Person richtet, weiß der Buddha: ‚Diese Person wird, wenn sie gemäß der Anleitung übt, mit dem Auflösen von drei Fesseln und dem Abschwächen von Gier, Hass und Täuschung ein Einmalwiederkehrer werden. Nur einmal kehrt sie in diese Welt zurück, um dann dem Leiden ein Ende zu machen.‘ Indem er den Geist wohlüberlegt auf eine andere Person richtet, weiß der Buddha: ‚Diese Person wird, wenn sie gemäß der Anleitung übt, mit dem Auflösen der fünf niederen Fesseln durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden. Sie erlischt dort und muss von jener Welt nicht zurückkehren.‘ Indem er den Geist wohlüberlegt auf eine andere Person richtet, weiß der Buddha: ‚Diese Person wird, wenn sie gemäß der Anleitung übt, mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens erlangen, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, sie durch eigene Einsicht erkennen und darin leben.‘

Das ist unübertrefflich, wenn es um die verschiedenen Grade geht, zu denen jemand auf die Anleitung anspricht.

1.11. Freiheit und Erkennen anderer Personen

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha Freiheit und Erkennen anderer Personen lehrt. Indem er den Geist wohlüberlegt auf eine andere Person richtet, weiß der Buddha: ‚Diese Person wird mit dem Auflösen von drei Fesseln in den Strom eintreten, sie muss nicht mehr in der Unterwelt wiedergeboren werden und ist für das Erwachen bestimmt.‘ Indem er den Geist wohlüberlegt auf eine andere Person richtet, weiß der Buddha: ‚Diese Person wird mit dem Auflösen von drei Fesseln und dem Abschwächen von Gier, Hass und Täuschung ein Einmalwiederkehrer werden. Nur einmal kehrt sie in diese Welt zurück, um dann dem Leiden ein Ende zu machen.‘ Indem er den Geist wohlüberlegt auf eine andere Person richtet, weiß der Buddha: ‚Diese Person wird mit dem Auflösen der fünf niederen Fesseln durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden. Sie erlischt dort und muss von jener Welt nicht zurückkehren.‘ Indem er den Geist wohlüberlegt auf eine andere Person richtet, weiß der Buddha: ‚Diese Person wird mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens erlangen, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, sie durch eigene Einsicht erkennen und darin leben.‘ Das ist unübertrefflich, wenn es um Freiheit und Erkennen anderer Personen geht.

1.12. Ewigkeitsglaube

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha Doktrinen mit Ewigkeitsglauben lehrt. Es gibt drei Doktrinen mit Ewigkeitsglauben:

Zunächst ist da ein Asket oder Brahmane, der durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art erfährt, dass er sich an viele hunderttausend frühere Leben erinnert mit den Merkmalen und Einzelheiten. Er sagt: ‚Ich weiß, dass das Weltall sich in der Vergangenheit ausgedehnt oder zusammengezogen hat. Ich weiß nicht, ob es sich in Zukunft ausdehnen oder zusammenziehen wird. Das Selbst und das Weltall sind ewig, unfruchtbar, beständig wie ein Berggipfel, feststehend wie eine Säule. Sie bleiben für alle Ewigkeit gleich, während diese Lebewesen umherstreifen und umherwandern, sterben und wieder erscheinen.‘ Das ist die erste Doktrin mit Ewigkeitsglauben.

Dann ist da ein Asket oder Brahmane, der durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art erfährt, dass er sich an seine früheren Leben während einer Zahl von zehn Äonen erinnert, in denen sich das Weltall ausdehnte und zusammenzog, mit den Merkmalen und Einzelheiten. Er sagt: ‚Ich weiß, dass das Weltall sich in der Vergangenheit ausgedehnt oder zusammengezogen hat. Ich weiß nicht, ob es sich in Zukunft ausdehnen oder zusammenziehen wird. Das Selbst und das Weltall sind ewig, unfruchtbar, beständig wie ein Berggipfel, feststehend wie eine Säule. Sie bleiben für alle Ewigkeit gleich, während diese Lebewesen umherstreifen und umherwandern, sterben und wieder erscheinen.‘ Das ist die zweite Doktrin mit Ewigkeitsglauben.

Dann ist da ein Asket oder Brahmane, der durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art erfährt, dass er sich an seine früheren Leben während einer Zahl von vierzig Äonen erinnert, in denen sich das Weltall ausdehnte und zusammenzog, mit den Merkmalen und Einzelheiten. Er sagt: ‚Ich weiß, dass das Weltall sich in der Vergangenheit ausgedehnt oder zusammengezogen hat. Ich weiß nicht, ob es sich in Zukunft ausdehnen oder zusammenziehen wird. Das Selbst und das Weltall sind ewig, unfruchtbar, beständig wie ein Berggipfel, feststehend wie eine Säule. Sie bleiben für alle Ewigkeit gleich, während diese Lebewesen umherstreifen und umherwandern, sterben und wieder erscheinen.‘ Das ist die dritte Doktrin mit Ewigkeitsglauben.

Das ist unübertrefflich, wenn es um die Doktrinen mit Ewigkeitsglauben geht.

1.13. Sich an frühere Leben erinnern

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha die Erinnerung an frühere Leben lehrt. Da ist ein Asket oder Brahmane, der durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art erfährt, dass er sich an viele Arten früherer Leben erinnert, das heißt: eine Wiedergeburt, zwei Wiedergeburten, drei, vier, fünf, zehn, zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig, hundert, tausend, hunderttausend Wiedergeburten; viele Äonen des Zusammenziehens der Welt, viele Äonen des Ausdehnens der Welt, viele Äonen des Zusammenziehens und Ausdehnens der Welt. ‚Dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich woanders wiedergeboren. Und dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich hier wiedergeboren.‘ Und so erinnert er sich an viele Arten früherer Leben mit den Merkmalen und Einzelheiten. Herr, es gibt Götter, deren Lebensdauer man nicht zählen oder berechnen kann. Ganz gleich, in welcher Verkörperung sie zuvor geboren worden sind – geformt oder formlos, mit Wahrnehmung oder ohne Wahrnehmung oder weder mit noch ohne Wahrnehmung – sie erinnern sich dennoch an viele Arten früherer Leben mit den Merkmalen und Einzelheiten. Das ist unübertrefflich, wenn es um die Erinnerung an frühere Leben geht.

1.14. Tod und Wiedergeburt

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha das Erkennen von Tod und Wiedergeburt der Lebewesen lehrt. Da ist ein Asket oder Brahmane, der durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art erfährt, dass er mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit Lebewesen sieht, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. Er versteht, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten weiterziehen: ‚Diese lieben Wesen taten Schlechtes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Sie brachten die Edlen in Verruf, hatten falsche Ansicht und unternahmen Handlungen aus dieser falschen Ansicht heraus. Als ihr Körper auseinanderbrach, nach dem Tod, wurden sie an einem verlorenen Ort wiedergeboren, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle. Diese lieben Wesen hingegen taten Gutes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Sie brachten nie die Edlen in Verruf, hatten rechte Ansicht und unternahmen Handlungen aus dieser rechten Ansicht heraus. Als ihr Körper auseinanderbrach, nach dem Tod, wurden sie an einem guten Ort wiedergeboren, in einer himmlischen Welt.‘ Und so sieht er mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. Er versteht, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten weiterziehen. Das ist unübertrefflich, wenn es um das Erkennen von Tod und Wiedergeburt der Lebewesen geht.

1.15. Übersinnliche Kräfte

Und mehr noch, Herr: Es ist unübertrefflich, wie der Buddha die übersinnlichen Kräfte lehrt. Es gibt zwei Arten übersinnlicher Kräfte: Es gibt übersinnliche Kräfte, die mit Befleckungen und Bindungen verbunden sind und als unedel gelten. Und es gibt übersinnliche Kräfte, die frei von Befleckungen und Bindungen sind und als edel gelten. Welches sind die übersinnlichen Kräfte, die mit Befleckungen und Bindungen verbunden sind und als unedel gelten? Da ist ein Asket oder Brahmane, der durch eifriges, entschlossenes, hingegebenes und beflissenes Bemühen und richtigen Gebrauch des Geistes eine Versenkung des Herzens solcher Art erfährt, dass er die vielen Arten übersinnlicher Kraft ausübt: sich vervielfältigen und wieder eins werden; erscheinen und verschwinden; ungehindert durch eine Mauer, einen Erdwall oder einen Berg gehen wie durch leeren Raum; in die Erde eintauchen und wieder auftauchen, als wäre sie Wasser; über das Wasser gehen, als wäre es Land; mit gekreuzten Beinen durch die Luft fliegen wie ein Vogel; Sonne und Mond, so mächtig und gewaltig, mit der Hand berühren und streicheln; den Körper beherrschen bis hin zur Brahmāwelt. Das sind die übersinnlichen Kräfte, die mit Befleckungen und Bindungen verbunden sind und als unedel gelten.

Aber welches sind die übersinnlichen Kräfte, die frei von Befleckungen und Bindungen sind und als edel gelten? Wenn da ein Mönch wünscht: ‚Dass ich doch meditieren könnte, indem ich das, was nicht widerwärtig ist, im Widerwärtigen wahrnehme‘, dann tut er es. Wenn er wünscht: ‚Dass ich doch meditieren könnte, indem ich das Widerwärtige in dem wahrnehme, was nicht widerwärtig ist‘, dann tut er es. Wenn er wünscht: ‚Dass ich doch meditieren könnte, indem ich das, was nicht widerwärtig ist, sowohl im Widerwärtigen wahrnehme als auch in dem, was nicht widerwärtig ist‘, dann tut er es. Wenn er wünscht: ‚Dass ich doch meditieren könnte, indem ich das Widerwärtige sowohl in dem wahrnehme, was nicht widerwärtig ist, als auch im Widerwärtigen‘, dann tut er es. Wenn er wünscht: ‚Dass ich doch meditieren könnte, indem ich gleichmütig bleibe, achtsam und bewusst, und sowohl das Widerwärtige zurückweise als auch das, was nicht widerwärtig ist‘, dann tut er es. Das sind die übersinnlichen Kräfte, die frei von Befleckungen und Bindungen sind und als edel gelten. Das ist unübertrefflich, wenn es um die übersinnlichen Kräfte geht. Der Buddha versteht es ausnahmslos. Darüber hinaus gibt es nichts zu verstehen, wodurch die unmittelbare Einsicht eines anderen Asketen oder Brahmanen in Bezug auf die übersinnlichen Kräfte über der des Buddha stehen könnte.

1.16. Die vier Vertiefungen

Der Buddha hat erreicht, was ein vertrauensvoller ehrbarer Mensch erreichen sollte, wenn er energisch und stark ist, mit menschlicher Stärke, Energie, Tatkraft und Anstrengung. Der Buddha schwelgt nicht in Sinnenfreuden – sie sind nieder, derb, gewöhnlich, unedel und nutzlos. Und er schwelgt nicht in Selbstquälerei – sie ist schmerzvoll, unedel und nutzlos. Er erlangt nach Wunsch, ohne Mühe und Not, die vier Vertiefungen – Zustände seliger Meditation in diesem Leben, die zum höheren Geist gehören.

1.17. Über das Befragtwerden

Herr, wenn ich gefragt würde: ‚Geehrter Sāriputta, gibt es irgendeinen anderen Asketen oder Brahmanen – in der Vergangenheit, der Zukunft oder der Gegenwart –, dessen unmittelbare Einsicht in Bezug auf das Erwachen über der des Buddha steht?‘, so würde ich sagen: ‚Nein.‘

Aber wenn ich gefragt würde: ‚Geehrter Sāriputta, gibt es irgendeinen anderen Asketen oder Brahmanen – in der Vergangenheit oder der Zukunft –, dessen unmittelbare Einsicht in Bezug auf das Erwachen der des Buddha gleichkommt?‘, so würde ich sagen: ‚Ja.‘ Aber wenn ich gefragt würde: ‚Geehrter Sāriputta, gibt es irgendeinen anderen Asketen oder Brahmanen in der Gegenwart, dessen unmittelbare Einsicht in Bezug auf das Erwachen der des Buddha gleichkommt?‘, so würde ich sagen: ‚Nein.‘

Und wenn ich gefragt würde: ‚Aber warum gesteht der Ehrwürdige Sāriputta dies bei manchen zu und bei anderen nicht?‘, so würde ich folgendermaßen antworten: ‚Geehrte, ich habe unter den Augen des Buddha gehört und gelernt: „Die Vollendeten, die vollkommen erwachten Buddhas der Vergangenheit kamen mir in Bezug auf das Erwachen gleich.“ Und ich habe unter den Augen des Buddha gehört und gelernt: „Die Vollendeten, die vollkommen erwachten Buddhas der Zukunft werden mir in Bezug auf das Erwachen gleichkommen.“ Und ich habe auch unter den Augen des Buddha gehört und gelernt: „Es ist ganz unmöglich, dass zwei Vollendete, zwei vollkommen erwachte Buddhas gleichzeitig im selben Sonnensystem erscheinen.“‘

Ich hoffe, ich gebe, wenn ich so antworte, die Worte des Buddha wieder und stelle ihn nicht mit einer Unwahrheit falsch dar. Ich hoffe, meine Erklärung ist im Einklang mit der Lehre, und es gibt keinen rechtmäßigen Grund für eine Gegendarstellung und Tadel.“

„Jawohl, Sāriputta, wenn du so antwortest, gibst du meine Worte wieder und stellst mich nicht mit einer Unwahrheit falsch dar. Deine Erklärung ist im Einklang mit der Lehre, und es gibt keinen rechtmäßigen Grund für eine Gegendarstellung und Tadel.“

2. Unglaublich und erstaunlich

Daraufhin sagte der Ehrwürdige Udāyī zum Buddha: „Es ist unglaublich, Herr, es ist erstaunlich! Der Klargewordene ist so genügsam, so zufrieden, tilgt sich selbst so aus! Denn obwohl der Klargewordene solche Macht und Stärke besitzt, wird er sich nicht selbst zur Schau stellen. Wenn die Wanderer anderer Konfessionen auch nur eine einzige dieser Eigenschaften bei sich selbst sähen, würden sie sie auf einem Banner herumtragen. Es ist unglaublich, Herr, es ist erstaunlich! Der Klargewordene ist so genügsam, so zufrieden, tilgt sich selbst so aus! Denn obwohl der Klargewordene solche Macht und Stärke besitzt, wird er sich nicht selbst zur Schau stellen.“

„Sieh, Udāyī, wie genügsam der Klargewordene ist, wie zufrieden er ist, wie er sich selbst austilgt. Denn obwohl der Klargewordene solche Macht und Stärke besitzt, wird er sich nicht selbst zur Schau stellen. Wenn die Wanderer anderer Konfessionen auch nur eine einzige dieser Eigenschaften bei sich selbst sähen, würden sie sie auf einem Banner herumtragen. Sieh, Udāyī, wie genügsam der Klargewordene ist, wie zufrieden er ist, wie er sich selbst austilgt. Denn obwohl der Klargewordene solche Macht und Stärke besitzt, wird er sich nicht selbst zur Schau stellen.“

Darauf sagte der Buddha zum Ehrwürdigen Sāriputta: „Daher, Sāriputta, sollst du diese Lehrdarlegung häufig den Mönchen, Nonnen, Laienmännern und Laienfrauen vortragen. Zwar wird es einige unnütze Menschen geben, die Zweifel oder Unsicherheit in Bezug auf den Klargewordenen haben; aber wenn sie diese Lehrdarlegung hören, werden sie diesen Zweifel und diese Unsicherheit aufgeben.“

So erklärte der Ehrwürdige Sāriputta unter den Augen des Buddha seine Zuversicht. Und darum trägt dieses Gespräch den Namen „Zuversicht wecken“.

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).