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Dhp 235-255

18. Das Kapitel über Flecken

Malavagga

aus: Dhammasprüche 235–255

18. Das Kapitel über Flecken

Heute bist du wie ein verwelktes Blatt,
Yamas Männer erwarten dich.
Du stehst am Tor zur Abreise,
doch du hast keinen Proviant für die Reise.

Mach aus dir selbst eine Insel!
Bemühe dich rasch, lerne, klug zu sein!
Von Flecken geläutert, frei von Makeln,
so wirst du in die himmlische Welt der Edlen gehen.

Die Stufen des Lebens hast du durchlaufen,
und nun machst du dich zu Yama auf.
Unterwegs gibt es keinen Ort zum Rasten,
doch du hast keinen Proviant für die Reise.

Mach aus dir selbst eine Insel!
Bemühe dich rasch, lerne, klug zu sein!
Von Flecken geläutert, frei von Makeln,
so wirst du nicht wieder zu Geburt und Alter kommen.

Ein verständiger Mensch würde
seine eigenen Flecken allmählich läutern,
Stückchen für Stückchen, in jedem Augenblick,
wie der Schmied das Silber schmilzt.

Der Rost, der aus dem Eisen wächst,
frisst das Ding, von dem er ausging.
Und so führen die eigenen Taten
den zu asketisch Lebenden zu einem schlechten Ort.

Sie nicht aufzusagen ist der Fleck bei Hymnen.
Der Fleck bei Häusern ist Vernachlässigung.
Trägheit ist der Fleck bei der Schönheit.
Der Fleck eines Wächters ist Nachlässigkeit.

Fehlverhalten ist der Fleck bei einer Frau.
Der Fleck eines Spenders ist Geiz.
Schlechte Eigenschaften sind ein Fleck
in dieser und jener Welt.

Doch ein schlimmerer Fleck als alle
ist Unwissenheit, der schlimmste Fleck.
Gebt diesen Fleck auf, Mönche und Nonnen,
und seid ohne Flecken!

Für den Gewissenlosen ist das Leben einfach.
Mit all dem dreisten Mut einer Krähe
lebt er aufdringlich,
grob und unlauter.

Für den, der ein Gewissen hat, ist das Leben schwer.
Er sucht stets Reinheit,
nicht anhänglich noch unhöflich,
mit reinem Lebenserwerb, sehend.

Wer in dieser Welt Lebendiges tötet,
wer Lügen spricht
oder nimmt, was nicht gegeben,
wer zur Frau eines anderen geht

oder im Bier-
und Weintrinken schwelgt:
Dieser gräbt eben hier
die Wurzel des eigenen Selbst aus.

Das sollst du wissen, werter Herr:
Dieser ist ungezügelt und böse.
Lass diese Gier und dieses Unrecht
dich nicht für lange Zeit in Leiden stürzen.

Menschen spenden entsprechend ihres Vertrauens,
entsprechend ihrer Zuversicht.
Wenn du darüber aufgebracht bist,
über Essen und Trinken anderer,
wirst du weder bei Tag noch bei Nacht
im Samādhi versinken.

Aber wer dieses abgeschnitten,
es mit der Wurzel ausgegraben und ausgerottet hat,
der wird bei Tag und bei Nacht
im Samādhi versinken.

Es gibt kein Feuer wie Gier,
kein Verbrechen wie Hass,
kein Netz wie Täuschung,
keinen Fluss wie Verlangen.

Es ist leicht, die Fehler anderer zu sehen,
doch schwer, die eigenen zu sehen.
Denn die Fehler anderer
häuft man auf wie Heu;
die eigenen versteckt man
wie ein Falschspieler einen schlechten Griff.

Wenn du nach den Fehlern anderer suchst,
stets krittelnd,
nehmen deine Befleckungen zu,
von der Auflösung der Befleckungen bist du weit entfernt.

Im Luftraum gibt es keine Spur,
außerhalb gibt es keinen wahren Asketen.
Die Menschen genießen das Wuchern,
die Klargewordenen sind vom Wuchern frei.

Im Luftraum gibt es keine Spur,
außerhalb gibt es keinen wahren Asketen.
Keine Bedingung hält für immer an,
die Erwachten werden nicht erschüttert.

Übersetzung: Deutsch (Ayyā Sabbamittā), English (Bhikkhu Sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).

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