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Dhp 76-89

6. Das Kapitel über den klugen Menschen

Paṇḍitavagga

aus: Dhammasprüche 76–89

6. Das Kapitel über den klugen Menschen

Betrachte jemanden, der deine Fehler sieht,
als Führer zu einer Schatzgrube.
Bleib nahe bei einem, der so verständig und klug ist,
der dich verbessert, wenn es nötig ist.
Wenn man nahe bei solch einem Unvoreingenommenen bleibt,
wird es besser, nicht schlechter.

Unterweise und leite an;
gebiete dem Schlechten Einhalt:
Denn du wirst den Guten lieb
und den Schlechten unlieb sein.

Mische dich nicht unter schlechte Freunde
und auch nicht unter die schlechtesten Menschen.
Misch dich unter geistliche Freunde
und unter die besten der Menschen.

Durch Freude an der Lehre schläft man gut
mit klarem, zuversichtlichem Herzen.
Ein kluger Mensch freut sich stets an der Lehre,
die vom Edlen verkündet wurde.

Bewässerungsanlagen leiten Wasser,
Pfeilmacher richten Pfeile gerade,
Zimmerer bearbeiten Holz;
doch die Klugen zähmen sich selbst.

So wie der Wind
eine feste Felsmasse nicht aufwühlen kann,
so können auch Ruhm und Schande
den klugen Menschen nicht treffen.

Wie ein tiefer See,
klar und ungetrübt,
so klar sind kluge Menschen,
wenn sie die Lehren hören.

Wahre Menschen geben alles auf,
sie betteln nicht nach den Dingen, die sie begehren.
Auch wenn von Glück oder Schmerz getroffen,
erscheint der kluge Mensch weder niedergeschlagen noch freudig bewegt.

Wünsche nie Erfolg mit unrechtmäßigen Mitteln
für dich selbst oder jemand anderen,
wünsche nicht Kinder, Besitz oder Herrschaft;
sei vielmehr tugendhaft, weise und gerecht.

Wenige sind es unter den Menschen,
die zum anderen Ufer gelangt sind.
Der Rest läuft nur
an diesem Ufer hin und her.

Wenn die Lehre gut erklärt ist,
sind die, die danach üben,
diejenigen, die hinübergelangen
über den Machtbereich des Todes, dem so schwer zu entkommen ist.

Nachdem er von dunklen Eigenschaften frei ist,
soll ein kluger Mensch die hellen entwickeln.
Lasst euer Heim zurück
um der Abgeschiedenheit willen, die so schwer zu genießen ist;

versucht, daran Gefallen zu finden,
nachdem ihr Sinnenfreuden hinter euch gelassen habt.
Ein kluger Mensch, der nichts hat,
soll sich von Verunreinigungen des Geistes läutern.

Wessen Geist in den Faktoren des Erwachens
richtig entwickelt ist,
wer die Anhänglichkeit losgelassen hat
und das Nicht-Ergreifen genießt:
Solche haben die Befleckungen aufgelöst, glänzend,
in dieser Welt sind sie vollkommen verloschen.“

Übersetzung: Deutsch (Ayyā Sabbamittā), English (Bhikkhu Sujato). Quelle: SuttaCentral / Bilara (gemeinfrei, CC0).

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