← KN

Dhp 146-156

11. Das Kapitel über das Alter

Jarāvagga

aus: Dhammasprüche 146–156

11. Das Kapitel über das Alter

Was ist Freude, was ist Lachen,
wenn stets die Flammen brennen?
Wenn du von Dunkel ummantelt wärst,
würdest du nicht ein Licht suchen?

Sieh die herausgeputzte Puppe,
ein Körper, aus Wunden zusammengesetzt,
krank, lässt dir keine Ruhe,
und nichts an ihm hat Bestand.

Dieser Körper ist heruntergekommen,
zerbrechlich, ein Hort von Krankheiten.
Dieser faule Kadaver zerfällt,
denn das Leben endet im Tod.

Diese taubengrauen Knochen
werden weggeworfen
wie trockene Kalebassen im Herbst –
was ist an einem solchen Anblick erfreulich?

In dieser Stadt, aus Knochen erbaut,
überzogen mit Fleisch und Blut,
sind Alter und Tod verborgen,
dazu Einbildung und Verachtung.

Schicke Königskutschen nutzen sich ab,
und auch dieser Körper wird alt.
Doch die Wahrheit der Guten altert nie,
so verkünden die Redlichen den Redlichen.

Ein Mensch, der wenig gelernt hat,
altert wie ein Ochse –
sein Fleisch nimmt zu,
doch nicht seine Weisheit.

Durch zahllose Wiedergeburten
wanderte ich ohne Lohn umher.
Ich suchte nach dem Hausbauer –
schmerzhaft ist Geburt, wieder und wieder.

Ich habe dich gesehen, Hausbauer!
Du wirst kein weiteres Haus mehr bauen.
Deine Dachsparren sind alle zerbrochen,
dein Dachfirst ist zersetzt.
Der Geist, auf Zersetzen ausgerichtet,
hat die Auflösung des Verlangens erreicht.

Als sie jung waren, verschmähten sie das geistliche Leben
und gewannen kein Vermögen.
Nun grübeln sie wie alte Kraniche
in einem leer gefischten Teich.

Als sie jung waren, verschmähten sie das geistliche Leben
und gewannen kein Vermögen.
Nun liegen sie da wie verschossene Pfeile
und beklagen die Vergangenheit.

Übersetzung: Deutsch (Ayyā Sabbamittā), English (Bhikkhu Sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).

Diese Texte sind frei zugänglich — wer mag, kann die Arbeit mit einer Gabe unterstützen.