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DN29

Eine beeindruckende Lehrrede

Pāsādikasutta

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha im Land der Sakyer in einem Pfahlbau-Langhaus in einem Mangowäldchen auf, das diesen Sakyern mit Namen Vedhaññā gehörte.

Nun war da gerade kürzlich der Jaina-Asket aus dem Stamm Ñātika in Pāvā verstorben. Nach seinem Tod gab es eine Spaltung unter den Jaina-Asketen, es bildeten sich zwei Splittergruppen, die uneins waren, zankten, stritten und einander fortwährend mit scharfen Worten verletzten:

„Du verstehst diese Lehre und Schulung nicht. Ich verstehe diese Lehre und Schulung. Was, du verstehst diese Lehre und Schulung? Du übst falsch. Ich übe richtig. Ich bleibe beim Thema, du nicht. Was zuerst gesagt werden soll, hast du zuletzt gesagt. Was zuletzt gesagt werden soll, hast du zuerst gesagt. Was du dir so gut ausgedacht hast, ist entkräftet. Deine Doktrin ist widerlegt. Auf, rette deine Doktrin! Du steckst in der Falle; befreie dich daraus – wenn du kannst!“

Man konnte glauben, unter den Jaina-Asketen gebe es nur Gemetzel. Und die weiß gekleideten Laienschüler des Jaina Ñātika waren ernüchtert, schockiert und enttäuscht von den Jaina-Asketen. Und ebenso waren sie von einer Lehre und Schulung enttäuscht, die so schlecht erklärt und vorgelegt war, die nicht mündig machte, nicht zum Frieden führte, nicht von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet war; ihr Denkmal war zerbrochen, und sie hatten keine Zuflucht.

Und der Novize Cunda ging, nachdem er seinen Regenzeitaufenthalt in der Nähe von Pāvā abgeschlossen hatte, zum Ehrwürdigen Ānanda beim Dorf Sāma. Er verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu Ānanda: „Herr, der Jaina-Asket aus dem Stamm Ñātika ist kürzlich in Pāvā verstorben. Nach seinem Tod gab es eine Spaltung unter den Jaina-Asketen …“

Ānanda antwortete ihm: „Geehrter Cunda, wir sollten wegen dieser Sache den Buddha sehen. Komm, lass uns zum Buddha gehen und ihm darüber berichten.“

„Ja, Herr“, antwortete Cunda.

Darauf gingen Ānanda und Cunda zum Buddha, verbeugten sich, setzten sich zur Seite hin, und der Ehrwürdige Ānanda berichtete ihm, was vorgefallen war.

1. Die Lehre und Schulung eines Nicht-Erwachten

„Das geschieht, Cunda, wenn eine Lehre und Schulung schlecht erklärt und vorgelegt ist, wenn sie nicht mündig macht, nicht zum Frieden führt, nicht von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet ist.

Da ist ein Lehrer nicht erwacht, und die Lehre ist schlecht erklärt und vorgelegt, sie macht nicht mündig, führt nicht zum Frieden, ist nicht von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet. Ein Schüler in dieser Lehre übt nicht im Einklang mit der Lehre, übt nicht, indem er diesem Vorgehen richtig folgt, lebt nicht im Einklang mit der Lehre. Er fährt fort, indem er sich von der Anleitung des Lehrers abwendet. Ihm sollt ihr sagen: ‚Du hast Glück, Geehrter, so großes Glück! Denn dein Lehrer ist nicht erwacht, und seine Lehre ist schlecht erklärt und vorgelegt, sie macht nicht mündig, führt nicht zum Frieden, ist nicht von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet. Aber du übst nicht im Einklang mit der Lehre, übst nicht, indem du diesem Vorgehen richtig folgst, lebst nicht im Einklang mit der Lehre. Du fährst fort, indem du dich von der Anleitung des Lehrers abwendest.‘ In einem solchen Fall sind der Lehrer und die Lehre zu tadeln, aber der Schüler verdient Lob. Angenommen, jemand sagte zu einem solchen Schüler: ‚Komm, Ehrwürdiger, übe, wie es von deinem Lehrer gelehrt und gezeigt wurde.‘ Derjenige, der jemandem dazu rät, derjenige, dem dazu geraten wird, und derjenige, der danach übt, sie alle fließen über von viel Verderbnis. Warum ist das so? Weil diese Lehre und Schulung schlecht erklärt und vorgelegt ist, weil sie nicht mündig macht, nicht zum Frieden führt, nicht von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet ist.

Dann ist da ein Lehrer nicht erwacht, und die Lehre ist schlecht erklärt und vorgelegt, sie macht nicht mündig, führt nicht zum Frieden, ist nicht von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet. Ein Schüler in dieser Lehre übt im Einklang mit der Lehre, übt, indem er diesem Vorgehen richtig folgt, lebt im Einklang mit der Lehre. Er fährt fort, indem er diese Lehre aufnimmt. Ihm sollt ihr sagen: ‚Es ist dein Pech, Geehrter, dein Missgeschick! Denn dein Lehrer ist nicht erwacht, und seine Lehre ist schlecht erklärt und vorgelegt, sie macht nicht mündig, führt nicht zum Frieden, ist nicht von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet. Und du übst im Einklang mit der Lehre, du übst, indem du diesem Vorgehen richtig folgst, du lebst im Einklang mit der Lehre. Du fährst fort, indem du diese Lehre aufnimmst.‘ In einem solchen Fall sind der Lehrer, die Lehre und der Schüler zu tadeln. Angenommen, jemand sagte zu einem solchen Schüler: ‚Der Ehrwürdige übt offensichtlich nach dem systematischen Weg und wird in diesem System Erfolg haben.‘ Derjenige, der jemanden dafür lobt, derjenige, der dafür gelobt wird, und derjenige, der durch das Lob noch mehr Energie aufrüttelt, sie alle fließen über von viel Verderbnis. Warum ist das so? Weil diese Lehre und Schulung schlecht erklärt und vorgelegt ist, weil sie nicht mündig macht, nicht zum Frieden führt, nicht von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet ist.

2. Die Lehre und Schulung eines Erwachten

Dann ist da ein Lehrer erwacht, und die Lehre ist gut erklärt und vorgelegt, sie macht mündig, führt zum Frieden, ist von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet. Ein Schüler in dieser Lehre übt nicht im Einklang mit der Lehre, übt nicht, indem er diesem Vorgehen richtig folgt, lebt nicht im Einklang mit der Lehre. Er fährt fort, indem er sich von der Anleitung des Lehrers abwendet. Ihm sollt ihr sagen: ‚Es ist dein Pech, Geehrter, dein Missgeschick! Denn dein Lehrer ist erwacht, und seine Lehre ist gut erklärt und vorgelegt, sie macht mündig, führt zum Frieden, ist von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet. Aber du übst nicht im Einklang mit der Lehre, übst nicht, indem du diesem Vorgehen richtig folgst, lebst nicht im Einklang mit der Lehre. Du fährst fort, indem du dich von der Anleitung des Lehrers abwendest.‘ In einem solchen Fall sind der Lehrer und die Lehre zu loben, aber der Schüler verdient Tadel. Angenommen, jemand sagte zu einem solchen Schüler: ‚Komm, Ehrwürdiger, übe, wie es von deinem Lehrer gelehrt und gezeigt wurde.‘ Derjenige, der jemandem dazu rät, derjenige, dem dazu geraten wird, und derjenige, der danach übt, sie alle fließen über von viel Verdienst. Warum ist das so? Weil diese Lehre und Schulung gut erklärt und vorgelegt ist, weil sie mündig macht, zum Frieden führt, von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet ist.

Dann ist da ein Lehrer erwacht, und die Lehre ist gut erklärt und vorgelegt, sie macht mündig, führt zum Frieden, ist von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet. Ein Schüler in dieser Lehre übt im Einklang mit der Lehre, übt, indem er diesem Vorgehen richtig folgt, lebt im Einklang mit der Lehre. Er fährt fort, indem er diese Lehre aufnimmt. Ihm sollt ihr sagen: ‚Du hast Glück, Geehrter, so großes Glück! Denn dein Lehrer ist erwacht, und seine Lehre ist gut erklärt und vorgelegt, sie macht mündig, führt zum Frieden, ist von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet. Und du übst im Einklang mit der Lehre, du übst, indem du diesem Vorgehen richtig folgst, du lebst im Einklang mit der Lehre. Du fährst fort, indem du diese Lehre aufnimmst.‘ In einem solchen Fall sind der Lehrer, die Lehre und der Schüler zu loben. Angenommen, jemand sagte zu einem solchen Schüler: ‚Der Ehrwürdige übt offensichtlich nach dem systematischen Weg und wird in diesem System Erfolg haben.‘ Derjenige, der jemanden dafür lobt, derjenige, der dafür gelobt wird, und derjenige, der durch das Lob noch mehr Energie aufrüttelt, sie alle fließen über von viel Verdienst. Warum ist das so? Weil diese Lehre und Schulung gut erklärt und vorgelegt ist, weil sie mündig macht, zum Frieden führt, von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet ist.

3. Wann Schüler von Bedauern gequält werden

Da erscheint ein Lehrer in der Welt, vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha. Die Lehre ist gut erklärt und vorgelegt, sie macht mündig, führt zum Frieden, ist von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet. Doch die Schüler wurden nicht in der Bedeutung dieser guten Lehre ausgebildet. Und das geistliche Leben, das ganz vollständig und rein ist, wurde ihnen nicht enthüllt und offengelegt; es wurden nicht alle Sprüche dieser Lehre gesammelt; und sie wurde mit ihrer beweisbaren Grundlage nicht gut verkündet, wo immer es Götter und Menschen gibt. Und dann stirbt ihr Lehrer. Nach dem Tod eines solchen Lehrers werden die Schüler von Bedauern gequält. Warum ist das so? Weil sie denken: ‚Unser Lehrer war vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha. Seine Lehre war gut erklärt, aber wir wurden nicht in ihrer Bedeutung ausgebildet. Und das geistliche Leben wurde uns nicht vollständig enthüllt; es wurden nicht alle Sprüche dieser Lehre gesammelt; und sie wurde mit ihrer beweisbaren Grundlage nicht gut verkündet, wo immer es Götter und Menschen gibt. Und dann ist unser Lehrer gestorben.‘ Nach dem Tod eines solchen Lehrers werden die Schüler von Bedauern gequält.

4. Wann Schüler nicht von Bedauern gequält werden

Dann erscheint da ein Lehrer in der Welt, vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha. Die Lehre ist gut erklärt und vorgelegt, sie macht mündig, führt zum Frieden, ist von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet. Die Schüler wurden in der Bedeutung dieser guten Lehre ausgebildet. Und das geistliche Leben, das ganz vollständig und rein ist, wurde ihnen enthüllt und offengelegt; es wurden alle Sprüche dieser Lehre gesammelt; und sie wurde mit ihrer beweisbaren Grundlage gut verkündet, wo immer es Götter und Menschen gibt. Und dann stirbt ihr Lehrer. Nach dem Tod eines solchen Lehrers sind die Schüler frei von Bedauern. Warum ist das so? Weil sie denken: ‚Unser Lehrer war vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha. Seine Lehre war gut erklärt, wir wurden in ihrer Bedeutung ausgebildet und das geistliche Leben, das ganz vollständig und rein ist, wurde uns enthüllt und offengelegt. Und dann ist unser Lehrer gestorben.‘ Nach dem Tod eines solchen Lehrers sind die Schüler frei von Bedauern.

5. Über den unvollständigen geistlichen Pfad usw.

Nun angenommen, Cunda, ein geistlicher Pfad besitzt diese Faktoren. Doch der Lehrer ist kein Altehrwürdiger, lange erfahren, schon lange fortgezogen, in vorgerücktem Alter und im letzten Lebensabschnitt angekommen. Dann ist dieser geistliche Pfad in dieser Hinsicht unvollständig.

Aber wenn ein geistlicher Pfad diese Faktoren besitzt und der Lehrer ist ein Altehrwürdiger, lange erfahren, schon lange fortgezogen, dann ist dieser geistliche Pfad in dieser Hinsicht vollständig.

Nun angenommen, Cunda, ein geistlicher Pfad besitzt diese Faktoren und der Lehrer ist ein Altehrwürdiger. Doch es gibt keine älteren Mönchsschüler, die fähig, ausgebildet und selbstbewusst sind und das Refugium vor dem Joch erreicht haben, die die wahre Lehre richtig erklären können und die die Doktrinen anderer, die aufkommen, rechtmäßig und vollständig widerlegen und auf einer beweisbaren Grundlage lehren können. Dann ist dieser geistliche Pfad in dieser Hinsicht unvollständig.

Aber wenn ein geistlicher Pfad diese Faktoren besitzt und der Lehrer ist ein Altehrwürdiger und es gibt fähige ältere Mönche, dann ist dieser geistliche Pfad in dieser Hinsicht vollständig.

Nun angenommen, ein geistlicher Pfad besitzt diese Faktoren, der Lehrer ist ein Altehrwürdiger, und es gibt fähige ältere Mönche. Doch es gibt keine fähigen mittleren Mönche, jüngeren Mönche, älteren Nonnen, mittleren Nonnen, jüngeren Nonnen, keuschen weiß gekleideten Laienmänner, weiß gekleideten Laienmänner, die Sinnenfreuden genießen, keuschen weiß gekleideten Laienfrauen oder weiß gekleideten Laienfrauen, die Sinnenfreuden genießen. … Oder es gibt all das bis zu den weiß gekleideten Laienfrauen, die Sinnenfreuden genießen, doch der geistliche Pfad ist nicht erfolgreich und blühend, umfassend, beliebt, weit verbreitet und gut verkündet, wo immer es Götter und Menschen gibt … Der geistliche Pfad ist erfolgreich und blühend, umfassend, beliebt, weit verbreitet und gut verkündet, wo immer es Götter und Menschen gibt, doch er hat nicht den Gipfel an materiellem Besitz und Ruhm erlangt. Dann ist dieser geistliche Pfad in dieser Hinsicht unvollständig.

Aber wenn ein geistlicher Pfad diese Faktoren besitzt und der Lehrer ist ein Altehrwürdiger und es gibt fähige ältere Mönche, mittlere Mönche, jüngere Mönche, ältere Nonnen, mittlere Nonnen, jüngere Nonnen, keusche Laienmänner, Laienmänner, die Sinnenfreuden genießen, keusche Laienfrauen, Laienfrauen, die Sinnenfreuden genießen, und der geistliche Pfad ist erfolgreich und blühend, umfassend, beliebt, weit verbreitet und gut verkündet, wo immer es Götter und Menschen gibt, und er hat den Gipfel an materiellem Besitz und Ruhm erlangt, dann ist dieser geistliche Pfad in dieser Hinsicht vollständig.

Ich, Cunda, bin ein Lehrer, der heute in der Welt erschienen ist, vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha. Die Lehre ist gut erklärt und vorgelegt, sie macht mündig, führt zum Frieden, ist von einem vollkommen erwachten Buddha verkündet. Meine Schüler wurden in der Bedeutung dieser guten Lehre ausgebildet. Und das geistliche Leben, das ganz vollständig und rein ist, wurde ihnen enthüllt und offengelegt, mit all seinen gesammelten Sprüchen, mit seiner beweisbaren Grundlage, gut verkündet, wo immer es Götter und Menschen gibt. Ich bin heute ein Lehrer, der ein Altehrwürdiger ist, lange erfahren, schon lange fortgezogen, in vorgerücktem Alter und im letzten Lebensabschnitt angekommen.

Ich habe heute Schüler, die fähige ältere Mönche sind, mittlere Mönche, jüngere Mönche, ältere Nonnen, mittlere Nonnen, jüngere Nonnen, keusche Laienmänner, Laienmänner, die Sinnenfreuden genießen, keusche Laienfrauen oder Laienfrauen, die Sinnenfreuden genießen. Mein geistlicher Pfad ist heute erfolgreich und blühend, umfassend, beliebt, weit verbreitet und gut verkündet, wo immer es Götter und Menschen gibt.

Unter allen Lehrern, die es heute in der Welt gibt, Cunda, sehe ich keinen einzigen, der so wie ich den Gipfel an materiellem Besitz und Ruhm erlangt hätte. Unter allen geistlichen Gemeinschaften und Gruppen, die es heute in der Welt gibt, sehe ich keine einzige, die so wie der Saṅgha der Mönche und Nonnen den Gipfel an materiellem Besitz und Ruhm erlangt hätte. Und wenn es einen geistlichen Pfad gibt, von dem man zu Recht sagen würde, dass er mit allen guten Eigenschaften versehen ist, in allen guten Eigenschaften vollständig, nicht zu viel und nicht zu wenig, gut erklärt, ganz, vollständig und gut vorgelegt, dann soll man das von diesem geistlichen Pfad sagen.

Uddaka der Sohn Rāmas pflegte zu sagen: ‚Während man sieht, sieht man nicht.‘ Aber während man was sieht, sieht man nicht? Man kann die Klinge eines gut geschärften Rasiermessers sehen, aber die Schneide sieht man nicht. Daher heißt es: ‚Während man sieht, sieht man nicht.‘ Doch dieser Spruch Uddakas ist nieder, derb, gewöhnlich, unedel und nutzlos, da er nur über ein Rasiermesser ist. Wenn es etwas gibt, von dem man zu Recht sagen kann: ‚Während man sieht, sieht man nicht‘, soll es von Folgendem gesagt werden: Während man was sieht, sieht man nicht? Man sieht: einen geistlichen Pfad, der mit allen guten Eigenschaften versehen ist, in allen guten Eigenschaften vollständig, nicht zu viel und nicht zu wenig, gut erklärt, ganz, vollständig und gut vorgelegt. Man sieht nicht: etwas, das man wegnehmen könnte, sodass er noch reiner würde. Man sieht nicht: etwas, das man hinzufügen könnte, sodass er noch vollständiger würde. Daher heißt es zu Recht: ‚Während man sieht, sieht man nicht.‘

6. Die Lehren sollen im Chor aufgesagt werden

Daher, Cunda, sollt ihr alle zusammenkommen und die Dinge, die ich euch aus meiner unmittelbaren Einsicht heraus gelehrt habe, im Chor aufsagen, ohne zu streiten, Bedeutung mit Bedeutung und Ausdruck mit Ausdruck vergleichen, sodass dieser geistliche Pfad lange Zeit bestehen bleibt – zum Nutzen und Glück vieler Menschen, aus Anteilnahme für die Welt, zum Segen, Nutzen und Glück von Göttern und Menschen. Und was sind die Dinge, die ich aus meiner unmittelbaren Einsicht heraus gelehrt habe? Es sind die vier Arten der Achtsamkeitsmeditation, die vier Arten rechten Bemühens, die vier Grundlagen übersinnlicher Kraft, die fünf Fähigkeiten, die fünf Kräfte, die sieben Faktoren des Erwachens und der edle achtfache Pfad. Das sind die Dinge, die ich aus meiner unmittelbaren Einsicht heraus gelehrt habe. Ihr sollt alle zusammenkommen und diese Dinge im Chor aufsagen, ohne zu streiten, Bedeutung mit Bedeutung und Ausdruck mit Ausdruck vergleichen, sodass dieser geistliche Pfad lange Zeit bestehen bleibt – zum Nutzen und Glück vieler Menschen, aus Anteilnahme für die Welt, zum Segen, Nutzen und Glück von Göttern und Menschen.

7. Übereinstimmung erreichen

Angenommen, einer dieser geistlichen Gefährten, die sich in Eintracht und gegenseitiger Wertschätzung schulen, ohne Streit, würde im Saṅgha die Lehre aufsagen. Da würdet ihr denken: ‚Dieser Ehrwürdige legt die Bedeutung falsch aus und verwechselt die Ausdrücke.‘ Ihr sollt seine Aussage weder begrüßen noch ablehnen, sondern sagen: ‚Geehrter, wenn das die Bedeutung ist, könnte der Ausdruck entweder dieses oder jenes sein: Welches passt besser? Und wenn das der Ausdruck ist, könnte die Bedeutung entweder dieses oder jenes sein: Welches passt besser?‘ Angenommen, er würde antworten: ‚Dieser Ausdruck passt besser zu der Bedeutung als jener. Und diese Bedeutung passt besser zu dem Ausdruck als jene.‘ Ohne ihm zu schmeicheln oder ihn zurechtzuweisen, sollt ihr ihn überzeugen, indem ihr dieser Bedeutung und diesem Ausdruck sorgfältig auf den Grund geht.

Angenommen, ein anderer geistlicher Gefährte würde im Saṅgha die Lehre aufsagen. Da würdet ihr denken: ‚Dieser Ehrwürdige legt die Bedeutung falsch aus, aber fasst die Ausdrücke richtig auf.‘ Ihr sollt seine Aussage weder begrüßen noch ablehnen, sondern sagen: ‚Geehrter, wenn das der Ausdruck ist, könnte die Bedeutung entweder dieses oder jenes sein: Welches passt besser?‘ Angenommen, er würde antworten: ‚Diese Bedeutung passt besser zu dem Ausdruck als jene.‘ Ohne ihm zu schmeicheln oder ihn zurechtzuweisen, sollt ihr ihn überzeugen, indem ihr dieser Bedeutung sorgfältig auf den Grund geht.

Angenommen, ein anderer geistlicher Gefährte würde im Saṅgha die Lehre aufsagen. Da würdet ihr denken: ‚Dieser Ehrwürdige legt die Bedeutung richtig aus, aber verwechselt die Ausdrücke.‘ Ihr sollt seine Aussage weder begrüßen noch ablehnen, sondern sagen: ‚Geehrter, wenn das die Bedeutung ist, könnte der Ausdruck entweder dieses oder jenes sein: Welches passt besser?‘ Angenommen, er würde antworten: ‚Dieser Ausdruck passt besser zu der Bedeutung als jener.‘ Ohne ihm zu schmeicheln oder ihn zurechtzuweisen, sollt ihr ihn überzeugen, indem ihr diesem Ausdruck sorgfältig auf den Grund geht.

Angenommen, ein anderer geistlicher Gefährte würde im Saṅgha die Lehre aufsagen. Da würdet ihr denken: ‚Dieser Ehrwürdige legt die Bedeutung richtig aus und fasst die Ausdrücke richtig auf.‘ Mit den Worten: ‚Gut!‘ sollt ihr die Aussage dieses Mönchs begrüßen und ihr zustimmen und dann zu ihm sagen: ‚Wir haben Glück, Geehrter, so großes Glück, einen Ehrwürdigen wie dich, der so gut mit der Bedeutung und der Ausdrucksweise vertraut ist, als einen unserer geistlichen Gefährten zu sehen!‘

8. Warum Bedarfsgegenstände erlaubt sind

Cunda, ich lehre euch nicht allein, um Befleckungen zu zügeln, die dieses Leben betreffen. Und ich lehre auch nicht allein, um Befleckungen abzuwehren, die künftige Leben betreffen. Ich lehre sowohl, um Befleckungen zu zügeln, die dieses Leben betreffen, als auch, um Befleckungen abzuwehren, die künftige Leben betreffen.

Und deshalb habe ich Roben erlaubt, die nur dazu genügen, Kälte und Hitze abzuwehren, die Berührung von Fliegen, Stechmücken, Wind, Sonne und Kriechtieren abzuwehren und die Schamteile zu bedecken. Ich habe Almosen erlaubt, das nur dazu genügt, diesen Körper zu erhalten, Schaden abzuwenden und das geistliche Leben zu fördern; damit man altes Unbehagen beendet und neues nicht entstehen lässt und ohne Tadel und unbeschwert lebt. Ich habe Unterkünfte erlaubt, die nur dazu genügen, Kälte und Hitze abzuwehren, die Berührung von Fliegen, Stechmücken, Wind, Sonne und Kriechtieren abzuwehren, vor schlechtem Wetter zu schützen und sich an der Klausur zu erfreuen. Ich habe Arznei und Krankenversorgung erlaubt, die nur dazu genügen, die Beschwerden der Krankheit abzuwehren und die Gesundheit zu fördern.

9. In Glück schwelgen

Es ist möglich, dass Wanderer anderer Konfessionen sagen: ‚Diese Asketen, die dem Sakyer folgen, leben, indem sie in Glück schwelgen.‘ Dann sollt ihr ihnen entgegnen: ‚Was ist das für ein Schwelgen in Glück? Denn es gibt viele verschiedene Arten, wie man in Glück schwelgen kann.‘

Vier Arten des Schwelgens in Glück, Cunda, sind nieder, derb, gewöhnlich, unedel und nutzlos. Sie führen nicht zu Ernüchterung, Schwinden der Leidenschaft, Aufhören, Frieden, Einsicht, Erwachen und Erlöschen. Welche vier?

Da macht sich ein Tor durch das Töten lebender Geschöpfe selbst glücklich und froh. Das ist die erste Art des Schwelgens in Glück.

Dann macht sich da jemand durch Diebstahl selbst glücklich und froh. Das ist die zweite Art des Schwelgens in Glück.

Dann macht sich da jemand durch Lügen selbst glücklich und froh. Das ist die dritte Art des Schwelgens in Glück.

Dann vergnügt sich da jemand, versorgt und ausgestattet mit den fünf Sinnesreizen. Das ist die vierte Art des Schwelgens in Glück.

Diese vier Arten des Schwelgens in Glück sind nieder, derb, gewöhnlich, unedel und nutzlos. Sie führen nicht zu Ernüchterung, Schwinden der Leidenschaft, Aufhören, Frieden, Einsicht, Erwachen und Erlöschen.

Es ist möglich, dass Wanderer anderer Konfessionen sagen: ‚Die Asketen, die dem Sakyer folgen, leben, indem sie auf diese vier Arten in Glück schwelgen.‘ Ihnen sollt ihr sagen: ‚So nicht!‘ Es ist nicht richtig, das über euch zu sagen; es stellt euch mit einer Unwahrheit falsch dar.

Cunda, vier Arten des Schwelgens in Glück führen einzig zu Ernüchterung, Schwinden der Leidenschaft, Aufhören, Frieden, Einsicht, Erwachen und Erlöschen. Welche vier?

Da tritt ein Mönch, ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, in die erste Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit, während er den Geist ausrichtet und hält. Das ist die erste Art des Schwelgens in Glück.

Wenn dann das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigt, tritt ein Mönch in die zweite Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Versenkung geborene Ekstase und Seligkeit, mit innerer Klarheit und geeintem Geist, ohne Ausrichten und Halten. Das ist die zweite Art des Schwelgens in Glück.

Mit dem Schwinden der Ekstase tritt ein Mönch dann in die dritte Vertiefung ein und verweilt darin; da meditiert er mit Gleichmut, achtsam und bewusst, und erfährt persönlich die Seligkeit, von der die Edlen erklären: ‚Gleichmütig und achtsam meditiert man in Seligkeit.‘ Das ist die dritte Art des Schwelgens in Glück.

Indem er Glück und Schmerz aufgibt, und mit dem Vergehen früherer Fröhlichkeit und Traurigkeit, tritt ein Mönch dann in die vierte Vertiefung ein und verweilt darin, ohne Glück oder Schmerz, mit reinem Gleichmut und reiner Achtsamkeit. Das ist die vierte Art des Schwelgens in Glück.

Diese vier Arten des Schwelgens in Glück führen einzig zu Ernüchterung, Schwinden der Leidenschaft, Aufhören, Frieden, Einsicht, Erwachen und Erlöschen.

Es ist möglich, dass Wanderer anderer Konfessionen sagen: ‚Die Asketen, die dem Sakyer folgen, leben, indem sie auf diese vier Arten in Glück schwelgen.‘ Ihnen sollt ihr sagen: ‚Genau so!‘ Es ist richtig, das über euch zu sagen; es stellt euch nicht mit einer Unwahrheit falsch dar.

10. Die Vorteile des Schwelgens in Glück

Es ist möglich, dass Wanderer anderer Konfessionen sagen: ‚Wie viele Früchte und Vorteile kann man für die erwarten, die leben, indem sie auf diese vier Arten in Glück schwelgen?‘ Dann sollt ihr ihnen entgegnen: ‚Für die, die leben, indem sie auf diese vier Arten in Glück schwelgen, kann man vier Früchte und Vorteile erwarten. Welche vier?

Zunächst tritt da ein Mönch mit dem Auflösen von drei Fesseln in den Strom ein, muss nicht mehr in der Unterwelt wiedergeboren werden und ist für das Erwachen bestimmt. Das ist die erste Frucht und der erste Vorteil.

Dann wird da ein Mönch mit dem Auflösen von drei Fesseln und dem Abschwächen von Gier, Hass und Täuschung ein Einmalwiederkehrer. Nur einmal kehrt er in diese Welt zurück, um dann dem Leiden ein Ende zu machen. Das ist die zweite Frucht und der zweite Vorteil.

Dann wird da ein Mönch mit dem Auflösen der fünf niederen Fesseln durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren. Er erlischt dort und muss von jener Welt nicht zurückkehren. Das ist die dritte Frucht und der dritte Vorteil.

Dann erlangt da ein Mönch mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, erkennt sie durch eigene Einsicht und lebt darin. Das ist die vierte Frucht und der vierte Vorteil.

Diese vier Früchte und Vorteile kann man für die erwarten, die leben, indem sie auf diese vier Arten in Glück schwelgen.‘

11. Was für Vollendete unmöglich ist

Es ist möglich, dass Wanderer anderer Konfessionen sagen: ‚Diese Asketen, die dem Sakyer folgen, sind launisch.‘ Dann sollt ihr ihnen entgegnen: ‚Geehrte, vom Gesegneten, der erkennt und sieht, dem Vollendeten, dem vollkommen erwachten Buddha, wurden diese Dinge für seine Schüler gelehrt und gezeigt, die zeitlebens nicht übertreten werden sollen. Wie Indras Säule oder eine Eisensäule: tief eingebettet und fest verankert, unerschütterlich und unverrückbar. Ebenso wurden vom Gesegneten, der erkennt und sieht, dem Vollendeten, dem vollkommen erwachten Buddha, diese Dinge für seine Schüler gelehrt und gezeigt, die zeitlebens nicht übertreten werden sollen.

Ein Mönch, der vollendet ist – dessen Befleckungen aufgelöst sind, der das geistliche Leben erfüllt hat, der getan hat, was zu tun war, die Bürde abgelegt, sein eigenes wahres Ziel erreicht, der die Fessel des fortgesetzten Daseins endgültig gelöst hat und durch Erleuchtung richtig befreit ist – ein solcher Mönch kann in neunfacher Hinsicht keine Übertretung begehen. Ein Mönch, dessen Befleckungen aufgelöst sind, kann nicht absichtlich einem lebenden Geschöpf das Leben nehmen, etwas wegnehmen in der Absicht, zu stehlen, Geschlechtsverkehr haben, eine bewusste Lüge sprechen oder zum eigenen Vergnügen Vorräte anlegen, wie er es als Laie getan hatte. Und er kann in seinem Handeln nicht voreingenommen sein durch Begünstigung, Feindseligkeit, Dummheit oder Feigheit. Ein Mönch, der vollendet ist, kann in dieser neunfachen Hinsicht keine Übertretung begehen.‘

12. Fragen und Antworten

Es ist möglich, dass Wanderer anderer Konfessionen sagen: ‚Der Asket Gotama erklärt grenzenloses Erkennen und Sehen in Bezug auf die Vergangenheit, aber nicht auf die Zukunft. Was hat es damit auf sich?‘ Diese Wanderer scheinen wie unfähige Toren zu denken, eine Art von Erkennen und Sehen könne durch eine andere Art von Erkennen und Sehen erklärt werden.

Was die Vergangenheit betrifft, so stammt das Erkennen des Klargewordenen aus der Erinnerung. Er erinnert sich zurück, soweit er will.

Was die Zukunft betrifft, so stammt das Erkennen des Klargewordenen vom Erwachen: ‚Dies ist meine letzte Wiedergeburt. Künftige Leben wird es jetzt nicht mehr geben.‘

Wenn eine Frage über die Vergangenheit unwahr, falsch und nutzlos ist, antwortet der Klargewordene nicht. Wenn eine Frage über die Vergangenheit wahr und richtig, aber nutzlos ist, antwortet er nicht. Wenn eine Frage über die Vergangenheit wahr, richtig und nützlich ist, kennt er die rechte Zeit, um zu antworten. Wenn eine Frage über die Zukunft unwahr, falsch und nutzlos ist … wahr und richtig, aber nutzlos … wahr, richtig und nützlich, verfährt er jeweils entsprechend. Wenn eine Frage über die Gegenwart unwahr, falsch und nutzlos ist, antwortet der Klargewordene nicht. Wenn eine Frage über die Gegenwart wahr und richtig, aber nutzlos ist, antwortet er nicht. Wenn eine Frage über die Gegenwart wahr, richtig und nützlich ist, kennt er die rechte Zeit, um zu antworten.

Und so kommt die Rede des Klargewordenen zur rechten Zeit, ist wahr, bedeutsam, im Einklang mit der Lehre und Schulung. Deshalb nennt man ihn den ‚Klargewordenen‘.

Alles, was man in dieser Welt mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, unter dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen – alles, was man darin sehen, hören, denken, erkennen, erreichen, suchen oder mit dem Geist erkunden kann, all das wurde vom Klargewordenen verstanden. Deshalb nennt man ihn den ‚Klargewordenen‘.

Von der Nacht an, in der der Klargewordene das unübertreffliche vollkommene Erwachen versteht, bis zu der Nacht, in der er durch das Element des Erlöschens ohne Rest vollkommen erlischt – während dieser Zeit ist alles, was er sagt, redet und ausdrückt, tatsächlich so und nicht anders. Deshalb nennt man ihn den ‚Klargewordenen‘.

Ein Klargewordener handelt wie er spricht und spricht wie er handelt. Weil das so ist, nennt man ihn den ‚Klargewordenen‘. In dieser Welt mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, unter dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen ist der Klargewordene der Bezwinger, der Unbezwungene, der allumfassende Seher, der, der die Macht hat.

13. Was nicht erklärt wurde

Es ist möglich, dass Wanderer anderer Konfessionen sagen: ‚Ist das eure Ansicht: „Ein Klargewordener besteht nach dem Tod fort. Das allein ist die Wahrheit, alles andere ist unnütz“?‘ Dann sollt ihr ihnen entgegnen: ‚Geehrter, das wurde vom Buddha nicht erklärt.‘

Die Wanderer könnten sagen: ‚Dann ist das eure Ansicht: „Ein Klargewordener besteht nach dem Tod nicht fort. Das allein ist die Wahrheit, alles andere ist unnütz“?‘ Dann sollt ihr ihnen entgegnen: ‚Auch das wurde vom Buddha nicht erklärt.‘

Die Wanderer könnten sagen: ‚Dann ist das eure Ansicht: „Ein Klargewordener besteht nach dem Tod fort und besteht auch nicht fort. Das allein ist die Wahrheit, alles andere ist unnütz“?‘ Dann sollt ihr ihnen entgegnen: ‚Auch das wurde vom Buddha nicht erklärt.‘

Die Wanderer könnten sagen: ‚Dann ist das eure Ansicht: „Ein Klargewordener besteht nach dem Tod weder fort, noch besteht er nicht fort. Das allein ist die Wahrheit, alles andere ist unnütz“?‘ Dann sollt ihr ihnen entgegnen: ‚Auch das wurde vom Buddha nicht erklärt.‘

Die Wanderer könnten sagen: ‚Aber warum wurden diese Dinge vom Asketen Gotama nicht erklärt?‘ Dann sollt ihr ihnen entgegnen: ‚Weil sie für die Grundlagen des geistlichen Lebens nutzlos und ohne Bedeutung sind. Sie führen nicht zu Ernüchterung, Schwinden der Leidenschaft, Aufhören, Frieden, Einsicht, Erwachen und Erlöschen. Darum wurden sie vom Buddha nicht erklärt.‘

14. Was erklärt wurde

Es ist möglich, dass Wanderer anderer Konfessionen sagen: ‚Aber was wurde vom Asketen Gotama erklärt?‘ Dann sollt ihr ihnen entgegnen: ‚Das Folgende wurde vom Buddha erklärt: „Das ist das Leiden.“ … „Das ist der Ursprung des Leidens.“ … „Das ist das Aufhören des Leidens.“ … „Das ist die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.“‘

Die Wanderer könnten sagen: ‚Aber warum wurden diese Dinge vom Asketen Gotama erklärt?‘ Dann sollt ihr ihnen entgegnen: ‚Weil sie für die Grundlagen des geistlichen Lebens nützlich und von Bedeutung sind sind. Sie führen zu Ernüchterung, Schwinden der Leidenschaft, Aufhören, Frieden, Einsicht, Erwachen und Erlöschen. Darum wurden sie vom Buddha erklärt.‘

15. Ansichten über den ersten Anfang

Cunda, ich habe euch die Ansichten über den ersten Anfang erklärt, auf die sich manche stützen, so, wie sie erklärt werden sollen. Soll ich sie dir auf falsche Art erklären? Ich habe euch die Ansichten über den letzten Schluss erklärt, auf die sich manche stützen, so, wie sie erklärt werden sollen. Soll ich sie dir auf falsche Art erklären?

Welches sind die Ansichten über den ersten Anfang, auf die sich manche stützen? Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die diese Doktrin, diese Ansicht haben: ‚Das Selbst und das Weltall sind ewig. Das allein ist die Wahrheit, alles andere ist unnütz.‘ Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die diese Doktrin, diese Ansicht haben: ‚Das Selbst und das Weltall sind zeitlich; oder sie sind sowohl ewig als auch zeitlich; oder sie sind weder ewig noch zeitlich. Das Selbst und das Weltall wurden von einem selbst geschaffen; sie wurden von jemand anderem geschaffen; sie wurden sowohl von einem selbst als auch von jemand anderem geschaffen; oder sie sind durch eine Abweichung entstanden und wurden weder von einem selbst noch von jemand anderem geschaffen. Glück und Schmerz sind ewig; oder sie sind zeitlich; oder sie sind sowohl ewig als auch zeitlich; oder sie sind weder ewig noch zeitlich. Glück und Schmerz wurden von einem selbst geschaffen; oder sie wurden von jemand anderem geschaffen; oder sie wurden sowohl von einem selbst als auch von jemand anderem geschaffen; oder sie sind durch eine Abweichung entstanden und wurden weder von einem selbst noch von jemand anderem geschaffen. Das allein ist die Wahrheit, alles andere ist unnütz.‘

Im Hinblick darauf gehe ich zu den Asketen und Brahmanen, die die Ansicht haben, dass das Selbst und das Weltall ewig sind, und sage: ‚Geehrte, ist es das, was ihr sagt: „Das Selbst und das Weltall sind ewig“?‘ Und wenn sie sagen: ‚Ja! Das allein ist die Wahrheit, alles andere ist unnütz‘, dann erkenne ich das nicht an. Warum ist das so? Weil es Wesen gibt, die über diesen Punkt verschiedene Meinungen haben. Ich sehe keine solche Darlegung, die meiner eigenen gleichkäme, und erst recht keine, die höher stünde. Vielmehr bin ich der Höherstehende, wenn es um die höhere Darlegung geht.

Im Hinblick darauf gehe ich zu den Asketen und Brahmanen, die die Ansicht haben, dass das Selbst und das Weltall zeitlich sind … dass sie sowohl ewig als auch zeitlich sind … dass sie weder ewig noch zeitlich sind … dass das Selbst und das Weltall von einem selbst geschaffen wurden … dass sie von jemand anderem geschaffen wurden … dass sie sowohl von einem selbst als auch von jemand anderem geschaffen wurden … dass sie durch eine Abweichung entstanden sind und weder von einem selbst noch von jemand anderem geschaffen wurden … dass Glück und Schmerz ewig sind … dass sie zeitlich sind … dass sie sowohl ewig als auch zeitlich sind … dass sie weder ewig noch zeitlich sind … dass Glück und Schmerz von einem selbst geschaffen wurden … dass sie von jemand anderem geschaffen wurden … dass sie sowohl von einem selbst als auch von jemand anderem geschaffen wurden … dass sie durch eine Abweichung entstanden sind und weder von einem selbst noch von jemand anderem geschaffen wurden; dass das allein die Wahrheit ist und alles andere unnütz. Ich gehe zu ihnen und sage: ‚Geehrte, ist es das, was ihr sagt: „Glück und Schmerz entstehen durch eine Abweichung, sie sind weder von einem selbst noch von jemand anderem gemacht“?‘ Und wenn sie sagen: ‚Ja! Das allein ist die Wahrheit, alles andere ist unnütz‘, dann erkenne ich das nicht an. Warum ist das so? Weil es Wesen gibt, die über diesen Punkt verschiedene Meinungen haben. Ich sehe keine solche Darlegung, die meiner eigenen gleichkäme, und erst recht keine, die höher stünde. Vielmehr bin ich der Höherstehende, wenn es um die höhere Darlegung geht.

Das sind die Ansichten über den ersten Anfang, auf die sich manche stützen, so, wie sie erklärt werden sollen. Soll ich sie dir auf falsche Art erklären?

16. Ansichten über den letzten Schluss

Welches sind die Ansichten über den letzten Schluss, auf die sich manche stützen? Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die diese Doktrin, diese Ansicht haben: ‚Das Selbst besitzt nach dem Tod Form und ist heil. Das allein ist die Wahrheit, alles andere ist unnütz.‘ Es gibt manche Asketen und Brahmanen, die diese Doktrin, diese Ansicht haben: ‚Das Selbst ist nach dem Tod formlos; oder es besitzt sowohl Form und ist auch formlos; oder es besitzt weder Form noch ist es formlos; es besitzt Wahrnehmung; oder es ist ohne Wahrnehmung; oder es besitzt weder Wahrnehmung noch ist es ohne Wahrnehmung; oder das Selbst wird vernichtet und zerstört, wenn der Körper auseinanderbricht, und besteht nach dem Tod nicht fort. Das allein ist die Wahrheit, alles andere ist unnütz.‘

Im Hinblick darauf gehe ich zu den Asketen und Brahmanen, die die Ansicht haben, dass das Selbst nach dem Tod Form besitzt und heil ist, und sage: ‚Geehrte, ist es das, was ihr sagt: „Das Selbst besitzt nach dem Tod Form und ist heil“?‘ Und wenn sie sagen: ‚Ja! Das allein ist die Wahrheit, alles andere ist unnütz‘, dann erkenne ich das nicht an. Warum ist das so? Weil es Wesen gibt, die über diesen Punkt verschiedene Meinungen haben. Ich sehe keine solche Darlegung, die meiner eigenen gleichkäme, und erst recht keine, die höher stünde. Vielmehr bin ich der Höherstehende, wenn es um die höhere Darlegung geht.

Im Hinblick darauf gehe ich zu den Asketen und Brahmanen, die die Ansicht haben, dass das Selbst nach dem Tod formlos ist … dass es sowohl Form besitzt als auch formlos ist … dass es weder Form besitzt noch formlos ist … dass es Wahrnehmung besitzt … dass es ohne Wahrnehmung ist … dass es weder Wahrnehmung besitzt noch ohne Wahrnehmung ist … dass das Selbst vernichtet und zerstört wird, wenn der Körper auseinanderbricht, und nach dem Tod nicht fortbesteht; dass das allein die Wahrheit ist und alles andere unnütz. Ich gehe zu ihnen und sage: ‚Geehrte, ist es das, was ihr sagt: „Das Selbst wird vernichtet und zerstört, wenn der Körper auseinanderbricht, und besteht nach dem Tod nicht fort“?‘ Und wenn sie sagen: ‚Ja! Das allein ist die Wahrheit, alles andere ist unnütz‘, dann erkenne ich das nicht an. Warum ist das so? Weil es Wesen gibt, die über diesen Punkt verschiedene Meinungen haben. Ich sehe keine solche Darlegung, die meiner eigenen gleichkäme, und erst recht keine, die höher stünde. Vielmehr bin ich der Höherstehende, wenn es um die höhere Darlegung geht.

Das sind die Ansichten über den letzten Schluss, auf die sich manche stützen, die ich so erklärt habe, wie sie erklärt werden sollen. Soll ich sie dir auf falsche Art erklären?

Ich habe die vier Arten der Achtsamkeitsmeditation gelehrt und gezeigt, um all diese Ansichten über den ersten Anfang und den letzten Schluss aufzugeben und darüber hinauszugehen. Welche vier? Da meditiert ein Mönch, indem er einen Aspekt des Körpers beobachtet – eifrig, bewusst und achtsam, frei von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit gegenüber der Welt. Er meditiert, indem er einen Aspekt der Gefühle beobachtet … indem er einen Aspekt des Geistes beobachtet … indem er einen Aspekt der natürlichen Gesetzmäßigkeiten beobachtet – eifrig, bewusst und achtsam, frei von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit gegenüber der Welt. Das sind die vier Arten der Achtsamkeitsmeditation, die ich gelehrt und gezeigt habe, um all diese Ansichten über den ersten Anfang und den letzten Schluss aufzugeben und darüber hinauszugehen.“

Nun stand da gerade der Ehrwürdige Upavāna hinter dem Buddha und fächelte ihm. Er sagte zum Buddha: „Es ist unglaublich, Herr, es ist erstaunlich! Diese Lehrdarlegung ist beeindruckend, Herr, sie ist sehr beeindruckend. Herr, wie ist der Name dieser Lehrdarlegung?“

„Nun, Upavāna, du sollst diese Lehrdarlegung als ‚die beeindruckende Lehrrede‘ in Erinnerung behalten.“

Das sagte der Buddha. Zufrieden begrüßte der Ehrwürdige Upavāna die Worte des Buddha.

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).