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Dhp 221-234

17. Das Kapitel über Zorn

Kodhavagga

aus: Dhammasprüche 221–234

17. Das Kapitel über Zorn

Gib den Zorn auf, mach dich von Einbildung los
und überwinde alle Fesseln.
Leiden quälen nicht den, der nichts hat,
der an Name und Form nicht haftet.

Wenn Zorn aufwallt wie ein schlingernder Wagen,
halte ihn in Schach.
Das nenne ich einen Wagenlenker;
andere halten bloß die Zügel.

Besiege Zorn mit Langmut,
Gemeinheit mit Tugend,
Knauserigkeit mit Geben
und Lügen mit der Wahrheit.

Sprich die Wahrheit, sei nicht zornig
und gib, wenn man dich bittet, sei es auch wenig.
Mit diesen drei Mitteln
kannst du in die Gegenwart der Götter kommen.

Diese mildherzigen Abgeklärten,
stets mit dem Körper gezügelt,
erreichen den Zustand, der nicht vergeht,
wo kein Kummer ist.

Stets wach,
bei Tag und Nacht sich schulend,
nur auf das Erlöschen gerichtet,
so werden ihre Befleckungen aufgelöst.

Es war schon immer so, Atula,
und nicht nur heute:
Man tadelt dich, wenn du schweigst,
man tadelt dich, wenn du viel redest,
und selbst wenn du in Maßen sprichst –
niemand in der Welt entgeht Tadel.

Es war nie da und wird nicht sein,
und es gibt es auch heute nicht:
jemanden, der nur gepriesen
oder nur getadelt würde.

Wenn vernünftige Menschen,
nachdem sie ihn tagein, tagaus beobachtet haben,
diesen Verständigen mit einwandfreiem Verhalten preisen,
der Tugend und Weisheit besitzt –

wie ein Anhänger aus Gold vom Rosenapfelfluss:
Wer vermöchte sie zu tadeln?
Selbst die Götter preisen ihn,
und auch von Brahmā wird er gepriesen.

Hüte dich vor Taten aus schlechter Laune,
sei mit dem Körper gezügelt.
Gib schlechtes Verhalten mit dem Körper auf,
dann verhalte dich mit dem Körper gut.

Hüte dich vor Worten aus schlechter Laune,
sei mit der Sprache gezügelt.
Gib schlechtes Verhalten mit der Sprache auf,
dann verhalte dich mit der Sprache gut.

Hüte dich vor Gedanken aus schlechter Laune,
sei mit dem Geist gezügelt.
Gib schlechtes Verhalten mit dem Geist auf,
dann verhalte dich mit dem Geist gut.

Ein Bedächtiger ist mit dem Körper gezügelt,
auch mit der Sprache ist er gezügelt
und auch mit dem Geist ist der Bedächtige gezügelt:
Er ist wahrhaft gut gezügelt.

Übersetzung: Deutsch (Ayyā Sabbamittā), English (Bhikkhu Sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).

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