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Ja 19

Das Gelöbnis-Festmahl: Geschichte aus einem früheren Leben

9. Āyācitabhattajātaka

Das Kapitel über Tugend

Das Gelöbnis-Festmahl: Geschichte aus einem früheren Leben

Wenn du entbunden sein willst, wirst du nach dem Tod entbunden,
denn Entbindung bindet.
Bedächtige werden so nicht entbunden;
solche Entbindung ist des Toren Bindung.

„Wenn du dich frei machst“

§A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf die Gelübdeopfer an die Gottheiten. Wenn nämlich damals die Leute auf Handelsreisen gingen, töteten sie lebende Wesen, veranstalteten ein Opfer für die Gottheiten und gingen weg mit dem Versprechen, unmittelbar nachdem sie die Erfüllung ihres Zweckes erreicht hätten, ihnen wieder ein Opfer darzubringen. Wenn sie dann die Erfüllung ihres Zwecks erreichten, meinten sie sogleich, es sei durch die Macht der Götter geschehen, töteten deshalb wieder viele Tiere und veranstalteten ein Opfer, um sich von ihrem Versprechen loszumachen. —

Als nun dies die Mönche sahen, fragten sie den Erhabenen: „Hat nun, Herr, dies einen Zweck?“ Darauf erzählte der Erhabene folgende Begebenheit aus der Vergangenheit:

§B. Ehedem versprach im Reiche Kasi in einem Dorfe ein reicher Bürger einer Gottheit, die in einem Feigenbäume am Eingange des Dorfes wohnte, ein Opfer; und er ging sogleich hin, tötete viele lebende Wesen und begab sich nach dem Fuße des Baumes, um sich von seinem Versprechen frei zu machen. Die Baumgottheit aber trat in die Gabel des Baumes und sprach folgende Strophe:

§1. „Wenn du dich frei machst, löse dich

erst für das Leben nach dem Tod;

wer so sich frei macht, fesselt sich.

Nicht lösen so die Weisen sich;

des Toren Lösung ist ein Band [1].“

Von da ab verloren die Menschen den Gefallen an solchen Tierabschlachtungen, wandelten in Tugend und gelangten nach der Götterstadt.

§C. Als der Meister diese Belehrung beendigt hatte, legte er die gegenseitigen Beziehungen klar und verband das Jātaka mit den Worten: „Zu der Zeit war ich die Baumgottheit.“

Ende der Erzählung von der Gelübdespeise

Anmerkungen

[1] D. h. wenn du darauf bedacht bist, dein Versprechen durch Tötung von Tieren einzulösen, so bewirkst du damit das Gegenteil; denn dadurch wirst du für die Zukunft erst recht an weitere Existenzen gefesselt.

Übersetzung: Deutsch (Julius Dutoit, 1872–1958), erschienen 1908–1916 · urheberrechtlich geschützt bis Ende 2028, Quelle palikanon.com. Pāli und English (SuttaCentral / Bilara, gemeinfrei, CC0). Siehe Quellen & Dank. Titel und Strophe stehen ausserdem in der deutschen Übersetzung von Ayyā Sabbamittā (SuttaCentral / Bilara, gemeinfrei, CC0).

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