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DN31

Die Unterweisung Sigālakas

Siṅgālasutta

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Rājagaha auf, im Bambuswäldchen, am Futterplatz der Eichhörnchen. Nun stand da der Hausbesitzersohn Sigālaka früh am Morgen auf und ging aus Rājagaha hinaus. Mit nassen Kleidern und nassen Haaren erhob er seine zusammengelegten Hände, um die verschiedenen Himmelsrichtungen zu verehren – den Osten, den Süden, den Westen, den Norden, den Fußpunkt und den Scheitelpunkt.

Da kleidete der Buddha sich am Morgen an, nahm Schale und Robe und betrat Rājagaha zum Almosengang. Er sah Sigālaka, wie er die verschiedenen Himmelsrichtungen verehrte, und sagte zu ihm: „Hausbesitzersohn, warum verehrst du auf diese Art die verschiedenen Himmelsrichtungen?“

„Herr, mein Vater hat auf seinem Sterbebett zu mir gesagt: ‚Mein Lieber, bitte verehre die Himmelsrichtungen.‘ Das Wort meines Vaters ehre, achte und verehre ich, daher bin ich früh am Morgen aufgestanden und aus Rājagaha hinausgegangen; mit nassen Kleidern und nassen Haaren habe ich meine zusammengelegten Hände erhoben, um die verschiedenen Himmelsrichtungen zu verehren – den Osten, den Süden, den Westen, den Norden, den Fußpunkt und den Scheitelpunkt.“

1. Die sechs Himmelsrichtungen

„Hausbesitzersohn, so sollen die sechs Himmelsrichtungen in der Schulung des Edlen nicht verehrt werden.“

„Aber Herr, wie sollen die sechs Himmelsrichtungen in der Schulung des Edlen verehrt werden? Herr, bitte unterweise mich darin.“

„Nun, Hausbesitzersohn, hör zu und gebrauche den Geist gut, ich werde sprechen.“

„Ja, Herr“, antwortete Sigālaka. Der Buddha sagte:

„Hausbesitzersohn, ein edler Schüler gibt vier befleckte Taten auf, verübt aus vier Gründen keine schlechten Taten und vermeidet sechs Abflüsse für sein Vermögen. Wenn er diese vierzehn schlechten Dinge hinter sich gelassen hat, hat er die sechs Himmelsrichtungen abgedeckt. Er übt für den Gewinn in beiden Welten und hat in dieser und jener Welt Erfolg. Wenn sein Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, wird er an einem guten Ort wiedergeboren, in einer himmlischen Welt.

2. Vier befleckte Taten

Welche vier befleckten Taten hat er aufgegeben? Das Töten lebender Geschöpfe, das Stehlen, das Begehen sexueller Verfehlungen und das Lügen: Das sind die befleckten Taten. Diese vier befleckten Taten hat er aufgegeben.“

Das sagte der Buddha. Und der Heilige, der Lehrer, fuhr fort:

„Töten, stehlen, Lügen sprechen sowie Ehebruch begehen: Kluge Menschen preisen diese Dinge nicht.“

3. Vier Gründe

„Aus welchen vier Gründen verübt er keine schlechten Taten? Schlechte Taten verübt man, wenn man in seinem Handeln voreingenommen ist durch Begünstigung, Feindseligkeit, Dummheit oder Feigheit. Wenn ein edler Schüler in seinem Handeln nicht voreingenommen ist durch Begünstigung, Feindseligkeit, Dummheit oder Feigheit, verübt er aus diesen vier Gründen keine schlechten Taten.“

Das sagte der Buddha. Und der Heilige, der Lehrer, fuhr fort:

„Wenn das Handeln sich gegen die Lehre wendet durch Begünstigung, Feindseligkeit, Feigheit oder Dummheit, schwindet der Ruhm wie der Mond in der dunklen Monatshälfte.

Wenn das Handeln sich nicht gegen die Lehre wendet durch Begünstigung, Feindseligkeit, Feigheit oder Dummheit, wächst der Ruhm an wie der Mond in der hellen Monatshälfte.“

4. Sechs Abflüsse für das Vermögen

„Welche sechs Abflüsse für sein Vermögen vermeidet er? Wenn man sich gewohnheitsmäßig dem Trinken von Rauschmitteln wie Bier, Wein und Branntwein hingibt, führt das zu einem Abfluss des Vermögens; wenn man sich gewohnheitsmäßig nachts in den Straßen herumtreibt; wenn man Feste besucht; wenn man Glücksspiel betreibt; wenn man schlechte Freunde hat; wenn man faul ist, führt das zu einem Abfluss des Vermögens.

5. Sechs Nachteile des Trinkens

Es gibt diese sechs Nachteile des gewohnheitsmäßigen Trinkens von Rauschmitteln wie Bier, Wein und Branntwein: Man verliert hier und jetzt Vermögen; man provoziert Zänkereien; man ist anfällig für Krankheiten; man hat einen schlechten Ruf; man zeigt sich in unanständiger Weise; und als sechstes wird die Weisheit geschwächt. Das sind die sechs Nachteile des gewohnheitsmäßigen Trinkens von Rauschmitteln wie Bier, Wein und Branntwein.

6. Sechs Nachteile des nächtlichen Sichherumtreibens in den Straßen

Es gibt diese sechs Nachteile des nächtlichen Sichherumtreibens in den Straßen: Man selbst ist nicht bewacht; die Frauen und Kinder sind nicht bewacht; der Besitz ist nicht bewacht; man wird schlechter Taten verdächtigt; falsche Gerüchte verbreiten sich über einen; und man steht in vorderster Reihe bei vielen Dingen, die zu Leiden führen. Das sind die sechs Nachteile des nächtlichen Sichherumtreibens in den Straßen.

7. Sechs Nachteile von Festen

Es gibt diese sechs Nachteile des Besuchs von Festen: Man denkt ständig: ‚Wo gibt es Tanz? Wo wird gesungen? Wo gibt es Musik? Wo gibt es Geschichten? Wo gibt es Applaus? Wo werden die Pauken geschlagen?‘ Das sind die sechs Nachteile des Besuchs von Festen.

8. Sechs Nachteile des Glücksspiels

Es gibt diese sechs Nachteile des gewohnheitsmäßigen Glücksspiels: Sieg erzeugt Feindschaft; der Verlierer trauert um sein Geld; man verliert hier und jetzt Vermögen; das Wort eines Spielers hat in der öffentlichen Versammlung kein Gewicht; Freunde und Kollegen behandeln einen mit Verachtung; und niemand will einen Spieler heiraten, weil man denkt: ‚Dieses Individuum ist ein Spieler – es ist nicht in der Lage, eine Frau zu versorgen.‘ Das sind die sechs Nachteile des gewohnheitsmäßigen Glücksspiels.

9. Sechs Nachteile von schlechten Freunden

Es gibt diese sechs Nachteile von schlechten Freunden: Man freundet sich mit Süchtigen, Zechern, Trunkenbolden, Betrügern, Schwindlern und Schlägern an und wird ihr Gefährte. Das sind die sechs Nachteile von schlechten Freunden.

10. Sechs Nachteile der Faulheit

Es gibt diese sechs Nachteile gewohnheitsmäßiger Faulheit: Man bekommt seine Arbeit nicht fertig, weil man denkt: ‚Es ist zu kalt! Es ist zu warm! Es ist zu spät! Es ist zu früh! Ich bin zu hungrig! Ich bin zu satt!‘ Indem man sich in vielen Ausreden ergeht, verdient man kein Geld mehr, und das vorhandene Geld geht aus. Das sind die sechs Nachteile gewohnheitsmäßiger Faulheit.“

Das sagte der Buddha. Und der Heilige, der Lehrer, fuhr fort:

„Manche sind nur Saufkumpane, manche nennen dich lieber, lieber Freund, aber ein wahrer Gefährte ist jemand, der in der Not zu dir steht.

Lange schlafen, Ehebruch, sich Feinde schaffen, Schaden stiften, schlechte Freunde und Habgier: Diese sechs Grundlagen verderben einen Menschen.

Mit schlechten Freunden, schlechten Gefährten, schlechtem Verhalten und schlechten Almosenorten wird ein Mensch aus dieser und jener Welt abstürzen.

Würfel, Frauen, Palmwein, Gesang und Tanz, am Tag schlafen, sich nachts herumtreiben, schlechte Freunde und Habgier: Diese sechs Grundlagen verderben einen Menschen.

Sie spielen Würfel, trinken Bier, verkehren mit Frauen, die von andern geliebt; mit den Schlechteren verbinden sie sich, nicht den Besseren: Sie schwinden dahin wie der abnehmende Mond.

Einer, durch Palmwein mittellos, abgebrannt, durstig, der in der Schenke trinkt und in Schulden ertrinkt, wird schnell vom Weg abkommen.

Wenn man gewohnt ist, lange zu schlafen, die Nacht als die Zeit zum Aufstehen ansieht und sich stets betrinkt, hält man das Hausleben nicht durch.

‚Zu kalt, zu warm, zu spät‘, sagt man. Wenn junge Menschen so ihre Arbeit vernachlässigen, entgehen ihnen Reichtümer.

Aber wer Hitze und Kälte nur betrachtet wie Grashalme, tut seine Pflicht als Mann, und das Glück lässt ihn nicht im Stich.“

11. Falsche Freunde

„Hausbesitzersohn, diese vier Feinde, die als Freunde daherkommen, sollst du erkennen: den Nehmer, den Schwätzer, den Schmeichler und den Verschwender.

Einen falschen Freund, der ein Nehmer ist, kann man auf vierfacher Basis erkennen:

Dein Besitz landet bei ihm; er gibt wenig und erwartet viel; er tut seine Pflicht aus Furcht; und er schließt sich zu seinem eigenen Vorteil an.

Einen falschen Freund, der ein Nehmer ist, kann man auf dieser vierfachen Basis erkennen.

Einen falschen Freund, der ein Schwätzer ist, kann man auf vierfacher Basis erkennen: Er ist in der Vergangenheit gastfreundlich; er ist in der Zukunft gastfreundlich; er ist voller nichtssagender Höflichkeiten; und wenn etwas in der Gegenwart getan werden muss, weist er auf sein eigenes Unglück hin. Einen falschen Freund, der ein Schwätzer ist, kann man auf dieser vierfachen Basis erkennen.

Einen falschen Freund, der ein Schmeichler ist, kann man auf vierfacher Basis erkennen: Er stimmt zu, wenn du Schlechtes tust; er stimmt zu, wenn du Gutes tust; er sagt dir Lob ins Gesicht, aber hinter deinem Rücken macht er dich schlecht. Einen falschen Freund, der ein Schmeichler ist, kann man auf dieser vierfachen Basis erkennen.

Einen falschen Freund, der ein Verschwender ist, kann man auf vierfacher Basis erkennen: Er begleitet dich beim Trinken, beim nächtlichen Herumtreiben in den Straßen, beim Besuch von Festen und beim Glücksspiel. Einen falschen Freund, der ein Verschwender ist, kann man auf dieser vierfachen Basis erkennen.“

Das sagte der Buddha. Und der Heilige, der Lehrer, fuhr fort:

„Der eine Freund nimmt stets, der andere redet nur, einer ist ein Schmeichler, und einer lebt auf großem Fuß.

Ein kluger Mensch versteht, was diese vier Feinde wirklich sind, und hält sie auf Abstand, wie er eine gefährliche Straße meiden würde.“

12. Gutherzige Freunde

„Hausbesitzersohn, diese vier gutherzigen Freunde sollst du erkennen: den Helfer, den Freund in guten und schlechten Tagen, den Ratgeber und den Anteilnehmenden.

Einen gutherzigen Freund, der ein Helfer ist, kann man auf vierfacher Basis erkennen: Er passt auf dich auf, wenn du leichtsinnig bist; er passt auf deinen Besitz auf, wenn du leichtsinnig bist; er beschützt dich in Zeiten der Gefahr; und wenn etwas getan werden muss, stellt er dir zweimal so viel Geld zur Verfügung wie du brauchst. Einen gutherzigen Freund, der ein Helfer ist, kann man auf dieser vierfachen Basis erkennen.

Einen gutherzigen Freund, der in guten und schlechten Tagen gleich ist, kann man auf vierfacher Basis erkennen: Er vertraut dir seine Geheimnisse an; er bewahrt deine Geheimnisse; in Zeiten der Not lässt er dich nicht fallen; und er würde für dein Wohl sogar sein Leben geben. Einen gutherzigen Freund, der in guten und schlechten Tagen gleich ist, kann man auf dieser vierfachen Basis erkennen.

Einen gutherzigen Freund, der ein Ratgeber ist, kann man auf vierfacher Basis erkennen: Er hält dich zurück, wenn du Schlechtes tust; er unterstützt dich, wenn du Gutes tust; er lehrt dich, was du noch nicht gehört hast; und er erklärt dir den Weg in den Himmel. Einen gutherzigen Freund, der ein Ratgeber ist, kann man auf dieser vierfachen Basis erkennen.

Einen gutherzigen Freund, der Anteil nimmt, kann man auf vierfacher Basis erkennen: Er freut sich nicht an deinem Unglück; er freut sich an deinem Glück; er hält andere davon ab, dich zu tadeln; und er ermuntert dazu, dich zu loben. Einen gutherzigen Freund, der Anteil nimmt, kann man auf dieser vierfachen Basis erkennen.“

Das sagte der Buddha. Und der Heilige, der Lehrer, fuhr fort:

„Ein Freund, der behilflich ist, der in Freud und Leid der Gleiche ist, ein Freund, der guten Rat gibt, und einer, der Anteil nimmt –

ein kluger Mensch versteht, was diese vier Freunde wirklich sind, und kümmert sich sorgfältig um sie, so wie eine Mutter ihr Kind an der Brust hält. Der Kluge und Tugendhafte leuchtet wie eine brennende Flamme.

Er sammelt Reichtümer wie Bienen, die umherfliegen und Blütenstaub sammeln. Seine Reichtümer wachsen weiter an wie ein sich auftürmender Termitenhügel.

Indem er so Vermögen ansammelt, tut ein Hausbesitzer genug für die Familie, und indem er es in vier Teile teilt, hält er die Freunde zusammen.

Ein Teil ist zum Genießen, zwei Teile werden in die Arbeit gesteckt, und der vierte Teil soll für Notzeiten bewahrt werden.“

13. Die sechs Himmelsrichtungen absichern

„Und wie, Hausbesitzersohn, sichert ein edler Schüler die sechs Himmelsrichtungen ab? Diese sechs Himmelsrichtungen gilt es zu verstehen: die Eltern als den Osten, die Lehrmeister als den Süden, Frauen und Kinder als den Westen, Freunde und Kollegen als den Norden, abhängige Diener und Arbeiter als den Fußpunkt und Asketen und Brahmanen als den Scheitelpunkt.

Ein Kind soll seinen Eltern als dem Osten auf fünf Arten dienen: ‚Ich werde für die sorgen, die für mich gesorgt haben; ich werde für sie meine Pflicht tun; ich werde die Familienlinie fortführen; ich werde für das Erbe Sorge tragen; wenn sie gestorben sind, werde ich in ihrem Namen eine Spende machen.‘ Eltern, deren Kinder ihnen auf diese fünf Arten dienen, zeigen ihnen ihre Anteilnahme auf fünf Arten: Sie halten sie von schlechten Taten fern; sie unterstützen sie bei guten Taten; sie bilden sie in einem Handwerk aus; sie bringen sie mit einem passenden Partner zusammen; sie übergeben ihnen zu gegebener Zeit das Erbe. Eltern, deren Kinder ihnen auf die genannten fünf Arten dienen, zeigen ihnen ihre Anteilnahme auf diese fünf Arten. So ist der Osten abgedeckt, geschützt und frei von Gefahr.

Ein Zögling soll seinem Lehrmeister als dem Süden auf fünf Arten dienen: Er steht für ihn auf, bedient ihn, hört gut zu, sorgt für ihn und lernt das Handwerk sorgfältig. Lehrmeister, deren Zöglinge ihnen auf diese fünf Arten dienen, zeigen ihnen ihre Anteilnahme auf fünf Arten: Sie sorgen dafür, dass sie gut geschult werden und sich alles gut einprägen; alles, was zum Handwerk gehört, erklären sie verständlich; sie führen sie bei ihren Freunden und Kollegen ein; sie sorgen für Schutz in allen Himmelsrichtungen. Lehrmeister, deren Zöglinge ihnen auf die genannten fünf Arten dienen, zeigen ihnen ihre Anteilnahme auf diese fünf Arten. So ist der Süden abgedeckt, geschützt und frei von Gefahr.

Ein Ehemann soll seiner Frau als dem Westen auf fünf Arten dienen: Er behandelt sie mit Ehrerbietung; er schaut nicht auf sie herab; er ist ihr treu; er räumt ihr Befugnisse ein; und er schenkt ihr Schmuck. Eine Ehefrau, deren Mann ihr auf diese fünf Arten dient, zeigt ihm ihre Anteilnahme auf fünf Arten: Sie organisiert ihre Arbeit gut; sie verwaltet die Haushaltshilfen; sie ist ihrem Mann treu; sie verwahrt seine Einkünfte; sie ist geschickt und unermüdlich bei all ihren Pflichten. Eine Ehefrau, deren Mann ihr auf die genannten fünf Arten dient, zeigt ihm ihre Anteilnahme auf diese fünf Arten. So ist der Westen abgedeckt, geschützt und frei von Gefahr.

Ein ehrbarer Mensch soll seinen Freunden und Kollegen als dem Norden auf fünf Arten dienen: mit Geben, freundlichen Worten, Fürsorglichkeit, Gleichbehandlung und indem er nicht verschlagen redet. Freunde und Kollegen, denen ein ehrbarer Mensch auf diese fünf Arten dient, zeigen ihm ihre Anteilnahme auf fünf Arten: Sie passen auf ihn auf, wenn er leichtsinnig ist; sie passen auf seinen Besitz auf, wenn er leichtsinnig ist; sie beschützen ihn in Zeiten der Gefahr; in Zeiten der Not lassen sie ihn nicht fallen; sie ehren seine Nachkommen. Freunde und Kollegen, denen ein ehrbarer Mensch auf die genannten fünf Arten dient, zeigen ihm ihre Anteilnahme auf diese fünf Arten. So ist der Norden abgedeckt, geschützt und frei von Gefahr.

Ein Gebieter soll seinen abhängigen Dienern und Arbeitern als dem Fußpunkt auf fünf Arten dienen: Er teilt ihre Arbeit nach ihren Fähigkeiten ein; er zahlt ihnen Unterhalt und Lohn; er pflegt sie, wenn sie krank sind; er teilt besondere Leckereien mit ihnen; und er gibt ihnen gelegentlich Urlaub. Abhängige Diener und Arbeiter, deren Gebieter ihnen auf diese fünf Arten dient, zeigen ihm ihre Anteilnahme auf fünf Arten: Sie stehen vor ihm auf und gehen nach ihm zu Bett; sie stehlen nichts; sie verrichten ihre Arbeit gut; und sie verbreiten einen guten Ruf. Abhängige Diener und Arbeiter, deren Gebieter ihnen auf die genannten fünf Arten dient, zeigen ihm ihre Anteilnahme auf diese fünf Arten. So ist der Fußpunkt abgedeckt, geschützt und frei von Gefahr.

Ein ehrbarer Mensch soll Asketen und Brahmanen als dem Scheitelpunkt auf fünf Arten dienen: Er handelt liebevoll mit dem Körper, der Sprache und dem Geist; er schickt sie nicht am Tor weg; und er versorgt sie mit dem Lebensnotwendigen. Asketen und Brahmanen, denen ein ehrbarer Mensch auf diese fünf Arten dient, zeigen ihm ihre Anteilnahme auf sechs Arten: Sie halten ihn von schlechten Taten fern; sie unterstützen ihn bei guten Taten; sie denken mit Anteilnahme an ihn; sie lehren ihn, was er noch nicht gehört hat, und stellen klar, was er schon gehört hat; sie erklären den Weg in den Himmel. Asketen und Brahmanen, denen ein ehrbarer Mensch auf die genannten fünf Arten dient, zeigen ihm ihre Anteilnahme auf diese sechs Arten. So ist der Scheitelpunkt abgedeckt, geschützt und frei von Gefahr.“

Das sagte der Buddha. Und der Heilige, der Lehrer, fuhr fort:

„Die Eltern sind der Osten, die Lehrmeister der Süden, Frauen und Kinder der Westen, Freunde und Kollegen der Norden,

abhängige Diener und Arbeiter der Fußpunkt und Asketen und Brahmanen der Scheitelpunkt. Indem er diese Himmelsrichtungen verehrt, tut ein Hausbesitzer genug für die Familie.

Wer klug und tugendhaft ist, sanft und wortgewandt, friedfertig und gütig: diese Art gewinnt Ruhm.

Wer beflissen ist, nicht faul, sich nicht an Mühe stört, im Verhalten widerspruchsfrei, die Verständigen: diese Art gewinnt Ruhm.

Die Gemeinschaftsbilder, die Freundschaften stiften, die freigiebig sind und ohne Geiz, die anführen, schulen und überzeugen: diese Art gewinnt Ruhm.

Geben und freundliche Worte, Fürsorglichkeit hier und Gleichbehandlung bei weltlichen Dingen von Fall zu Fall, wie es angemessen ist; diese Arten der Gemeinschaftsbildung in der Welt sind wie der Achsnagel an einem fahrenden Wagen.

Gäbe es diese Arten der Gemeinschaftsbildung nicht, würden weder Mutter noch Vater geachtet und geehrt für das, was sie für ihre Kinder getan haben.

Doch da es diese Arten der Gemeinschaftsbildung gibt, werden sie von den Klugen geschätzt. So erlangen sie Größe und werden gepriesen.“

Daraufhin sagte der Hausbesitzersohn Sigālaka zum Buddha: „Vortrefflich, Herr! Vortrefflich! Als würde er das Umgestürzte aufrichten oder das Verborgene enthüllen oder den Verirrten den Weg weisen oder im Dunkeln ein Licht anzünden, sodass Menschen mit klaren Augen sehen könnten, was da ist, so hat der Buddha die Lehre auf vielerlei Weise klargemacht. Ich nehme Zuflucht zum Buddha, zur Lehre und zum Saṅgha der Mönche und Nonnen. Von diesem Tag an soll der Buddha mich als Laienschüler in Erinnerung behalten, der für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.“

Übersetzung: Deutsch (sabbamitta), English (sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).