Vimuttimagga

Das ältere Wegbuch — derselbe Weg, kürzer gefasst und nur über das Chinesische erhalten.

Der Vimuttimagga, der „Pfad zur Freiheit“, ist wahrscheinlich das ältere der beiden Handbücher: zwölf Kapitel, dieselben drei Übungen, ohne das Raster der sieben Reinheiten. Drei Stufen führen hindurch und zeigen an den Stellen, an denen die beiden Bücher auseinandergehen, was am Kanon hängt und was an der Ordnung des Verfassers.

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Stufe 1 · Das ältere Wegbuch

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Was ist der Vimuttimagga?
Ein Handbuch derselben Überlieferung, vermutlich älter als der Visuddhimagga. Der Pāli-Text ist verloren; erhalten blieb eine chinesische Übersetzung aus dem 6. Jahrhundert, aus der ins Englische zurückübersetzt wurde. Der Text steht darum hier auf Englisch — mit deutscher Wiedergabe unter jedem Zitat.
Muss man das lesen?
Nein, und am wenigsten zuerst. Für den Weg genügt der Lernpfad. Dieses Buch lohnt sich dort, wo es vom jüngeren abweicht — drei Stufen, die den Vergleich vorbereiten.
Was hier zitiert wird
Jede Stufe gibt eigene Erläuterung und zitiert das Buch nur in Ausschnitten, jeweils mit der Stelle und einem Link auf das Kapitel. Der Wortlaut jedes Zitats wird beim Bauen im Buchtext wiedergefunden — was hier in Anführungszeichen steht, steht dort so.

Eine „Stufe“ ordnet den Stoff — sie ist keine Rangordnung und keine Stufe der Verwirklichung.

Die durchgehende Linie ist der Weg von Stufe 1 bis Stufe 3; gestrichelte Bögen zeigen, welche Stufe zusätzlich auf einer früheren aufbaut. Ausgefüllter Punkt = für jetzt abgeschlossen, Umriss = offen; die aktuelle Stufe ist hervorgehoben.

Grundlagen Stufe 1

  1. Das ältere Wegbuch

    „Warum gibt es neben dem Visuddhimagga noch ein zweites Handbuch?“

    Für jetzt abgeschlossen

    Der Vimuttimagga ist wahrscheinlich das ältere der beiden Handbücher. Er behandelt dieselben drei Übungen in derselben Reihenfolge, ist aber deutlich kürzer, setzt an einigen Stellen anders an — und ist im Pāli verloren. Was hier vorliegt, ist die Rückübersetzung aus einer chinesischen Fassung.

    Drei Schulungen tisikkhā Ruhe und Einsicht samatha-vipassanā Weisheit paññā Sammlung samādhi das Unbedingte nibbāna Pfad magga

    Was diese Begriffe bedeuten — Stufe 1: Das ältere Wegbuch
    Drei Schulungen tisikkhā
    Die Gliederung des Pfades in Tugend (sīla), Sammlung (samādhi) und Weisheit (paññā): Lebensführung trägt die Meditation, Meditation trägt die Einsicht.
    Ruhe und Einsicht samatha-vipassanā
    Die zwei Seiten der Geistesschulung: Beruhigen und Sammeln (samatha) und klares Sehen (vipassanā). DN 34 nennt beide als die zwei Dinge, die entwickelt werden müssen — keine getrennten Techniken, sondern zusammengehörige Qualitäten.
    Weisheit paññā
    Weisheit, befreiende Einsicht in die drei Merkmale.
    Sammlung samādhi
    Einspitzige Sammlung des Geistes.
    das Unbedingte nibbāna
    Das Unbedingte; Verlöschen des Brennstoffs.
    Pfad magga
    Pfad (überweltlich); der Moment, der die Fesseln durchschneidet.

Fortgeschrittene Lehre Stufen 2–3

  1. Tugend und Sammlung

    „Wie beschreibt das ältere Buch die ersten beiden Übungen?“

    Für jetzt abgeschlossen

    Die Kapitel 2 bis 9 behandeln die ersten zwei Drittel des Weges: Tugend, freiwillige Strenge, Sammlung, den guten Freund, die Kenntnis der eigenen Wesensart, die Übungsobjekte und den Eintritt in die Vertiefung. Auffällig ist, wie viel Platz das Buch der Frage gibt, wer da eigentlich übt.

    Sammlung samādhi Vertiefung jhāna Meditationsgegenstand kammaṭṭhāna Einspitzigkeit ekaggatā Fünf ethische Grundsätze pañcasīla Hindernis nīvaraṇa

    Was diese Begriffe bedeuten — Stufe 2: Tugend und Sammlung
    Sammlung samādhi
    Einspitzige Sammlung des Geistes.
    Vertiefung jhāna
    Ein Zustand gesammelter, in sich ruhender Aufmerksamkeit; der Kanon beschreibt vier solcher Stufen und nennt für jede die Faktoren, die sie tragen.
    Meditationsgegenstand kammaṭṭhāna
    Der Gegenstand, an dem geübt wird; die Sammlungsübung kennt vierzig davon.
    Einspitzigkeit ekaggatā
    Einspitzigkeit, Sammlung (Jhāna-Faktor).
    Fünf ethische Grundsätze pañcasīla
    Nicht töten, nicht nehmen, was nicht gegeben ist, keine sexuellen Verfehlungen, nicht falsch reden, keine berauschenden Mittel: Übungsregeln (sikkhāpada), die man auf sich nimmt — Schutz für andere und Bedingung für einen ruhigen Geist.
    Hindernis nīvaraṇa
    Eines der fünf Dinge, die den Geist am Sammeln hindern — Sinnenverlangen, Übelwollen, Trägheit, Unruhe und Zweifel.
  2. Weisheit und Wahrheit

    „Womit endet das ältere Wegbuch?“

    Für jetzt abgeschlossen

    Die letzten drei Kapitel sind die dritte Übung. Weisheit wird bestimmt als das Sehen der Dinge, wie sie sind; die fünf Methoden legen den Stoff aus — Gruppen, Grundlagen, Elemente, bedingte Entstehung, Wahrheiten; und das Schlusskapitel führt beides zusammen im Durchschauen der vier Wahrheiten.

    Weisheit paññā Aggregat khandha Sinnesgrundlage āyatana abhängiges Entstehen paṭiccasamuppāda Vier edle Wahrheiten cattāri ariyasaccāni Nicht-Selbst anattā

    Was diese Begriffe bedeuten — Stufe 3: Weisheit und Wahrheit
    Weisheit paññā
    Weisheit, befreiende Einsicht in die drei Merkmale.
    Aggregat khandha
    Aggregat (rūpa, vedanā, saññā, saṅkhāra, viññāṇa).
    Sinnesgrundlage āyatana
    Sinnesgrundlage (sechs innere, sechs äußere).
    abhängiges Entstehen paṭiccasamuppāda
    Das abhängige Entstehen; die zwölf bedingt verknüpften Glieder, ohne ein durchlaufendes Selbst.
    Vier edle Wahrheiten cattāri ariyasaccāni
    Das Gesamtmodell der Lehre: dukkha; sein Entstehen (Verlangen); sein Aufhören (Nibbāna); die Übung, die zum Aufhören führt (der achtfache Pfad). Jede Wahrheit hat ihre Aufgabe: verstehen, aufgeben, verwirklichen, entwickeln.
    Nicht-Selbst anattā
    Nicht-Selbst; ohne beständigen, beherrschbaren Kern.

Zum Nachschlagen

Vimuttimagga

Die englische Fassung von Ehara, Soma und Kheminda, zwölf Kapitel, vollständig im Studium dieser Seite lesbar. Die Stufen zitieren daraus mit Angabe der Stelle und geben jeden Wortlaut deutsch wieder.

Visuddhimagga

Das jeweils andere Wegbuch behandelt denselben Weg — anders geordnet und anders ausführlich. Wer beide liest, sieht an der Differenz, was aus dem Kanon stammt und was aus der Ordnung des Verfassers.

Der Lernpfad

Der erste Weg durch die Lehre — von der Ausgangsfrage bis zum Erwachen, in der Sprache der Lehrreden. Er bleibt der Einstieg; die Buchpfade sind die Beilage dazu, nicht ihr Ersatz.

Die drei Stufen ordnen den Stoff für das Studium — sie ersetzen keine eigene Praxis und keine qualifizierte Anleitung.